Irgendwo las ich neulich, ich glaube, es war beim Nordboten, dass es den guten Tutower Senf wieder gibt. Wobei diese Aussage so verkürzt ist, dass sie falsch ist. Aber der Reihe nach. Fangen wir mit einem Horrorbild an …
… und steigen wir in einen Vergleichstest ein, der eigentlich keiner sein kann.
Legen wir strenge Maßstäbe an, kann es diesen Test eigentlich gar nicht geben. Den neuen als „Tutower ORIGINAL“ zu bezeichnen, ist aber doch etwas zu sportlich, um es nicht trotzdem zu wagen. Aber sie haben durchaus auch eine Gemeinsamkeit: Sie kommen beide nicht aus Tutow. Während der neue im Glas von Deutschlands Sonneninsel Usedeom den Weg in des Herdnerds Küche fand, ist der andere vermutlich nicht mal aus Stavenhagen (wohin die Herstellung nach dem Aus des Originalabfüllortes gewandert ist). Die letzten erhältlich gewesenen Chargen – soweit die Gerüchte – sollen wohl anderswo produziert worden sein.
Bleiben wir noch kurz bei den strengen Maßstäben und der Unvergleichbarkeit. Setzt man die MHDs ins Verhältnis und vermutet einen ähnlichen Abstand zwischen der Herstellung und Abfüllung, dann trennt die beiden ein Alter von ca. 9 Monaten. Dies spielt insofern eine Rolle, als dass Senf – lasst es mich positiv ausdrücken – weiter reift, was dazu führt, dass er mit der Zeit milder wird und nicht mehr so stark „beißt“. Als (ganz) alter Tutower-Fan hat man immer mal wieder festgestellt, dass der frisch gekaufte Senf unterschiedlich scharf war. Da kann man vor allem zu früheren Zeiten durchaus der Meinung sein, dass da die Becher manchmal etwas zu früh in den Handel kamen, weil frühere Chargen schon ausverkuft waren. Die Folge ist, dass der Schärfegrad in der Bewertung nicht als Hauptkriterium eingehen kann.
Nun aber die Deckel auf und die Löffel raus.
Jaaa, ich weiß. Der Senf im orangen Becher ist schon ein paar Tage offen. Das wirkt sich auch auf den Geschmack aus. Ich werde auch das berücksichtigen.
Der erste Blick zeigt den großen Unterschied zwischen den beiden: Der neue Senf kommt gröber daher. Das wirkt sich später auch auf das Mundgefühl aus. Die feine Konsistenz des Klassikers ist schon etwas anderes. Die Zukunft wird zeigen, wie gut die körnige Variante am Würstchen hängen bleibt. Beim weich gekochten Frühstücksei dürfte sich die spürbare Senfsaat auf der Zunge aber durchaus bemerkbar machen.
Der Blick auf die Zutatenlisten zeigt große Ähnlichkeiten. „Senfkörner“ vs. „Senfsaat“ und „Wasser“ vs. „Trinkwasser“ sind vermutlich nur Unterschiede in der Bezeichnung der gleichen Zutaten. Wobei schon allein die unterschiedliche Herkunft des verwendeten Wassers geschmackliche Unterschiede begründen kann. Ehemalige „Nordbräu“-Trinker, die das Bier sowohl aus Neubrandenburger wie auch aus Lübser Zeiten kennen, wissen, was ich meine. Aus eigener Erfahrung (ich trinke ja kein Bier) könnte ich nur aus meiner Cola-Zeit die alte Erkenntnis hervorkramen, dass mir Anfang der 1990er Jahre die Stralsunder Abfüllung der rot-weißen Markencola nicht so gemundet hat wie die Berliner Abfüllung.
Und einen großen Unterschied gibt es noch: Im Pommernsenf ist Meerrettich drin. Das ist meiner Erinnerung nach eine Eigenheit, die der Klassiker nie hatte. Nicht umsonst stand auf den Etiketten der Plastebecher unter dem großen „Meerrettich“ immer noch das Wort „Geschmack“, zu früherer Zeit wurde es sogar als Eigenheit der verwendeten Senfsaat verklärt. Da ich schon mal einen Senf mit zugegebenem Meerrettich eines anderen Herstellers probierte und den schrecklich fand, war ich skeptisch bzgl. der Usedomer Abfüllung.
Jetzt aber die Löffel in den Mund und kosten. Der frische Pommernsenf mit dem echten Meerrettich drin hat ordentlich Wumms, mein Nase war danach wieder frei. Da war der Tutower Senf (mittlerweile) etwas milder. Die Erinnerung ergab aber, dass die Schärfe bei frischem Tutower durchaus erwartbar war. Das Gefühl auf der Zunge war natürlich unterschiedlich. Der Klassiker ist etwas cremiger, der neue ein Hauch flüssiger mit spürbarer Senfkörnereinlage. Der Geschmack ist unter Berücksichtigung der unterschiedlich reifen Schärfe durchaus vergleichbar, wobei dem neuen etwas Abrundung im Geschmack fehlte, aber da bin ich optimistisch, dass das im Laufe der Lagerung noch etwas besser wird. Aber die Aromatik erinnert doch deutlich an das Original.
Fazit: Der Pommernsenf ist der würdige, aber edle Nachfolger für den Tutower Senf, der sicher auch ein wenig unter seinem Discounterimage litt. Als 10-l-Senfeimer für Imbissbuden wird es den neuen vermutlich nie geben, zumindest nicht zur freien Kundenverfügung; die schätzungsweise über 150 € Investition durch den Imbissbudenbetreiber will gut überlegt sein. 😉 Immerhin ist der neue Senf ca. zehnmal so teuer wie der alte. Dafür kommt er im Glas daher und hat richtigen Meerrettich als Ingredienz. Verschwenderisch damit umgehen ist also nicht. Dazu kann man dann auch mal ein gutes Würstchen vom Fleischer kaufen oder die guten Bioeier. Die Kombination damit werde ich sicher in der nächsten Zeit ausgiebig nutzen. Ein Update dieses Artikels ist also abzusehen.
Aktualisierung: Kombi mit dem Frühstücksei
Wenn er etwas milder wäre, kombinierte er sich besser mit dem wachsweich gekochten Ei. Die im Vergleich mit dem Klassiker körnigere Konsistenz bleibt natürlich spürbar, stört aber nicht. Es ist einfach nur etwas anders. Um es philosophisch zu betrachten: Es ist wie im echten Leben, alles entwickelt sich immer weiter. Das ist ein Grundgesetz. Ob die Veränderung positiv oder negativ zu bewerten ist, weiß man immer erst hinterher, aber man kann ihnen immer die Chance geben, sie gut zu finden.
Um der Hoffnung Ausdruck zu geben: Vielleicht ist er beim nächsten oder übernächsten „Sonntagsfrühstück“, dass bei mir immer sonnabends stattfindet, schon etwas milder und nicht mehr so bissig. Immerhin ist die Schärfe aber in diesem Zusammenhang gut dafür, dass sich der Senf länger hält. 😉 Man nimmt einfach weniger.
Autor: dirknb
Von Stärke, Werbung und Design
Sehen die Bratkartoffeln nicht lecker aus? Waren sie auch. Und es ist wie immer die einfachste Machart, die doch mit das beste herausbringt. Ein paar genauso rohe wie gute Kartoffeln, die in Stücke geschnitten wurden, kommen in eine Pfanne mit gutem Rapsöl, in der sie bei wenig Hitze unter einem Deckel erstmal angegart wurden. Etwas Salz war auch anwesend. Ab und an wird der Deckel gelüftet und alles gut durchgeschwenkt.
Kurz, bevor die Kartoffeln gar werden, kommt der Deckel weg, die Hitze wird erhöht und es kommen noch etwas klein geschnittener Knoblauch (1 kleine Zehe), eine klein gewürfelte Schalotte, Salz und Pfeffer mit dazu und alles wird gut anbraten gelassen. Kurz vor fertig gehört ein Stich Butter zur geschmacklichen Abrundung. Eine Variante wäre klein gewürfelter Schinken(speck). Und, wer es sich leisten kann, nimmt einfach beides. 😉
Dazu gab es Bratheringsfilets, auf dessen Verpackung die Werbeaussage stand, dass es wohl ein neues Design gab. Die Filets sahen allerdings aus wie immer. Lug und Trug allenthalben. 😉
Aus Faulheit und Planlosigkeit mache ich Bratkartoffeln gern aus rohen Kartoffeln. Meine Ernährungsberatung sähe allerdings eine Verwendung von am Vortag vorgekochten Erdäpfeln lieber. Das Kochen und die Lagerung machen wohl etwas mit der Stärke, was die „Sättigungsbeilage“ etwas weniger gefährlich für die Hüfte macht. Aber dafür sollte man wohl auch keine Butter rangeben. Das kaltgepresste Rapsöl ist in dem Zusammenhang eher positiv zu sehen. Wertvoller als Olivenöl.
Nenne ich es mal: 12-Stunden-Gulasch
Wobei, man könnte es auch 8-Stunden-Gulasch oder 18-Stunden-Gulasch nennen. Richtig wären irgendwie alle Zahlen. Nach 8 Stunden beendete ich die aktive Einflussnahme auf’s Gericht, nach 18 Stunden füllte ich die ersten zwei Portionen – noch restwarm – für das Mittag bei Vattern ab.
Was bis dahin geschah – Eine fragmentarische Fotokochstory
Am letzten Wochenende kam bei Vattern und mir wie immer die Frage auf, was es denn eine Woche später zum Mittag gäbe. Dank der geschlossenen Gastronomie sind wir da nach wie vor auf eigene Kochkunst angewiesen. Mir fiel Gulasch ein, dass ich beisteuern wollte, Rosenkohl und Kartoffeln konnte Vattern holen und kochen. Da ich eine bestimmte Vorstellung hatte, was in mein Gulasch so alles reingehört, habe ich mit u.a. die Fleischbestellung auf die To-Do-Liste geschrieben, schob das aber ein wenig vor mir her, hoffte ich doch Dienstag und Mittwoch noch, ohne Vorbestellung auszukommen. Allein, bei meinen Shoppingtouren auf dem Heimweg nach Feierabend fand sich nicht das richtige, so dass ich Donnerstagvormittag reumütig bei meinem Lieblingsfleischer auftauchte und nach Möglichkeiten fragte. Grundsätzlich ja, aber nicht zum von mir gewünschten Freitagabend; am Sonnabend konnte ich mir dann alles abholen. Nun gut. So sei es.
Als ich dann das Bestellte abholen wollte, war gut die doppelte Menge reserviert, was aber auch erst auffiel, als das Paket auf dem Weg zur Waage auseinandergenommen wurde. Die Verwunderung war auf beiden Seiten, aber ich entschied kurzfristig, doch etwas mehr als ursprünglich gedacht zu kaufen, was sich später als sinnvoll herausstellen sollte. Dann gings wieder nach Hause und nach einem kleinen Kaffeepäuschen an den Herd. Wobei: erstmal gings ans schnippeln und das wurde auch ein wenig blutig.
Drei große Gemüsezwiebeln fielen meinen Schneidkünsten zum Opfer. Aber so sehe ich nunmal Gulasch: Fleisch und Zwiebeln im Verhältnis 1:1, nicht unbedingt dem Gewicht nach, aber vom Volumen her. Unter der Woche hatte ich dann irgendwo noch den Gedanken des Slowcooking aufgegriffen und wollte den diesmal auch auf das Gulasch anwenden. So mussten vielleicht die Zwiebeln nicht ganz so fein geschnitten werden. Das würde sich schon zergehen.
Die Zwebeln habe ich in etwas Rapsöl angeschmort. Etwas Farbe schadet dabei auch nicht.
Schön war, dass sie mit der Zeit auch etwas zusammengefallen sind. Ich hatte schon etwas Angst, was die Topfkapazität betrifft. Immerhin sollte ja noch einiges rein.
An einer Stelle habe ich den Topfboden etwas freigeräumt, um das Tomatenmark anzurösten.
Paprika gehört auch in den Gulaschansatz. Mischung von edelsüß und rosenscharf nach Be- und Vorlieben.
Das wurde alles vermengt und noch etwas angeröstet.
Eine Tasse Wasser löschte alles ab, damit nichts anbrennt. Rotwein oder Brühe wären sicher auch eine Idee gewesen.
Dann kommt das klein geschnittene Fleisch dazu. Die Schnittgröße ist auch wieder den persönlichen Vorlieben geschuldet. Wobei die Dicke in diesem Fall vorgegeben war. Beinscheiben gibts bei meinem Lieblingsfleischer offenbar nur in einem Kaliber. Sechs Scheiben sind das, was dazu kam (eigentlich hatte ich nur vier bestellt, aber … s.o.). Majoran, Thymian, Pfeffer und Salz sind auch dran.
Gulasch muss auch immer gut gerührt werden, zumindest zum Anfang. Nicht, was was ansetzt. Aber das gibt sich mit der Zeit, gerade auch bei dieser Art der Zubereitung.
Die sechs ausgelösten Markknochen von den Beinscheiben habe ich auch noch mit ins Gulasch gegeben. Alles, was dem Geschmack auf die Beine hilft, ist erlaubt. Die habe ich dann aber auch unter gerührt, genau wie eine weitere halbe Tasse Wasser, die alles gerade so nicht bedeckte. Dann kam der Deckel drauf und unter gelegentlichem Umrühren wurde alles einmal aufgekocht. Dann kam das Fleischthermometer in den Topf und der Topf in den vorgeheizten Ofen.
Das sind die 5 Stunden, die ich erstmal eingestellt hatte. Die Temperatur lag knapp unter 100°C, im Topf waren knapp über 90°C lt. Fleischthermometer.
Nach den 5 Stunden habe ich noch anderthalb Stunden draufgegeben. Zwischendurch hatte ich einmal umgerührt und mit Salz abgeschmeckt. Nach den dann sechseinhalb Stunden fing ich an, die braunen Champignons zu putzen, zu stückeln und mit Knofi, Salz, Pfeffer und in Butter zu braten. Die kamen dann noch mit in den Topf.
Um Mitternacht – das war dann ca. 8 Stunden nach Beginn der Zubereitung – habe ich den Herd ausgemacht und dem Gulasch eine schöne Nachtruhe gewünscht, der ich dann einige Zeit später auch fröhnte.
Der nächste Vormittag sah mich dann nach der Aufwachphase und der Morgenhygiene in der Küche. Zu meiner leichten Verwunderung war es im Herd und somit auch das Gulasch noch etwas restwarm. Ich füllte 2 gute Portionen ab und machte mich auf den Weg zu Vattern, nicht ohne den Rest auf den Balkon zum Abkühlen zu bringen.
So sah dann er Teller am Sonntagmittag aus. Zartes Fleisch, aromatische Soße. Lecker. Mal sehen, was die Kollegen morgen sagen, die bekommen den Rest.
Endlich mal was neues!
Die Überschrift ist übrigens eine Forderung, keine Bestandsaufnahme. Aber Kreativität scheint nicht Hauptfähigkeit der Industrie zu sein und sowas abzufordern nicht die Fähigkeit der Konsumenten. Deswegen ist es heutzutage Mode, klassische Fleischgerichte und -produkte mit neuen Rezepturen und weniger Fleisch, dafür mit Hühnereiweiß, Rapsöl, Erbsen, Linsen, u.a. nachzubauen. Und zu hoffen, dass es dem Konsumenten genauso schmeckt wie das Original, aber mit besserem Gewissen. Das hat schon bei Light-Getränken seit den 1980er Jahren nicht funktioniert, es klappt auch nicht mit den vegetarischen oder veganen Nachbauten.
Gibt’s dieses Nachbauessen eigentlich auch schon in Bio? Und regional? Nein? Komisch. Nicht, dass ich etwas gegen vegetarische oder vegane Gerichte und Produkte habe, aber es ist nicht die Aufgabe der Hersteller, Fleisch zu simulieren, sondern etwas geschmackvolles und ggf. auch neues auf den Markt zu werfen. Die Möglichkeiten sind doch groß. Scheinbar wird aber dem Konsumenten eingeredet, er braucht seine Ernährung eigentlich nicht ändern, es gäbe ja auch alles in vegetarisch/vegan; oder will er das aus freien Stücken selber? Naja, jeder braucht seine Religion inkl. Selbstkasteiung für die Reinheit des Gewissens, ohne allzuviel den Gripskasten anstrengen zu müssen.
Konkretes Beispiel der Verirrungen gefällig? Fleischwurst. Gibt’s – wen wunderts? – mittlerweile auch als vegetarische Alternative. Für vegan hat’s nicht gereicht, da Hühnereieiweiß mit drin ist. Da existieren aber schon einige Produkte, die so aufgebaut sind. Ein bekannter Hersteller für Hühnerfleischprodukte (u.a. auch Fleischwurst) schiebt da was in die Kühltheken und ich habe es testweise gekauft. Und gegessen.
Auch wenn auf des Messers Schneide sich das Wort Bio widerspiegelt: Die Wurst ist es nicht. Da stand wohl ein Karton mit einem Biogetränk außerhalb des Bildes. 😉
Vielleicht sollte ich noch eine Info vorweg schieben: Ich mag keine Fleischwurst. Ich habe einige Marken und Typen probiert und sie haben mir alle nicht zugesagt. Eine gute Basis also, diese für mich neue Sorte zu probieren.
Geschmacklich liegt sie dicht dran an den anderen Produkten, die ich im Verlauf der letzten Jahre probiert habe. Die aromatische Bandbreite der fleischlichen Vorbilder ist so groß, da passt auch diese dazwischen. Biss und Mundgefühl finde ich allerdings unterirdisch. Da ist keine echte Substanz drin, die dann doch den Originalen eigen ist. Sicher, auch die werden recht heftig gecuttert, aber die vegetarische Variante ist eher wie schnittfest gemachte feine Streichwurst ohne Basis. Etwas weniger Bindemittel rein, und man hätte eine feine Teewurst (vegetarisch).
Naja, und die Zutatenliste? Vieles, was an hochverarbeiteten Zutaten Rang und Namen hat. Allerlei Zeug, dass man sich nicht freiwillig ins Essen rührt. Nicht mal das Hühnereieiweiß ist im natürlichen Zustand drin sondern als Pulver, von Verdickungsmitteln und Aromastoffen ganz zu schweigen. Und die wichtigste Werbeaussage ist auch ganz präsent auf der Packung, die wunderbar die neue Qualität des Produktes hervorhebt:
Das erinnert mich an einen ehemaligen Testsieger unter den Matrazenherstellern, der mittlerweile nur noch mit „meistverkaufte Matraze“ werben kann, was über die Qualität des Produkts aber sowas von gar nichts aussagt. Aber das nur nebenbei.
Fleischwurst wird es also auch in der vegetarischen Variante in Zukunft nicht auf meinen Standardeinkaufszettel geben, immerhin hat es das mit der Fleischversion gemeinsam. Außer, ich entdecke mal was neues auf dem Gebiet. Aber dass ich sowas nicht regelmäßig kaufe, hat auch sein gutes. Meine Ernährungsberaterin hat von Wurst bzgl. der versteckten, meist minderwertigen Fetten – ernährungsphysiologisch gemeint – dringend abgeraten. Zwar gehört Rapsöl auch eher zu den wertvollen Fetten, wenn es denn kaltgepresst ist, aber davon steht nix auf der Packung. Und so sind 14% raffiniertes Rapsöl (auch wegen seiner Geschmackslosigkeit) eher was für die Hüfte und zählt als verstecktes Fett in diesem Industrieprodukt.
Pasta mit Käse ohne Fisch
Neues aus meiner Versuchsküche. Wobei ich erstmal gucken musste, wie man das Gericht, dass hier die Vorlage lieferte, richtig schreibt. Ich habe mich mal von allen Varianten für Mac’n’Cheese entschieden. Nudeln in Käsesoße, wenn man es mal profan übersetzt, aber so einfach auch wieder nicht. Bspw. Käsenudeln sind ein anderes Gericht.
Durch meinen Konsum an kulinarischen Sendungen, die ihren Ursprung von übern Teich her haben, ist mir das Mac’n’Cheese schon öfters aufgefallen. In den USA gehört es wohl zu den Grundnahrungsmitteln und es gibt es in unterschiedlichsten Varianten und Formen. Sogar als Paddys für Hamburger habe ich es schon gesehen, aber auch als frittierte Bällchen oder als „Burgerbrötchen“. Heute ging es aber erstmal darum, das Grundrezept nachzuempfinden und zu schauen, ob man es nicht auch noch abwandeln kann bzw. muss.
Spätestens bei der Auswahl der beteiligten Käse ergibt sich eine hohe Variantenzahl des Gerichtes. Ich habe mal einen Edamer, einen ungefärbten Cheddar und eine Art Bergkäse genommen.
Erstaunlich war – am Rande bemerkt -, dass der Biokäse aus dieser Auswahl den meisten Plastikmüll produzierte. Ich würfelte die Käse, wollte ich mir das Reiben ersparen. Und, um es vorweg zu nehmen: Die Würfel können ruhig noch gröber sein, das löst sich alles schnell auf.
Nebenbei kochte ich auch schon mal die „Maccheroni“, ich muss sie leider in Anführungsstriche setzen: Es sind keine. Aber es fällt fast nicht auf. Sind die Nudeln al dente, werden sie abgegossen und beiseite gestellt.
Die Käsesoße für Mac’n’Cheese fängt an wie eine Mehlschwitze, eigentlich sogar wie eine Bechamel-Soße. Butter wird geschmolzen, dann kommt Mehl hinzu, das angeschwitzt wird und beides wird mit Milch abgelöscht. Da das ganze recht rührintensiv ist, gibts von den Schritten keine Bilder, ich wollte nicht schon wieder einen Topfwechsel mitten in der Zubereitung riskieren.
Das Ergebnis war dann eine ebene Soßenbasis, der ich noch etwas Pfeffer und Cayenne-Pfeffer mitgab. Eine Knoblauchzehe kam auch noch klein gehackt hinein. Und rühren, rühren, rühren …
Dann kamen die Käsewürfel dazu und man durfte weiterhin das Rühren nicht vergessen.
Irgendwann blubberte sie sanft vor sich hin. Jetzt kann man noch etwas abschmecken. Mit dem Salz kann man ruhig vorsichtig sein, der Käse bringt eine Menge mit.
Die Nudeln werden ebenfalls untergerührt. Hier schaltete ich die Hitze unterm Topf schon mal aus, damit nix mehr passieren kann.
Ein μ weniger Soße oder eben etwas mehr Pasta hätten dem Gericht gut getan. Aber für frei Schnauze gekocht, ist das Verhältnis doch recht gut getroffen. Vorsichtig umrühren, etwas ziehen lassen und schon kann serviert werden.
Auch wenn es der flüchtige Blick vielleicht wie ein Mac’n’Cheese aussehen lässt, es ist eigentlich ein Wirbli’n’Cheese. Aber ich denke, diese Nudelart ist recht passend.
Resümee: Der Bergkäse war ein wenig intensiv, davon hätte ich weniger nehmen sollen. Geplant war noch etwas Mozzarella, aber irgendwie fand der nicht den Weg in meinen Einkaufswagen. Ein großer Löffel saurer Sahne, der den Mozzarella-Anteil simulieren sollte, ging im doch sehr dominanten Bergkäse unter. Eine Idee ist wohl auch, dieses Mac’n’Cheese im Ofen zu Überbacken (dann natürlich noch mit Parmesan oben drüber). Das wäre dann irgendwann mal eine Idee für die weiteren Versuche.
Nebenbei: Auch diese Mehlschwitze habe ich nicht mit Weißmehl gemacht, diesmal war es Roggenmehl 1050. Weil mir der Vergleich fehlt, kann ich die Unterschiede nicht wirklich einschätzen, würde aber sagen, dass man die nichtstandardgemäße Mehlverwendung doch auch bemerkt. Ich würde es als „Zungengefühl“ bezeichnen, dass vermutlich bei Weißmehl etwas anders ist.
Mit einem leichten Hauch von Angebrannt
Heute gibt es mal wieder einen Beitrag unter der Überschrift „Versuchsküche“, wobei es eigentlich ein Klassiker ist, aber auch die kann man ja mal anders machen. Ich hatte vor einigen Tagen schon bunten Blumenkohl erworben, der immer dringender verbraucht werden wollte. Und weil ich nach einem der nachfolgenden Kochprinzipien sowieso noch was anderes zubereiten wollte, schön, mal zu experimentieren.
Basis sollte eine Mehlschwitze werden. Fast ganz klassisch. Um gleich mal eine Varianten (und etwas mehr Geschmack) hineinzugeben, ließ ich etwas klein geschnittenen Speck in der für die Mehlschwitze gedachten Butter aus.
Der konnte ruhig etwas anbräunen.
Dann kam das Mehl hinzu und das Rühren ging los.
Nicht zu vergessen die Milch, die weitere vorübergehende Grundidee stammt von der Bechamel-Soße.
Schön eben und dickflüssig. Aber das Rühren nicht vergessen!
Den Blumenkohl hatte ich noch nicht vorbereitet. Ein Fehler, wie sich herausstellte. Als er aber zerpflückt war, kam er mit in die Soße.
Das blubberte ordentlich. Beim Rühren dachte ich schon „Oh, oh“. Aber ich kochte erstmal unbeirrt weiter, indem ich etwas Brühe dazu gab.
Nun sollte alles leicht vor sich hin köcheln. Zum einen stellte ich doch noch einen recht starken Mehlgeschmack fest, zum anderen war ja der Blumenkohl auch noch roh. Etwas Würze (scharfer Paprika, Pfeffer, Salz, Muskat) kam auch noch mit dazu.
Irgendwann fängt der Blumenkohl aufgrund seiner Garung an zu zerfallen. Erfreulich war, dass sich die Farbe nicht an die Soße weitergab. Leider hatte ich nicht intensiv genug gerührt, so dass mir leider alles unten im Topf ansetzte (das lag wohl auch schon an dem Zeitpunkt, als ich das Mehl in das Fett gab und nicht richtig rührte). So galt es, nicht zu intensiv am Boden rumzukratzen und dann doch den Topf zwischendurch zu wechseln. Es roch doch schon etwas angebrannt.
Zum Schluss wurde noch alles gut angerichtet. Eigentlich wollte ich Pasta dazu machen, aber ich ließ es dann doch als Suppe.
Übrigens: Wer sich wundert, dass die Bechamel so komisch in der Farbe ist: Nein, ich habe keinen dünnen Kakao dafür genommen, es war schon richtige Milch. Mit etwas Sahne wäre es vermutlich weißer geworden. Aber der Hauptgrund liegt wohl darin, dass ich mangels feiner Alternative Dinkel-Vollkornmehl verwendete. Vermutlich dadurch auch der anfangs etwas störende Mehlgeschmack in der Soße, der sich aber während der Garzeit des Blumenkohls verzog. Ich „rühme“ mich ja eigentlich, nie Mehl in meiner Küche zu haben, aber da ist noch was von meinen Brotbackexperimenten übrig.
Fisch und Huhn und Käse
(Vorsicht, dieser Artikel kann Ironie enthalten, wie eigentlich fast jeder hier.)
Da setzt man sich mal an den Blog und will ein paar aufgelaufene Bilder abarbeiten, da stellt man fest, dass der letzte Artikel gar nicht veröffentlich wurde. Nette Zeitsteuerung. Aber nun ist sie ja rausgeflutscht und ich konnte mich anschließend mit den schon erwähnten Essensfotos beschäftigen. Das schreibe ich gerade, während mir nebenbei immer noch die Frage im Kopf herumschwirrt, ab ich beide Kleinserien auf einmal mache oder doch einzeln. Immerhin könnte die Überschrift davon abhängen. Das alles niederzuschreiben ist auch irgendwie wenig sinnvoll, da hier vermutlich mehrere Zeitebenen durcheinanderkommen, weil, wenn ihr das lest, ist die Entscheidung schon längst gefallen und ihr folgt einem Prozess, der mit dem Zeitpunkt der Veröffentlichung abgeschlossen war, während es für mich irgendwie work in progress ist.
Die ersten Bilder gehen auf eine Anregung zurück, die ich auf Twitter erhalten habe. Dabei habe ich mir eine alte Journalismus-Regel zu Gemüte genommen, die hier in der Region scheinbar öfters beherzigt wird: Meinung haben, Rechercheergebnisse drumrum platzieren, unpassendes weglassen, Artikel rausblasen. In meinem Fall war es die Kombination von Fisch und Käse im Essen. Ich weiß ja nicht, ob es Euch schon mal aufgefallen ist, aber wenn man in einem italienischen Restaurant bspw. Spaghetti frutti di mare bestellt, bekommt man im Allgemeinen keinen Parmesan dazu. Ob das nun eine gesamtitalienische Eigenart ist oder nur in bestimmten Regionen, kann ich nicht sagen. In der florentiner Ecke gehts offensichtlich. Vielleicht ist es ja auch wie mit der Verwendung von Butter in der italienischen Küche. Man denkt – ganz klischeeesk – nur an Olivenöl, aber in Norditalien wird es kaum verwendet. Da ist Butter Hauptquelle für zugesetztes Fett. Vielleicht bekommen aber in Florenz auch nur deutsche Touristen Käse zum Fisch … Man weiß es nicht. Aber der Kunde ist König.
Meine Meinung war also klar: Fisch und Käse zusammen schmecken nicht. Und genau das wollte ich auch schreiben. Aber erstmal das „Experiment“:
Als Fisch dienten hier entsprechend dem Twitterbeispiel Fischstäbchen, davon passten vier wunderbar in meine kleine Pfanne und wurden in aller Ruhe ohne viel Getue drumrum angebraten. Als die abgefallenen Krümel langsam bräunten, drehte ich sie um.
Schön zusammengeschoben lassen und zwei Scheiben Bergkäse drauf abladen.
Während noch die untere Seite bräunt, wirkt die Hitze auf den Käse und er schmilzt sanft vor sich hin.
Nun noch schick anrichten und testen.
Ergebnis der Recherche: Das ist gar nicht mal schlecht. Käse und Fisch gehen also doch. Ich vermute mal, dass an dem dann doch positiven Ergebnis die Panierung eine nicht unwesentliche Rolle gespielt hat, aber egal: Immerhin war der Fisch in der Mehrheit (Es waren echte Fischstäbchen und keine „Backfischstäbchen“, und bei Fischstäbchen ist der Fischgehalt geregelt, bei den Backfischteiglingen nicht.). Aber ein Käseschnitzel (also paniert und überbacken) schmeckt ja auch gut …
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Wisst ihr, was ich in letzter Zeit doch arg vermisse: ein schönes halbes Grillhähnchen. Ich weiß nicht genau, woran es liegt, aber ich bekomme keins mehr. Sicher spielt die Pandemie eine gewisse Rolle, aber meine zwei, drei Quellen, aus denen ich bisher Grillhähnchen – fertig zubereitet und heiß – bezog, sind versiegt. So überredete ich Vattern, doch für das Sonntagsessen ein Maishähnchen zu besorgen und im Ofen zuzubereiten. Um es vorweg zu nehmen: Bis auf das Mais im Hähnchen hat es ganz gut funktioniert, auch wenn es dann vielleicht doch 5 Minuten zu lange im Ofen war (oder ich kam einfach zu spät dazu).
Da ich kleinere Probleme bei der Erwerbung des Hähnchens vermutete, hatte ich am Donnerstag selbst auch eins gekauft, damit ich es hätte mitbringen können, wenn er anrief, dass er keins hatte. Der Anruf kam nicht, also bereitete ich es selber zu.
Als Grundlage für die Pfanne schnibbelte ich ein paar Kartoffeln und ein paar Möhren.
Die würzte ich mit Salz und Pfeffer und gab auch etwas Rapsöl dazu.
Das Maishähnchen habe ich mit einer Mischung aus Rapsöl, Salz, Paprika und Pfeffer bestrichen. Es hätte ruhig auch etwas mehr sein können. Das Huhn kam bäuchlings – also Brust nach unten – in die flache Pfanne und die dann in den Ofen. 30 min. bei 170°C. Dann drehte ich die Brust nach oben und startete die zweite Runde mit ebenfalls 30 min.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Etwas mehr Würzöl zum Bestreichen wäre wirklich gut gewesen, nun konnte ich mich beim Essen voll auf den Hähnchengeschmack konzentrieren, der durchaus auch vorhanden war.

Grillhähnchenlust habe ich immer noch, bin aber ganz optimistisch, es kommende Woche zu schaffen. Ausnahmsweise stört keine geregelte Arbeitszeit, zu für mich ungewohnten Zeiten auf Grillhuhnjagd zu gehen (*moorhuhnjagdladegeräusch*). Drückt mir den Daumen.
Aufwachen, Frühstück ist fertig
Der große Frühstücker war ich eigentlich nie. Schon in frühen Schulzeiten versuchte ich, dass elterlich zubereitete Marmeladenbrot – damals hieß das noch so – irgendwie anders zu entsorgen, als über meinen Verdauungstrakt. Das ging zumindest zu Zeiten, an die ich mich erinnere, prinzipiell problemlos, da sie vor meinem Aufstehen, aber nach meinem Wecken zur Arbeit entschwanden. Das 2. Frühstück in der Schule war dann meine erste Mahlzeit.
Mein eines Jahr Schulinternat vor dem Abitur war dann aber doch vom Frühstück geprägt, aber das gab es auch in recht intimer Runde, das Internat war nicht sehr groß. Und es gab frische Brötchen vom Bäcker gegenüber. Auch ein Argument für Frühstück. Wie ich es dann im Studium handhabte, weiß ich nicht mehr wirklich, aber danach, bei meinem ersten Job, fiel das Frühstück wieder weg. Ein frühes Mittag übernahm die Funktion des Brunches, aber der Arbeitsbeginn in aller Herrgottsfrühe (aus meiner Sicht) ließen meine Speisegelüste am frühen Morgen auf Null sinken. Selbst wenn ich es doch mal versuchte, weil der geplante Tagesablauf es als sinnvoll erschienen ließ, bekam es mir nicht wirklich. Ohne ging es mir besser.
Das hielt ich auch so bei meinem 2. Job. Der dritte (und jetzige) begann mit Schichtsystem. Bei „Frühdienst“ (Arbeitsbeginn 8:00 Uhr) blieb das Frühstück verzichtbar, da ich kurz nach 11 schon Mittag essen konnte. Bei Spätdienst (Arbeitsbeginn 13:45 Uhr) erübrigte sich das mit dem Frühstücken sowieso, nach dem Aufstehen und Wachwerden ging es an die Mittagszubereitung, beinahe gleichgültig, wie spät es war.
Irgendwann kam es dann auf Arbeit zu einigen Umstrukturierungen, in dessen Ergebnis ich in einen permanenten „Spätdienst“ wechselte. Die Anführungszeichen sind hier nicht unberechtigt, fängt der Dienst doch gg. 11 Uhr an. Aber es ist der späteste Arbeitsbeginn aller Kollegen, also Spätdienst. 😉 Nach Wecken und Wachwerden machte ich mich dann meist direkt auf den Weg zur Arbeit, brachte den Kollegen und mir dann was zum Mittag mit und begann den Arbeitstag mit der Mittagspause.
Eine Zäsur brachte dann der Zeitpunkt, als ich anfing, Tabletten für die Erhaltung meiner inneren Werte einzunehmen. Da war dann etwas mit dabei, dass u.a. morgens nach dem Essen einzunehmen war. Für mich ein Widerspruch in sich. Ich löste das Problem, indem ich morgens wenigstens eine Banane aß, anfangs unter sehr viel innerem Protest, aber man gewöhnt sich dran. Eine Ernährungsberatung und die nachfolgende Ernährungsumstellung brachte Milchprodukte (Joghurt, Quark u.ä.) mit Früchten und Haferflocken zum Frühstück. Und große Pausen zwischen den 3 Mahlzeiten des Tages.
Und dann kam mein spontaner Besuch im Krankenhaus Mitte letzten Jahres. Da wird einem ein standardisierter Tagesablauf und auch ein ebensolcher Ernährungsplan aufgedrückt. 7 Uhr Visite und danach Frühstück können einen ganz schön konditionieren. Hinzu kommt die gastronomische Qualität: Man kann sich was bestellen und bekommt es dann auch geliefert, im Rahmen der ärztlichen Vorgaben. Und Büfett-Frühstück habe ich im Internat schon gemocht und auch zwischendurch immer mal in Hotels. Auswahl, für die man selber nicht sorgen musste. Herrlich. Und so war es im Krankenhaus ja fast auch, nur, dass man am Vortag oder noch früher auswählen musste.
Und ich nutzte die Chance. Süßes Frühstück, mal eher honigbasiert, mal Konfitüre oder Fruchtaufstrich, die herzhafte Variante mit Wurst und Käse. Dazu Butter und Brötchen. Meine Ernährungsberaterin würde sich im Grabe umdrehen, wenn sie schon tot wäre. Ist sie aber erfreulicherweise nicht.
Nach dem Krankenhaus kam eine ambulante Nachsorge zu Hause. Da kann man „schlechte“ Angewohnheiten aus dem Krankenhaus wieder ablegen. Für mich gehörte vor allem das Wecken um 5:30 Uhr dazu. Einen Wecker musste ich mir zwar trotzdem stellen, früher, als wenn ich arbeiten müsste, aber nach dem Wachwerden stellte sich die Frage, was ich bis zum Erscheinen der Verbandsschwester tat. Schnell kam die Idee mit dem gemütlichen Krankenhausfrühstück, Brötchen, Butter, Fruchtaufstrich, Milchkaffee, zu denen sich nach dem Erwerb eines Ein-Ei-Eierkochers auch noch das Frühstücksei gesellte.
Verbunden werde ich jetzt schon einige Monate nicht mehr, aber die Gewohnheit mit dem Frühstück hat sich gehalten. Brötchen, Butter, Konfitüre oder Fruchtaufstrich, zur Not Honig, dazu ein Ei, Milchkaffee und Saftschorle. Was sich für manche wie ein Sonntagsfrühstück anhört, gibt es bei mir ausgerechnet am Sonntag nicht. Dafür aber an den anderen Tagen, wenn es keine Frühtermine gibt. Leider ist zusätzlich noch meine Disziplin, dass Mittag betreffend, dem kollegialen Gemeinschaftsdruck gewichen, so dass es sehr zeitnah zum üppigen Frühstück zu Hause das Mittagessen auf Arbeit gibt. Meine Ernährungsberaterin … aber den Gedanken hatten wir ja schon. 😉 Dafür vergeht dann bis zum Abendbrot wieder hinreichend Zeit, nur gibt es dann am späteren Abend noch einen Obstsnack … alte, ungünstige Angewohnheiten, die sich in ihrer Summe auch nicht nur positiv auswirken. Zumal sich mit der Zeit auch „neue Traditionen“ herausgebildet haben.
Sonntags bin ich coronabedingt zur Zeit zwar nicht mit Vattern in den Gaststätten der Region unterwegs, wir bekochen uns gegenseitig und das geht auch mal eine Weile. Langsam wäre ein Restaurantbesuch auch mal wieder schön. Der Heimweg brachte mich an einem Lädchen vorbei, dass sonntags geöffnet hat und u.a. Brötchen für’s montägliche Frühstück feilbot (meine bisherigen Erfahrungen beim selber Aufbacken lassen diese Option vernachlässigen). Nach dem Einkauf fuhr ich meist nach Hause, um in aller gemütlichen Sonntagsruhe meine abendliche Radio-Sendung vorzubereiten. Am Nachmittag bringt dabei ProsiebenMAXX ein paar Folgen Koch-Reise-Ess-Reportagen, die ich mir zwischen den einzelnen Phasen der Sendungsvorbereitung bei einer Tasse Milch(schaum)kaffee gern ansehe. Aber den Kaffee immer so trocken runterwürgen? Da fiel beim Brötcheneinkauf der Blick auch mal auf den daneben aufgebauten Kuchen und seither hat mich ein Himbeer-Buttermilchcreme-Gebäck gefangen. Aber auch die anderen Fruchtkuchen mit Streuseln sind recht angenehm zum Milchkaffee …
Immerhin komme ich so auch am Sonntag auf meine empfohlenen drei Mahlzeiten am Tag: Mittag, Kaffee/Kuchen und Abendbrot. Der zeitliche Abstand ist nicht ganz optimal, vom Inhalt mal ganz abgesehen, zumal ich nach wie vor kein Freund von Torten u.ä. bin, obwohl die vermutlich einen etwas höheren Proteingehalt (durch die Sahne) und vielleicht etwas weniger Kohlenhydrate (durch weniger Teiganteile) haben als die Blechkuchen. Aber ich vergleiche da vermutlich den Teufel mit dem Beelzebub.
Dringend erforderlich ist mal wieder ein Reset und die Rückführung auf die empfohlene Ernährung, mit der ich im ersten Halbjahr 2020 schon recht gute Ergebnisse erzielt habe. Zumal ich gerade wieder den Stand von vor dem Krankenhausaufenthalt erreicht habe. Währenddessen gab es einen größeren Sprung nach unten, eine milde Hoffnung keimte seinerzeit in mir auf, von dem Stand aus das Gewicht weiter abwärts zu treiben … Aber das leckere, angewöhnte Krankenhausfrühstück … Zumal ich zwar die Form beibehalten, aber wohl doch die Menge ein wenig erhöht hatte. 😉
Und die Form habe ich eigentlich schon immer gemocht, nur nicht den Aufwand, es herzustellen. Aber den Schritt habe ich überwunden. Jetzt mache ich es, was übrigens auch nicht so einfach ist. Durch die coronabedingten eingeschränkten Öffnungszeiten meiner Lieblingsfrühstücksbrötchenquelle (das ist nicht die Sonntagsverkaufsstelle), gehe mit meinem Wehklagen, dass ich bei nichtpünktlichem Feierabend keine Brötchen mehr für’s Frühstück bekomme, bereits einzelnen Kollegen auf den Geist. 😉 Bei dem empfohlenen Frühstück würde das nicht passieren, da es aus Sauermilchprodukten, Haferflocken und Tiefkühl-Früchten besteht; alles Produkte, die man gut beim Wochenendeinkauf gesammelt und etwas längerfristig einkaufen kann.
Von Anfang bis Ende – Das Erste und das Letzte
Bei einer Fotokochstory werden ja meist alle Schritte gezeigt und man sieht den Kochvorgang von Anfang bis Ende. In diesem Fall sind sogar die Zutaten (zumindest die beiden wichtigsten) Symbole für Anfang und Ende, wobei damit nicht die allgegenwärtige Frage beantwortet wird, was zuerst da war: die Henne oder das Ei. Und wir fangen mit dem Ende an:
Fragt nicht, warum ich diese Nuggets im Hause habe*! Es sind auch zwei Sorten, der entsprechende Boulettenbrater hat gerade die normale und eine Chiliversion im Sortiment.
Die Dinger habe ich gesechstelt. Also der Länge nach halbiert und die beiden Stücke jeweils gedrittelt. Zu klein sollten die Stücke auch nicht werden.
In einer heißen Pfanne erwärmt sich etwas Öl.
Ins heiße Öl kommen die Schnibbsel und dürfen ruhig ein wenig anbräunen.
Nebenbei habe ich 3 Eier in diese Schale gegeben. Zusammen mit Salz und Pfeffer.
Dann kam ein Schuss Milch dazu.
Alles gut verquirlt. Eigentlich ein Klassiker.
Als die Schnibbel erste Bratspuren aufwiesen, kam die Milch-Ei-Mischung darüber.
Die Hitze habe ich dann auch etwas runter gestellt. Nicht ganz runter, aber so halb.
Außerdem kam ein Deckel drauf und alles wurde in aller Ruhe stocken gelassen.
Gestockt. Wer mag, kann das Ding auch noch wenden und kurz von der Oberseite anbraten.
Na, da war wohl doch etwas viel Hitze beim Stocken unter der Pfanne. Aber es geht noch. 😉
Auf dem Teller kam dann alles gute zusammen. Vom Anfang (Ei) bis zum letzten Ende (Chicken Nuggets). Die Soßen waren natürlich auch die „originalen“ vom Boulettenbrater.
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*) irgendwas mit Streß, Frust und Hunger
Gefüllte Paprika – gesprengt
Heute Abend habe ich für die Kollegen gekocht, zumindest für diejenigen, die morgen nicht im Homeoffice sind. Den geneigten Leser dieses Blogs darf ich aber beruhigen, es ist keine vielbildrige Fotokochstory geworden, aber ein Schlussbild habe ich gemacht und weil ich es ganz lecker fand, sollt ihr auch dran beteiligt sein.
Wer genau hinsieht, erkennt einen Unterschied zwischen Hackfleisch und Naturreis. 😉
In die heiße Pfanne kam etwas Fett und dann das gemischte Hack (75% Rind, 25% Schwein), es waren wohl ca. 400 g. Hier wurde das gut angebraten. Im Vorfeld hatte ich auch schon eine große Gemüsezwiebel klein gewürfelt, die gab ich nach der Erbräunung von Teilen des Hacks dazu und schwitzte sie mit an. Pfeffer, Paprikapulver (edelsüß/rosenscharf-Mischung), Tomatenmark wurden mit angeröstet und unter die Zwiebel-Hack-Mischung gerührt. Es kann auch sein, dass noch eine zerdrückte und gehackte Knoblauchzehe mit hinein kam. 😉
Vor dem Kochen hatte ich 2 Spitz- und 3 normale Paprikaschoten nicht zu klein geschnitten, außerdem kam auch noch eine gute Handvoll der kleinen Cocktailtomaten mit in die Schüssel, um dann mit Schwung in die Pfanne zu gelangen. Etwas Salz oben drüber und ein Versuch, alles ein wenig zu verrühren, sowie eine Tasse Wasser gaben dem Pfanneninhalt den Rest. Alles wurde bedeckelt und bei schwacher Hitze eine halbe Stunde vor sich hin köcheln gelassen. Zeit, um den Naturreis zu kochen, nach der Garung erst auf dem Pfanneninhalt zu verteilen und dann unterzurühren. Das Ergebnis seht ihr oben und es ist recht anständig. Vielleicht etwas viel Paprika.
Mal sehen, was die Kolleg/inn/en morgen sagen. Und ich muss jetzt erstmal ein großes Transportgefäß suchen …
