Wochenrückblick (16.12. bis 20.12.2019)

Die Woche lief routiniert ab, was im wesentlichen bedeutet, dass ich planmäßig und mit guten Vorsätzen in den jeweiligen Tag startete, tagsüber aber auch gern mal die Grenzen der neuen Richtlinien austestete. Vorweihnachtszeit ist, wenn man Weißmehl und süße Kohlenhydrate meiden will, eine schwierige Zeit. Hinzu kommt die jahreszeitlich bedingte kleine Auswahl an kaufbaren Gemüsen, auf die man dann auch noch Lust und Appetit haben sollte. So habe ich mein Soll an Vollkorn-Kohlenhydraten und Eiweißträgern zwar mit Leichtigkeit erfüllt, beim Gemüse hänge ich weit zurück.

Aber man kommt dann doch mal dazu, neue Kombinationen auszubrobieren. Wobei auch hier – zumindest auf den ersten Blick – der Eiweißträger etwas überrepräsentiert ist. Aber eine der beiden Hähnchenbrüste wurde nach der Garung eingelagert und kam kalt als Beilage auf einen Salat.

Das Experiment: Chickenchicorée

Im Kühlschrank lagen zwei Hähnchenbrüste und drei Chicorée. Warum nicht mal zusammenführen. Der Einfachheit halber in der Pfanne. Zuerste wurden die Brüste in der heißen Pfanne schnell angebraten. Eine leichte Bestäubung mit Kartoffelstärke sicherte das Bräunungsergebnis (und vielleicht auch etwas Bindung). Von allen Seiten angebraten wurde die Hitze reduziert und der Chicorée (halbiert) mit in die Pfanne gegeben und leicht angebraten. Dann kam etwas Brühe dazu und ein Deckel drauf.

An der Stelle hätte man nach einer geeigneten Abschmeckung auch aufhören können. Mir fiel aber eine kleine Flasche mit Crema de Balsamico ins Auge und ich dachte mir, dass die Süße und die Säure zum leicht bitteren des Chicorée passen könnte.

Allerdings schmeckte die Crema irgendwie komisch … Das lag im wesentlichen daran, dass – ein genauer Blick aufs Etikett klärte da auf – es Sojasoße mit einer Spur Wasabi war. Warum wird das in den gleiche Flaschen abgefüllt wie die Balsamico-Cremé?? Da aber sowieso nur wenig Salz bisher in der Pfanne war, störte es auch nicht, und so wurde schnell von “südeuropäisch” auf “fernost” umgeschaltet.

Da das Essem auf dem Teller etwas einfarbig aussah, dachte ich mir: ‘Machste doch was frisches oben drauf.’ Es müssen ja nicht immer Kräuter sein. Das ewige Grün. Also habe ich eine rote Spitzpaprikaschote in eine grobe Käsereibe gespannt und das Ergebnis ist zu sehen. Mal was anderes. Für Leute mit Rot-Grün-Blindheit. ;-)

Käffchen

Da die kalten Milchmischgetränke auch wegen ihres hohen Zuckeranteils verpönt sind, bin ich seit einiger Zeit dazu übergegangen, sie selber herzustellen. Ich arbeite noch an der Mischung, aber die Kombination aus neuerworbener Kaffeemaschine (füllt Kaffee aus frisch gemahlenen Bohnen direkt in einen Mitnehmebecher) und ebenfalls neuem Milchschäumer schafft einige Möglichkeiten. Auch bei nicht sachgerechter Bedienung.

Die Tasse gehört nicht dazu. Eigentlich. Aber immerhin scheint man auch sowas wie einen Latte Macchiatto hinzubekommen, wenn man den Becher wegnimmt und durch eine Tasse ersetzt, in der Milch und Milchschaum ist. Leider kam nicht mehr genug Kaffee aus der Maschine (der Becher hatte vorher schon einiges aufgenommen), so dass der Schuss aus diesem ins Glas die Schichtung leider etwas zerstörte.

Aber lecker war’s trotzdem. Was mich in dem Zusammenhang wundert, ist die relativ gute Qualität der Bilder. Aber mein ebenfalls neues Handy scheint aus der Dunkelheit meiner neuen kleinen Kaffeeecke in der Küche doch noch einiges herausholen zu können.

Morgen dann zwei Highlights. Zum Mittag mit Vattern fordere ich eine weitere Gaststätte heraus. Sie ist stadtbekannt und hat einen guten Ruf. Wenn ich mich aber richtig erinnere, gibt es keine Gerichte zum selber zusammenbauen. Auf der Weihnachtskarte kommt relativ oft das Wort Gemüse vor.
Und zum Abend erwartet mich eine kleine Premiere, etwas, was ich noch nie zubereitet habe. Es wird auch wieder “nur” ein Pfannengericht. Ich bin gespannt.

Käffchen?! Gern, aber kalt und mit Milch

Zwischendurch mal was anderes: Ich mag ja diese “Milchmischgetränke mit Kaffee” in jeder Variation. Latte Macchiatto, Latte Espresso, Latte Cappuccino, Intenso, Black&White, Eiskaffee Milkshake, … die Vielfalt ist groß. Jede Supermarkt- und jede Discounterkette hat meist eine Eigenmarke davon im Angebot, aber auch bekannte Marken vertreiben entsprechende Getränke. Die Herstellervielfalt ist nicht ganz so groß wie die (Eigen-)Markenvielfalt, was aber auch nicht weiter verwundert; die bei mir gängigen Discounter- und eine der Supermarkteigenmarken kommen alle samt aus der gleichen Molkerei. Das heißt übrigens nicht, dass gleich benamste Getränke auch gleich schmecken, aber schon ähnlich.

Bei einem Discounter entdeckte ich unlängst eine für mich neue Variante, was natürlich zu einem Kauf führte. Ein Ereignis – wenn ich das mal vorweg nehmen darf -, das sich nicht wiederholen wird. Es zeigte sich mal wieder, dass es einen Zusammenhang zwischen der Länge der Zutatenliste und der Ungenießbarkeit des Trunks gibt. Ein Effekt, den ich auch schon bei den Markengetränken beobachtet hatte, vor allem, wenn die Marke für hochwertigen Kaffeegenuss stand.

12 Zutaten. Und es schmeckt überaromatisiert, fehlaromatisiert und hat ebenfalls ein komisches Mundgefühl. Ich vermute mal, dass speziell auch die zusätzliche Aromatisierung “Aroma”, die ich ebenfalls bei den “hochwertigen” Marken fand, der Quell allen Übels ist. Dass hier auch noch Süßstoffe statt Zucker verwendet wurden, macht die Sache nicht besser. Dabei geht es auch viel einfacher:

6 Zutaten. Kein Aroma, kein Kaffeeextrakt. Und dass es sechs Zutaten sind, liegt auch nur daran, dass ich als “Fotomodel” eine Cappuccino-Variante erwischt habe, die mit etwas Kakao zubereitet wird. Der Latte Espresso aus der gleichen Reihe kommt mit 5 Zutaten aus. Es geht also. Warum immer kompliziert machen, wenn es auch einfach geht?!

Könnte man noch die Frage stellen, wie die mit den wenigen Zutaten die ganze Produktvielfalt hinbekommen. Aber die Antwort ist einfach. Während beim Cappuccino fettarme Milch und Kakao verwendet werden, hat der Espresso keinen Kakao und der Latte Macchiatto Vollmilch und einen Schuss Sahne. Bei der Black&White Variante ist es noch einfacher: Milch, Kaffee, Stabilisator, sonst nix. Die anderen Varianten müsst ihr selber mal nachschauen, die habe ich gerade nicht griffbereit. Die Bissingener Molkerei, die unter anderem hinter vielen Handelsmarken steht, hat’s offensichtlich raus.

Die Milchmischgetränke aus Bissingen gibt es eigentlich auch bei dem von mir besuchten Stavenhagener Discounter und ich hoffe, dass das auch so bleibt. Das neue Produkt war mit einer früher mal ebenfalls aus Stavenhagen kommenden und mittlerweile hessischen Milchmarke gelabelt und weist nach, dass die Produkte mittlerweile nicht mehr immer gut sind.

Neues vom kleinen Hunger

Bei meinem letzten Wochenendeinkauf (traditionell am Montag – fragt nicht) standen im Kühlregal zwei Milchreisbecher so dicht beieinander, dass sie ins gleiche Blickfeld kamen, obwohl sie von unterschiedlichen Marken gelabelt waren. Da dachte ich mir, dass das doch eine prima Blog-Idee wäre: unterschiedliche Marken, unterschiedliche Preise, gleicher Inhalt. Die beigemengte Fruchtzubereitung war typgleich, der eine Milchreis hatte die Handelsmarke des Discounters oben drauf, der andere war das “Original”, stand zumindest auf dem Becher.

Seit Ewigkeiten aß ich mal wieder Milchreis. Um es vorweg zu nehmen: der angedachte Vergleich fiel aus. Die Zutatenlisten waren zu unterschiedlich. Selbst unter dem Gesichtspunkt, dass die eine nur die umformulierte Form der anderen ist, stimmten sie nicht überein, da sie sich in den Inhaltsstoffen teils grundsätzlich unterschieden. Die färbenden Lebensmittel waren andere, außerdem enthielt der eine Buttermilch, der andere nicht. Außerdem fehlte beim Markenprodukt die Veterinärnummer für den Herstellervergleich.

Was aber viel entscheidender war: die Becherinhalte entsprachen so gar nicht meinen Erwartungen. Wobei das Handelsmarkenprodukt einen my besser schien als die “Original”-Marke, dann aber durch Carrageen in der Zutatenliste wieder negativ auffiel. Ansonsten fand sich in beiden Bechern eher ein Milchpudding mit Einlage zerkochtem Reises, der bei der Handelsmarke den erwähnten my als Reis erkennbarer war. Das im anderem Becher hätten auch kleine Mehlklümpchen oder zu lange gezogene Minipasta sein können.

Wenn euch also mal der kleine Hunger quält, esst ‘nen Apfel oder ‘ne Möhre. Außer, ihr steht auf kalte, überzuckerte Reisschleimsuppe. Ein Becher enthält knapp ein Drittel des pro Tag empfohlenen Zuckers.

Milchkaffee am Morgen

Diese kalten Milchkaffeegetränke mag ich eigentlich ganz gern. Ein Becher geht pro Tag da sicher bei mir drauf und es ist kein guter Tag, der nicht mit einem solchen Getränk beginnt. Wobei ich mir des frevelnden Umweltgedankens durchaus bewusst bin, aber die ähnlich gelagerten Getränkepulver zeigen meiner Wahrnehmung nach nicht die Qualität und Vielfalt wie die Becherchen. Wobei es geschmacklichen Schrott auch dabei gibt.

Gestern entdeckte ich eine Variante, die ich noch nicht kannte, beim Wochenendeinkauf und so wanderte neben den bewährten auch der Neuling in den Einkaufswagen. Große Namen prankten auf der Vorderseite, was einiges verhieß. Wobei: Ohne es verallgemeinern zu wollen, aber wenn eine bekannte Kaffeemarke vorn mit drauf steht, spricht es meist für fehlaromatisierte Getränke, unabhängig von der Marke. Paradox.

Im aktuellen Fall teilten sich neben Angaben wie 100% Arabica, 100% Alpenmilch und 0% Alkohol eine bekannte Kaffee- und eine Sahnelikörmarke die Vorderseite des Etiketts und “Typ Latte” stand auch noch drauf.

Vom Sahnelikör war natürlich nix drin im Becher, er wurde durch Aromastoffe simuliert. Da ich ihn “in natura” noch nicht getrunken habe, fiele mir nur eine Bemerkung der Verwunderung ein, wie etwas, was so schmeckt, so erfolgreich sein kann. Natürlich ist mir bewusst, dass hier der Kaffee geschmacklich auch noch einiges beigesteuert hat, aber: trotzdem. Für den Sahnelikör ist es jedenfalls keine Werbung, vorn auf dem Becher zu stehen. Ein Fläschchen zu kaufen käme mir nicht in den Sinn, höchstens mal in einem (Bäcker-)Café zu schauen, ob die Latte Macchiatto mit Baileys anbieten und wie das im Vergleich zur Becherware schmeckt.

Apropos Kaffee. Die Fehlaromatik könnte auch von dieser Seite kommen, wird sie auch teilweise. Meine Zunge erspürte Geschmäcker, die auch schon andere Milchkaffeegetränke verschlimmbessert haben. Da fragt man sich unwillkürlich, was das soll. Zumal es genug entsprechende Beispiele gibt, die zeigen, dass es auch ohne geht.

Wobei “Beispiele” bei genauerer Betrachtung nicht ganz richtig ist. Es handelt sich um Handelsmarken bekannter Discounter und Supermärkte, die aber alle etwas gemeinsam haben: Sie kommen aus derselben Molkerei. Und haben in den wesentlichen Typ-Richtungen keine zugesetzten Aromastoffe. Und schmecken. Und vielleicht spielt auch eine Rolle, dass hier gebrühter Kaffee bei der Herstellung verwendet wird und nicht wie bei vielen “Marken” Produkten löslicher Instand-Kaffee. Da kann man mit Aromen nachhelfen müssen wollen.

Löffelgericht nach Ostern

Da habe ich doch neulich den Tipp eines Spitzenkochs (dank meines Namensgedächtnisses weiß ich leider nicht mehr, wer) aufgeschnappt, wie Stampfkartoffeln und Kartoffelpüree ganz besonders kartoffelig werden. Das Grundprinzip habe ich früher auch schon mal angewandt und es ist ganz einfach: Die Kartoffeln werden nicht in Salzwasser gekocht, dass dann weggeschüttet wird (und mit ihm viel Geschmack), stattdessen wird alles in der Flüssigkeit gekocht, die auch später fürs Püree dazu gegeben werden soll.

So gehts dann hier auch los: Kartoffeln relativ klein schneiden und dann in wenig Milch aufsetzen.

Die Milch wird gesalzen, eine Knoblauchzehe hat sich auch darin verirrt.

Die Kunst dabei, Kartoffeln in Milch zu garen, ist, dass der Kram nicht überkocht und auch nicht ansetzt. Aber beständiges Rühren soll helfen. Die Idee mit Deckel gehörte nicht zu den besten …

Sind die Kartoffeln weich, wird etwas der Kochmilch abgeschüttet, aber aufgefangen. Damit kann man die Schlotzigkeit später noch verändern.

Wie man aus Kartoffeln Stampfkartoffeln – oder feiner: Kartoffelpüree – macht, ist jedem selber überlassen. Nur der Pürierstab verbietet sich wohl. Da der Topf relativ klein war, habe ich es einfach mal mit dem Schneebesen probiert. Geht auch, wenn’s nicht zu fein werden soll …

Ein paar Kräuter helfen immer, auch etwas Muskatnussabrieb. Ich habe beim Grünzeug mal zum Dill gegriffen, der passte am besten mit der letzten Zutat.

Vor einigen Tagen hatte ich ein schönes Stück geräucherten Lachses erworben. Der wurde grob gebröselt und dann mit einem Löffel untergerührt. Dabei erwärmte er sich, aber löste sich nicht völlig auf. So soll es sein.

Und so wurde dann aus Kartoffeln mit ein paar Beigaben ein leckeres Löffelgericht. Sicher passt auch noch die eine oder andere gemüsige Beilage dazu. Aber da fiel mir zum einen nix ein, hatte aber auch nichts in Haus, was gut dazu passte. Aber so reduziert aufs wesentliche waren die Kartoffeln mit dem Lachs auch sehr lecker. Mit Stremellachs könnte ich mir das Gericht übrigens auch vorstellen, nur beim Salzen sollte man insgesamt doch etwas vorsichtig sein. Merke: Nachsalzen geht immer, wegsalzen nicht …

Achja, ein P.S.: Irgendwo in der Zubereitung habe ich auch noch etwas Butter mit dazu gegeben. Das war relativ früh, da ich hoffte, mit dem zusätzlichen Fett die Schaumbildung im Topf beim Kochen der Milch einzudämmen. Das brachte nix, aber die Butter sollte ja sowieso dran.