Kram, Reste, Hack, Enttäuschung, Glück und andere Fragmente

Manchmal sollte man doch bei den Prinzipien bleiben, wenn man schon mal welche hat. Durchbricht man sie, kann es zwar positive  Überraschungen geben, aber eben auch Pleiten, die mit ursprünglichen Prinzip-Schaffung nix zu tun haben, sie dann aber künftig verstärkt. So kaufe ich aus Gründen keine Produkte der Marke m*****, aber unlängst winkte dann doch mal ein Becher Grießpudding mit Kirschsoße. Ja, ich weiß, das sind wieder Aromastoffe und Bindemittel pur, aber irgendwie lockte es mehr als die Marke Ablehnung hervorrief. Dass das Produkt auch noch ungekühlt im Discounter rumstand, hätte Warnung genug sein können, aber manchmal ist man aller Warnungen taub.

Was in dem Produkt alles drin ist, kann ich nicht sagen. Die Zutatenliste war bzgl. ihrer Unleserlichkeit eine pure Frechheit. Magermilch und Sahne waren wegen ihres allergiebedingtem Fettdruck lesbar, der Rest der 2-mm-Schrift auf strukturiertem Untergrund war selbst mit Vergrößerung nicht entzifferbar. Geschmeckt hat es nach Alkohol, dem üblichen Kirscharoma und süß. Vom Grieß war kaum etwas zu spüren. Also noch weniger als bei den anderen erhältlichen Grießpuddings der Mitbewerber, wo auch mehr Grieß verbessernd denkbar wäre.

Der Alkoholgeschmack kam übrigens eher aus dem Pudding als aus der Soße. Dafür sah der auch etwas heruntergekommen aus. Während man sonst ein hellgelbes Produkt erwarten kann, kam hier nach dem Öffnen ein beigegraues Etwas zum Vorschein, dem bis auf die Süße eigentlich alles Gute eines industriellen Grießpuddings abgingen. Nie wieder.

Handwerkersushi

Urlaubsbedingt kam ich schon wieder bei meinem Lieblingsfleischer vorbei. Eine neue Leberwurst (grob), von der ich neulich nur ein Probierstück kaufte, kam jetzt in Abendbrotmenge mit nach Hause. Nebenbei kam dann noch eine Verknüpfung unterschiedlicher Sinne zum Tragen: vom nebenstehenden Bäckerstand duftete es nach frischen Brötchen und ins Auge fiel der frische Hackepeter beim Fleischer. Wohin das führte, ist klar. So eilte ich nicht nur wegen des gekauften Tk-Produktes zügig nach Hause. Salz, Pfeffer und eine kleingehackte Schalotte eingearbeitet und lecker auf dem frischen Brötchen. Glücklich und kulinarisch besser als jedes Ersatzprodukt (inkl. „Zwiebelmett“). 

Zum Abend gab’s dann einen kleinen Auflauf. Neulich hatte ich mal eine Rezept zu Shepherd’s Pie gelesen und dachte mir noch: ‚Sowas in der Art, das wäre mal was‘. Da ich noch etwas Kartoffel-Wruken-Stampf hatte und ein paar Erbsen im Tiefkühler und vom Lieblingsfleischer eine fertige Boulette und ein Ei und ein Schuss Milch und etwas Parmesan … 

Auflauf aus Erbsen, Boulette und Kartoffel-Wruken-StampfNur jetzt im Herbst sollte ich nichts mehr am Abend essen, was ich fotografieren möchte. Da ich doch bei den Bildern sehr viel mit Tageslicht arbeite, wird das schwierig. Und eine separate Fotobeleuchtung besitze ich nicht. Naja, und Blitzlicht geht ja gar nicht. Deswegen sieht das Bild so ein bisschen anders aus … Aber irgendwie auch lecker. 

Auflauf aus Erbsen, Boulette und Kartoffel-Wruken-StampfDie Boulette hatte ich groß zerbröselt und mit den angetauten Erbsen vermischt. Das bildete den Boden des Auflaufs. Darüber schüttete ich eine Mischung aus einem Ei und einem Schuss Milch, was auch noch mit ein wenig Salz und Pfeffer gewürzt und ordentlich verkleppert war. Dann kam der kalte Stampf oben als Aufstrich drauf und wurde mit Parmesan gekrönt. Alles kam in den Heißluftofen und mit dem Bilden der Kruste war es dann auch fertig (1/2 h +x).

Auflauf aus Erbsen, Boulette und Kartoffel-Wruken-StampfVielleicht war der Schuss Milch doch ein zu großer Schuss … Das hinderte mich aber nicht daran, alles recht lecker zu finden und den Plan zu fassen, dass man das auch mal öfters machen könnte. 

Übrigens: Eine gute Boulette war schon ein wenig essentiell für dieses Gericht. Beim zerbröseln brach sie an ihren innen Strukturen, was bei den fertigen Industriebouletten nicht zu erwarten ist, da sie kaum noch Struktur haben. Sicher, man könnte es auch mit dem Messer würfeln, aber als „Resteverwertung“ kann man auch eine selbst gemachte Boulette vom Vortag verwenden. 

Sonntagmittag

Nachdem ich neulich mal etwas ähnliches gemacht habe, jetzt das gleiche in pur und wenig verfälscht. Denn wie bei jedem guten Pastagericht braucht es eigentlich nicht viel, um es wirklich gut zu machen. Eine gute Nudel, ein paar Tomaten, ein paar Gewürze und dann stören selbst die Shrimps nicht mehr. 

Spaghetti mit Tomaten und Knoblauch-ShrimpsLetztere waren in Knoblauch und Kräutern mariniert und brachten dadurch eine gewisse Würze mit. Als die Spaghetti vor sich hin köchelten, kam Olivenöl und eine Handvoll klein geschnittener Cocktailtomaten in die Pfanne, Salz, Pfeffer und Knoblauch begleiteten den Vorgang. Dann folgten die rohen, marinierten Shrimps und als die gar waren (was ja nicht so lange dauert), wechselten die Spaghetti vom Topf in die Pfanne. Alles einmal gut durchschwenken und dann servieren. 

Spaghetti mit Tomaten und Knoblauch-ShrimpsWie immer bei Meeresfrüchten gibt es keinen Parmesan dazu. Durch den Knoblauch und das Salz war aber auch Würze genug drin. 

Spaghetti mit Tomaten und Knoblauch-ShrimpsOrdentliche Proteinnahrung. Immerhin sind da 200g Shrimps drin. Mhhh, lecker. Und so schnell fertig. Das Essen hat – gefühlt – länger gedauert als das Kochen. 

Feister Nachmittag

Da ich neulich mal so von „Bratstulle“ schwärmte und wir doch auch kurz vor Weihnachten sind und ich neulich so einen kleinen Vertreter seiner Art mit nach Hause genommen hatte … Kam irgendwie alles ein wenig zusammen. Inkl. etwas gute Butter in der Pfanne. 

Scheiben von Ministollen mit etwas Butter in der Pfanne gebratenVor Jahren hatte ich mal einen Beitrag über Stollen und seine Traditionen gesehen und dabei war eine kleine Passage, dass manche sich noch Butter auf den Stollen schmieren. Was bei einem sowieso schon mit viel Butter zubereiteten Gebäck etwas dekadent ist. Was hindert mich also, die Scheiben á la Bratstulle ein wenig in Butter zu braten. 

Scheiben von Ministollen mit etwas Butter in der Pfanne gebratenNungut, die Scheiben gingen ihrer Puderzuckerbelegung flöten, er könnte aber ein wenig zur Karamelisierung beigetragen haben. Man muss ein wenig aufpassen, dass nix anbrennt und die Hitze auch nicht so sehr hoch wählen. Die Scheiben wurden beim Vorgang eher weicher als knuspriger, was an der sowieso schon eingelagerten Butter (bzw. anderen Fetten) gelegen haben könnte. Naja, es war eine Idee. Muss man nicht nochmal machen. War aber kulinarisch nicht sooo schlecht. 😉 

Urlaubs-Ende-Fazit-Bemerkung-Fragmente

In der letzten Zeit habe ich mal wieder einiges über Abnehmspritzen bzw. über Diabetishelferspritzen („Antidiabetikum“) gelesen. Hier im Blog habe ich auch schon am Rande thematisiert, dass mir das auch verschrieben wurde und ich es mit einigem Erfolg anwende. Schwerpunkt ist die Funktion des Antidiabetikums, aber mittlerweile sind (unter Einfluss der Medikamente) meine Werte (v.a. der Langzeitzuckerwert) im wesentlichen im grünen bzw. grüngelben Bereich. Das ist erstmal der Schwerpunkt. Das nebenbei auch noch ein paar Kilos purzeln, wird dankend angenommen. Nun wird aber in den Artikeln, die ich las, über Nebenwirkungen der Medikamente und Klagen gegen die Hersteller geschrieben. Wobei die Sache mit den Nebenwirkungen mich ab und an mal intensiv lächeln ließ. Wer sich solche Substanzen ohne ärztliche Begleitung und mit völlig überzogenen Erwartungen reinpfeift, muss sich eigentlich auch nicht wundern. Außerdem darf man nicht Wirkungen und Nebenwirkungen verwechseln und ggf. die Begleiterscheinungen der Wirkungen als Nebenwirkung fehlinterpretieren. Und es hilft, sich auf die Wirkungen einzulassen, was im sozialen Kontext manchmal nicht so einfach ist. 

Gerade jetzt im Urlaub habe ich die Chance genutzt und mich den Wirkungen des Mittels hingegeben. Das klingt aufregender als es ist, aber immerhin. Verbunden habe ich es mit der Möglichkeit, selbst zu kochen (ein paar Ergebnisse habe ich dokumentiert), und dem Hinweis einer Ernährungsberaterin, dass vor dem Essen ein wenig Hunger haben nicht schadet. Unter der Berücksichtigung, dass sich im Urlaub meine Tagesablauf gern etwas nach hinten verschiebt, führte das zu einem auf den ersten Blick eigentümlichen Essverhalten. Genauer: Esszeitpunkt. Dazu muss man berücksichtigen, wie die Antidiabetika, um die es hier geht, wirken. Grob vereinfacht ausgedrückt verlangsamen sie die Verdauung. Man ist sehr viel länger „voll“. Zusammengefasst heißt das, dass meine erste „richtige“ Mahlzeit zu einem Zeitpunkt stattfand, bei der normalerweise ein Teewurstschnittchen zum Earl Grey oder ein Karamell-Keks zum Milchkaffee genossen wird. Oder man das leichte Abendbrot plant. Nach dem spätvormittäglichen Erwachen hatte es nur etwas Milchkaffee (ggf. gesüßt) gegeben und bis zur Mahlzeit nur was zum Trinken gegeben. Und das, ohne dass ich das Gefühl hatte, dass mir irgendwas fehlt.

Später gab es dann noch etwas Obst, Snack-Gemüse oder andere, mehr oder weniger gesunde, Kleinigkeiten, bis es dann einige Zeit nach Mitternacht wieder ins Bett ging. Bei sowas geht natürlich eine Essensplanung, die sich eher am normalen Tagesablauf orientiert, ein wenig den Bach runter. So trug ich einige Ideen mit mir für Gerichte, die ich hier auch vorstellen wollte, die aber alle dem „eigentümlichen“ Essverhalten geopfert wurden. Letztendlich gab es auch Tage, wo ich mich quasi nur durchsnackte. So erinnere ich mich mit Freuden an einen Spieß mit gefüllter Entenbrust (da war Trockenpflaume drin) oder ein Lamm-Spieß mit Pilzen, die ich beide beim Lieblingsfleischer erstand, mit Genuss verspeiste und den Tag dann nur mit weiteren Kleinigkeiten verbrachte. Nichts wirklich blogwürdiges. Dazu stehen auch noch ein oder zwei Reste von verblogtem Essen im Kühlschrank, aber teils auch schon ein paar Tage zu viel, als dass ich beim Öffnen der Aufbewahrungsdose nicht doch skeptisch wäre. Irgendwann ist’s schade um die Dose … 😉 

Zwischenmahlzeit – aus Gründen

Urlaubsbedingt bin ich aufs Selberkochen zum Mittag – egal, wie spät es gerade ist – umgestiegen. Montag gab es Fisch, in dem Fall Matjes, etwas hinter dem MHD. Aber ich habe es offensichtlich überlebt.

Matjes, Hausfrauensoße, KartoffelbreiDen Fisch gab es mit Hausfrauensoße zu kaufen. Den Kartoffelbrei habe ich natürlich selbst gemacht. Seit ich weiß, wie man das schnell und einfach aus der rohen Kartoffel mittels Mikrowelle beschleunigt, bin ich damit schneller als jedes Tütenpüree. Vom besseren Geschmack ganz zu schweigen.

Matjes, Hausfrauensoße, KartoffelbreiSo eine richtige „Hausfrauensoße“ war das in der Packung natürlich nicht. Die kenne ich anderswo anders, vor allem mit sehr viel mehr Einlage. Aber was will man von Kaufkram auch schon besseres erwarten.

„Aufgewärmt schmeckt es doch am besten.“ Wer kennt diesen Satz nicht. Viele Eintöpfe, aber auch Gulasch und andere Schmorgerichte leben vom Aufwärmen und dann besser Sein. Aber ein Pastagericht aufwärmen? Das geht auch!

Spaghetti mit Bohnen-Tomatensoße, aufgepeppt mit Garnelen und KnoblauchZumal, wenn man nur die Soße (ja, es ist die vom letzten Sonntag) aufwärmt und dann noch etwas verbessert. Als die Spaghettis dezent vor sich hin köchelten, kam etwas kleingeschnittener Knoblauch in eine dezent beölte Pfanne und röstete ein wenig an. Dann kamen ein paar „Partygarnelen“ dazu. Die waren schon gar und sollten nur dezent angewärmt werden. Wenn sich Knoblauch und Garnelen ein wenig verbunden haben, kommen der Soßenrest vom Sonntag dazu und – sobald der leicht blubbert – die Spaghetti.

Spaghetti mit Bohnen-Tomatensoße, aufgepeppt mit Garnelen und KnoblauchSchön durchschwenken und servieren. Durch die Meeresfrüchteeinlage kam natürlich kein Parmesan oben drauf. Oder auch, weil ich den im Verlaufe des Sonntags sowieso weggesnackt hatte … So ein bisschen ist das Mittag auch eine Surf’n’Turf-Variante. Immerhin ist ja auch noch Speck in der Soße.

Um mal ein wenig Öl ins Feuer der Diskussion über Vollkornpasta zu schütten: Das auf dem Bild sind Vollkornspaghetti. Seit ein paar Jahren habe ich mich komplett auf Vollkornpasta umgestellt und finde, sie schmeckt besser als die weißmehlhaltige und damit charakterlose „normale“ Pasta. Die Vollkornvariante hat Geschmack und Konsistenz, mit der offenbar eine Reihe von Leuten, die eher 08/15 vorziehen als die wirklich guten Sachen, nichts anfangen können. 😉 Man muss natürlich die richtigen nehmen.

Am Mittwoch wurde es klassisch. Reich an Proteinen und Gemüse. Und ich war endlich mal wieder beim Lieblingsfleischer und habe eingekauft. Und dort darf man eine bekannte Warnung gern in den Wind schießen. Ich meine die vor fertig eingelegtem Grillfleisch. Was sogar manchmal an Baumarktkassen mit verhökert wird, ist natürlich unterirdisch. Aber bei einem Fleischer, wo auch die Tieraufzucht und die Futtermittelerzeugung zur Firma gehören, kommt eben am Ende auch was qualitativ gutes heraus. Da kann man auch mariniertes Fleisch kaufen. Wobei, manchmal sind die Würzungen schon individuell … 😉 Aber so sind die Menschen eben: Jeder hat einen eigenen Geschmack.

Nackensteak mit SalatGanz reduziert aufs wesentliche. Das Nackensteak war in einer roten, leicht scharfen Paprika-Marinade. Es gab auch auch eine mit Kräutern, die auch recht lecker ist (undokumentiert). Das Salatdressing hatte sich nach unten in die Schüssel verzogen, deswegen sieht der ein wenig trocken aus. War aber was dran!

Nackensteak mit SalatZart, saftig, würzig und in der Pfanne kaum geschrumpft. Man muss es natürlich trotzdem richtig zubereiten. Ich habe erstmal die Pfanne eine ganze Weile leer und trocken aufgeheizt. Die ist aus Aluguss und braucht da schon ein wenig. Als sie schön heiß war, kam ich mit der Flasche Öl in der einen und dem Steak in der anderen Hand dazu. Erst das Öl in die Pfanne – man sah ihm sofort an, dass es blitzschnell heiß wurde – und dann gleich das Fleisch rein. Und dann die Finger davon lassen. Höchstens ein bisschen die Pfanne hin und her rütteln. Erst, wenn sich unten eine schöne Kruste gebildet hat (das ist übrigens die Seite, die ihr auf dem Bild seht), wird das Fleischstück umgedreht und dann weitergebruzelt, ggf. mit leicht zurückgenommener Temperatur. Das brät dann auch schön an und man tastet regelmäßig das Fleisch an, wie weit es ist. Das braucht ein wenig Übung/Erfahrung, aber irgendwann kommt dann das Steak mit einem gaaaaaanz zartrosa Inneren auf den Teller. Dann darf dort der Saft ein wenig rauströpfeln. Der wird dann mit ein wenig Brot aufgetunkt. Ohne Brot und ohne Gesellschaft nimmt man einfach den Teller und leckt ihn ab.

Luft, ein Name und ein Steak

Männer kennen das:
„Da kannste noch so viel schütteln und kloppen,
in die Hose geht doch der letzte Troppen.“

Bei Pfifferlingsgerichten ist es ähnlich:
„Du kannst putzend noch so viel Sauberkeit wähnen,
beim Essen knirscht Sand trotzdem zwischen den Zähnen.“

Mehr dazu weiter unten. 

Beim Discounter des Tages* lagen im „Brötchenknast“ nicht nur genannte Backwerke, sondern auch Käse-Schinken-Croissants. Nun sind diese Blätterteigskrümelteile nicht unbedingt was für mich, aber irgendwie löste ihr Anblick irgendwas in mir aus und so landete ein so’n Ding (und eine Kontrollprobe) im Einkaufskorb, sanft eingetütet. Kurz gefasstes Resümee: extrem verzichtbar. Viel Luft am Stück; wenn’s frisch gebacken und dementsprechend noch warm wäre, hätte es einiges mit Politikern gemein. Ansprechende Hülle, aber innen nur heiße Luft und Käse. Die Teighülle hatte mit einem Croissant auch wenig zu tun. Die Käse und Schinkenmenge war eher übersichtlich und von zweifelhafter Qualität. 

Dazu gab es dann einen Kakao mit Karamell-Geschmack. Eine bekannte Schokoladenmarke hat einer ebenfalls bekannten Molkerei die Verwendung ihres Namens lizensiert. Ob das immer zu schönen Produkten führt, bleibt dahingestellt, zumal die Schokoladenmarke in meinen Augen nicht unbedingt für gute Qualität steht: viel Zucker und so wenig Schokoladenanteil wie rechtlich möglich. Wie man dann also zwei Aromen (Schokolade und Karamell), die beide unter der Überschrift „süß“ stehen, auch noch miteinander vereinen kann? Zugegeben, das Milchprodukt war nicht so süß wie erwartet. Und das Aroma war sehr ausgewogen: weder Schokolade noch Karamell hatten einen hervorragenden Anteil. Läuft also auch unter verzichtbar. 

Sonntagmittag

Irgendwie wollte ich mir mal wieder ein Steak gönnen und bei einem anderen Discounter des Tages* fiel mein Blick auf ein recht ansehnliches Stück Rumpsteak, das fein marmoriert war und sehr entfernt an Waygu erinnerte. Blieb die Frage nach der Beilage. Während das Steak zu Hause schon wetagete**, kamen beim Einkaufen Pfifferlinge ins Blickfeld, ich hatte sie eingangs bereits erwähnt. Der Gedanke kam nach dem aufwendigen Putzen der wohl wirklich aus freier Natur stammenden Pilze, jedenfalls war noch sehr viel Natur an ihnen dran. Nachher beim Braten ergänzten noch Schalotte und Knoblauch den Pfanneninhalt, Salz und Pfeffer waren auch anwesend. Die Pfanne selber war bereits vorher einmal benutzt worden: In ihr krustete sich das Fleisch schön, dass zuvor nur gesalzen und leicht eingeölt war. Das Steak landete zum Nachgaren in dezenter Heißluft und die Pfanne war frei für die Pilze. Die beiliegenden Kartoffeln nahmen den üblichen Weg über die Mikrowelle.

Rumpsteak, Stampfkartoffel, Pfifferlinge und GarnierringAlter Genießertipp: „Schnecken munden knackiger, wenn man vor dem Verzehr den schleimigen Inhalt entfernt.“ Pfifferlinge sind übrigens auch bekömmlicher, wenn man vor dem Verzehr den Servierring entfernt. Das fiel mir wirklich erst nach dem Knipsen des Bildes auf. 

Rumpsteak, Stampfkartoffel, PfifferlingeAlso nochmal, aber diesmal ohne das Metall. Das Steak bekam noch etwas Bestreu durch frisch gemahlenem Pfeffer, in den Stampfkartoffeln waren neben Milch und Butter auch noch Salz, Pfeffer, Muskatnuss und Petersilie enthalten.

Rumpsteak, Stampfkartoffel, PfifferlingeSo ganz typisch Rumpsteak war das Rumpsteak irgendwie nicht. Spätestens dieses sehr kurze Stück Fettrand könnte stutzig machen. Aber die feine Marmorierung sah im rohen Zustand so gut aus … Das Fleisch war auch in Ordnung, aber ich stellte – mal wieder – fest, das Rumpsteak nicht mein Lieblingssteak vom Rind ist. 

Rumpsteak, Stampfkartoffel, PfifferlingeAnsonsten kann ich mich nicht beklagen. Vielleicht hätte ich noch etwas Soße an die Pilze machen können, so ein Klecks Sahne oder so. Dann hätte ich das Fleisch als „Jägersteak“ (West) verkaufen können; als Variante des „Jägerschnitzels“ (West), das ein paniertes Schnitzel mit einer Jägersoße (Pilzsoße) vereint. Das „Jägerschnitzel“ (Ost) ist dann ja etwas völlig anderes und zeigt sich als gebratene Jagdwurstscheibe, gern auch paniert, in Begleitung von Tomatensoße (gebunden) und Nudeln (keine Pasta!!!). 😉 

Sonntagnachmittag

Es hätte auch ein Dessert werden können, aber es wurde Bestandteil der Kaffeepause am Sonntagnachmittag: Zitroneneis. Die Orangen-Variante hatte ich euch schonmal gezeigt. Hier löse ich also das damalige Versprechen zur Präsentation der Zitronen-Variante ein:

Kaffeegedeck mit Zitroneneis in einer ZitroneEine ausgehöhlte Zitrone wurde mit einem Zitroneneis gefüllt. Das war übrigens gar nicht mal so schlecht, nicht einfach nur sauer, sondern schön zitronenaromatisch. Ein wenig Luft muss auch mit dringewesen sein: Irgendwie wirkte die Frucht leichter als eine entsprechende in frisch und unverarbeitet. 

Zitroneneis in einer ZitroneUnd alles vom Discounter aus der Tk-Abteilung. Es gibt da wirklich manchmal gute Produkte. Einzelne. Gerade auch bei Läden, die mit ihrer Qualität werben, ist es meistens nicht so weit her, wenn man mal genauer hinsieht und -schmeckt. 

Zitroneneis in einer ZitroneIm Gegensatz zur Orange brauchte die Zitrone aber eine kleine Standhilfe. Die Orange tat das von allein. Aber so hat eben jeder seins.

___
*) Der Laden, wo es mich nach Feierabend auf dem Heimweg beinahe zufällig hin verschlagen hat.
**) Wet Age ist das feuchte Gegenstück zum bekannten Dry Age, meist reift das Fleisch dabei vakuumiert in Folie.

Rot, grün, weiß, gelb, …

WARUM??? Die ersten Absätze entstanden übrigens unter Mitwirkung meines inneren Duracell-Hasen. Und, bevor jemand fragt: Ja, ich habe schon wieder einen Energy Drink getrunken. Und das schon wieder eher unter kulinarischer Sicht. Was man nicht tun soll. Aber immerhin gibt’s die Drinks in Geschmacksrichtungen, die man bei Limonaden eher nicht findet. Bei meiner Blauäugigkeit unterstelle ich eine gewisse Natürlichkeit, ohje, bin ich naiv.

Ein bekannter österreichischer Getränkedosenabfüller hat sein Ursprungsprodukt, das es bisher nur mit künstlich nachgeahmtem Gummibärchengeschmack gab, in weiteren Aromatisierungen herausgebracht. Die Formulierung war übrigens bewusst so gewählt, ich weiß, dass auch Gummibären selbst nicht aus eigener Kraft so schmecken, wie sie schmecken. Beim Einkauf vergriff ich mich aber bei den roten Dosen und so hatte ich zu Hause nicht die Variante White Peach, sondern Wassermelone im Kühlschrank. Erstere hatte ich mittels eines gespendeten halben Schlucks schon mal auf der Zunge, da wollte ich mal die volle Dosis. Aber pink ist eben nicht rot. Genauer hinschauen hätte geholfen.

Das anglophile Pink entspricht wohl dem deutschen Rosa, was voiceoverübersetzte Dokus nahelegen. Bleibt die Aufgabe, die folgenden Worte aus dem deutschen Sprachschatz differenzierend zu definieren: rosa, pink, violett, magenta, lila. Und das auf Basis der Grundfarben, wobei grün bzw. gelb (je nach Mischsystem) vermutlich keine Rolle spielen. Bei meinem Versuch werde ich mal beide Systeme wild durcheinander werfen. Violett ist rot und blau, rosa ist rot und weiß, pink ist violett und weiß, lila ist violett, im Malkastensystem. Magenta definiert die Deutsche Telekom. 😉

Aber zum Getränk. Red Bull Red Edition "Wassermelone"Es schmeckte eben wie JEDES andere Produkt, das mit Wassermelonengeschmack hergestellt wird; ein Geschmack, der mit einer echten Wassermelone genauso viel zu tun hat wie der Geschmack von grünem Wackelpudding mit Waldmeister: Absolut nichts. Zusätzlich hatte der Doseninhalt mehr Kalorien als der in der letzten Woche getestete Rockstar-Drink, und das, obwohl die Rockstar-Dose doppelt so viel Inhalt hatte. Der Grund dafür macht das Getränk aber nicht besser. Für Leute, die das Zeuch aus kulinarischen Gründen zu sich nehmen wollen: Es lohnt nicht. Und für alle anderen: Überdenkt mal Eure Einstellung zur Gesundheit eures Körpers. 

Freitagmittag

Apropos gesund: Wichtig bei der gesunden Bewältigung des Arbeitsaltags ist ein vernünftiges Mittagessen. Wenn man denn über Mittag arbeitet. Und dass man da auch in einer kleinen Teeküche einiges zaubern kann, hatte ich neulich schon mal angedeutet (siehe auch hier und hier). Selbst auf einer einzelnen, leistungsschwachen Kochplatte geht einiges. 

Nudelpfanne mit Spinat, Tomate, Zucchini, Hirtenkäse, KnoblauchVom Vortag (da gab es etwas ähnliches) waren noch eine Zucchini und ein paar kleine Tomaten übrig geblieben. Auch der Hirtenkäse war ein Rest, und die Vollkornfarfalle lagerten schon längere Zeit. Die wurden in kochendes Salzwasser geworfen, nochmal aufgekocht und bedeckelt beiseite gestellt. In der Pfanne gaben etwas Öl, Knoblauch der klein geschnittenen Zucchini etwas Anfangsaroma mit. Salz und Pfeffer waren auch anwesend. Dann kamen noch ein Rest Tk-Spinat und die klein geschnittenen Tomaten dazu. Nachdem alles gut angeschmurgelt war, kamen die abgetropften Farfalle und der gebröselte Hirtenkäse dazu. Abschmecken, fertig. 

Nudelpfanne mit Spinat, Tomate, Zucchini, Hirtenkäse, KnoblauchEin wenig Parmesan ergänzte das Ganze noch. Die Gemüse waren von einer Variante übrig geblieben, als gare Kartoffelwürfel in der Pfanne die Basis bildeten und nach dem Anbräunen mit Zucchini, Tomate und später mit Hirtenkäse ergänzt wurden. War auch lecker. Der Spinat stammte von einer klassischen Spinat-Salzkartoffel-Ei-Mahlzeit in der Vorwoche.

Sonntagmittag

Als ich mich Freitag nach Feierabend auf dem Weg zum Einkaufen machte, hatte ich noch keine Ahnung, was es am Sonntag geben sollte. Manchmal soll ja ein Plan helfen, der bildete sich dann aber im Supermarkt. Die Gurke (bloß nicht schon wieder Zucchini!!!) sah ganz gut aus, Tomaten hatte ich noch im Haus, dazu etwas durchwachsenen Speck und ein paar Kartoffeln. 

Schmorgurken mit Tomaten und einer Zwiebel-Speck-Basis, dazu KartoffelbreiIn einer Pfanne habe ich etwas durchwachsenen Speck ausgelassen und bald auch die drei kleingeschnittenen roten Zwiebeln dazu gegeben. Als diese weich waren, kamen die Gurkenscheiben und die Tomatenstücke dazu, alles wurde durch durchgerührt, noch etwas gepfeffert und wenig gesalzen (Speck!) und dann bei sanfter Hitze bedeckelt schmurgeln gelassen. Ab und zu wurde umgerührt. Nebenher habe ich den Kartoffelbrei klassisch hergestellt mit Milch und Butter und Salz und Muskat (und ein wenig Rosmarin). 

Schmorgurken mit Tomaten und einer Zwiebel-Speck-Basis, dazu KartoffelbreiDas sieht zwar alles wie das Gegenstück eines klassichen „Geschmorte Gurken“-Gerichts aus, dass eher hellgrün, fast weiß daherkommt, aber die Kombination mit Tomaten mag ich sowieso lieber. Der Rote-Zwiebel-Speck-Ansatz hätte nicht wirklich sein müssen, ist aber mal eine Idee. Vielleicht hätte ich den noch etwas paprizieren sollen, dann wäre es fast mein Gulasch-Ansatz geworden. 

Schmorgurken mit Tomaten und einer Zwiebel-Speck-Basis, dazu KartoffelbreiDie Gurke hatte ich vor dem Schneiden in Scheiben nochin Längststreifen geschält. Man kann das auch vollständig machen, oder gar nicht. Je nach gewünschtem Grünton. Es war auch keine richtige Schmorgurke, eigentlich eine Bio-Salatgurke, die aber ein wenig dezente Stachligkeit aufwies und entfernt auch in der Form an eine Schmorgurke erinnerte. Wer mag (Ich! – Ich! – Ich!) kann auch noch etwas Dill ans Gemüse machen. Mmmmhhh. 

Und weil die Gurke die Portionsgröße vorgab, blieb auch noch was für Montagmittag auf Arbeit … 

Getränkeupdate

Ein regionaler Getränkeabfüller aus Bad Doberan hat eine Limo mit „Wassermelonen Geschmack“ im Sortiment. Da sind wenigstens noch Auszüge aus Zitrusfrüchten drin, die Melone lief nur in sehr großem Abstand an vorbei. Die Farbe wirkte etwas natürlicher als bei o.g. Getränk. Nur mit Wassermelone (natur) hat das alles geschmacklich nix zu tun. 

Fastensonntag, Teile des Grundes und andere Leckereien

Das war ein Wochenende! Wenn Groß- und Kleinhirn nicht miteinander kommunizieren und letzteres die Regie übernimmt, weil ersteres sich der angenehmen Umgebung hingibt. Das führte letztendlich dazu, dass ich die Nacht von Samstag auf Sonntag sehr mies geschlafen habe und am Sonntag quasi nix aß. Musste ich auch nicht, es war vom Sonnabend noch genug im Verdauungstrakt. Sowas habe ich auch noch nie erlebt. Also in der Form. Beim Schreiben dieser Zeilen gings schon wieder besser, aber am Sonntagmorgen …

Blick über den Krüseliner SeeIn der schönen Umgebung kann man aber auch vergessen, dass maßvolles Essen immer angebracht ist. Aber fangen wir irgendwann unter der Woche an.

Mittagspause auf Arbeit

Es ist doch immer wieder erstaunlich, was man alles in so einer „Teeküche“ fabrizieren kann. Und wenn alle mit zupacken oder was mitbringen, geht’s auch recht schnell. Ausstattung vorausgesetzt. In dem Fall ein zweiflammiger Herd und eine große Pfanne. Dazu kamen noch gekochte Kartoffeln vom Vortag, eine Paprikaschote, einige Knoblauchzehen, eine Zwiebel und 4 Eier. Und zum Schluss Schnittlauch.

Frittata mit Bratkartoffeln, Zwiebeln, Paprika, Knoblauch, SchnittlauchDie Kartoffeln wurden geröstet, später kamen Paprika, Zwiebelwürfel und Knoblauch dazu. Salz und Pfeffer natürlich auch und als kleines Goodie: Thymian.

Frittata mit Bratkartoffeln, Zwiebeln, Paprika, Knoblauch, SchnittlauchFrisch zubereitet in einer kleinen Teeküche, da kommt keine Kantine (die wir nicht haben) und auch nicht das gegenüber befindliche Einkaufszentrum mit seinen Imbissmöglichkeiten hinterher. Geschmacklich und preislich.

Frittata mit Bratkartoffeln, Zwiebeln, Paprika, Knoblauch, SchnittlauchWie hieß es doch am Ende des seligen Maggi-Kochstudios immer so schön: „Das machen wir mal wieder.“

Sonntagmittag / eigentlich Samstagmittag

Ein kleiner Ausflug und eine Gaststätte mit rustikaler Karte. Was will man mehr. Außer einer Portionsbegrenzung.

Geflügelleber, Stampfkartoffeln, MöhrenraspelEs gab Geflügelleber mit Zwiebeln und Kartoffelbrei. Rustikal lecker, nur eben viel zu viel. Sonst lass ich ja gern was am Ende in die Küche zurückgehen, wenn die Portionen zu groß waren. Aus nachvollziehbarem Grund (Lecker!) habe ich es diesmal nicht gemacht.

Geflügelleber, Stampfkartoffeln, MöhrenraspelWenn ich nach dem Essen wenigstens mit der Nahrungsaufnahme aufgehört hätte … Naja, mittlerweile ist das Leben wieder frisch, und ich muss ein wenig aufpassen, dass sie das Großhirn nicht aus der Speisenaufnahme ausklingt.

Punkte fürs Essen

Manchmal, wenn man etwas schreiben will, gehen einem Worte durch den Kopf, die man nicht verwenden möchte und gibt die dann in Suchmaschinen, Übersetzer, Synomymwörterbücher oder ähnliches ein und hat dann doch – mit ein bisschen Glück – einen Aufhänger. Die „Punkte“ im Titel entstanden auf diese Art. Schauen wir mal, wo das hinführt.

Welche Relevanz hat eigentlich der Nutriscore? Ihr kennt diese farbige Markierung auf meist industriell hergestellten Nahrungsmitteln, wo die, die am besten schmecken, meist mit D oder E gekennzeichnet sind. Zum einen lernt man daraus, dass die gesündesten Lebensmittel die ohne Nutriscore sind (frisches Produkte zum Beispiel), zum anderen ist die Kennzeichnung nicht einheitlich, böse Zungen würden behaupten willkürlich. Bei Sebastian Lege habe ich mal gelernt, dass die Hersteller teilweise die Produkte auf einen besseren Nutriscore hin optimieren, ob sie sie damit verbessern, bleibt als Frage auf der Strecke. Die allgemeine Empfehlung, möglichst wenig (industriell) vorverarbeitete Speisen zu sich zu nehmen, bleibt.

Beispiel: Ihr kennt mittlerweile meine kleine, böse Vorliebe für Kaltmilchkaffeegetränke, offiziell „Milchmischgetränke“. Hier mal zwei Beispiele:

Zwei kalte MilchmischgetränkeWenn ich die Namen richtig interpretiere, ist das eine Milch mit Espresso und das andere Espresso „befleckt“, also mit Milch. Das eine gibts bei Aldi, das andere bei Lidl. Soweit die Unterschiede.

Zwei kalte Milchmischgetränke (Zutaten, Nährwerte)Studiert man die Texte (Zutatenliste und Nährwerte, Menge u.a.) ist der Inhalt identisch, was nicht wundert, ist der Abfüller beider Getränke derselbe und die Abfüllung, orientiert am MHD, 2 Tage auseinander. Okay, die Texte sind einmal zentriert geschrieben und einmal im Blocksatz, dass sollte sich aber nicht auf den Inhalt der Fläschchen auswirken.

Zwei kalte Milchmischgetränke (Nutriscore)Auch der Koffeingehalt ist bei beiden der gleiche, auch wenn er auf dem einen Etikett mit 4/4 Bohnen, auf dem anderen mit 5/5 dargestellt wird. Aber ein Unterschied im NutriScore von 2 Stufen? Kommt mir übrigens jetzt nicht mit der Info, dass der Maßstab für den Nutriscore neulich umgestellt wurde. Die beiden Flaschen sind – wie gesagt – 2 Tage von der Abfüllung auseinander UND waren vor Monaten bereits genauso gekennzeichnet.

Zwischenmahlzeit

Neulich war ich eingeladen. Es gab Fajitas mit Drumrum.

Fajitas de Carne, mit Zwiebeln, Champignons, Paprika, Tomaten, Tortillas, Salsa und SauerrahmNetter Service, teilweise zu offensichtlichen Stammgästen auch „mecklenburgisch freundlich“. Aber wenn man das nicht ist, war’s schön.

Fajitas de Carne, mit Zwiebeln, Champignons, Paprika, TomatenWie ich eben, kurz vor dem Schreiben, gelesen habe, habe ich sie wohl falsch gegessen. Oder es wurde falsch, aber mittlerweile in üblicher Form serviert. Aber egal. Und ja, es war Mais drin, was mein Körper aber zügig wieder abgestoßen hat (nicht beschleunigt!). Da ich, wie ich vor Jaaaahren schon mal bewiesen habe, von derartigem Essen nix verstehe, was auch auf die aktuelle Zusammensetzung des Pfanneninhalts zutrifft, lasse ich eine Bewertung. Wäre irgendwas von drögem Fleisch und latschigem Nachobruch geworden. Aber vielleicht muss das so.

Sonntagmittag

Manche Sachen muss man eben auf die harte Art lernen, und dabei ggf. noch das beste draus machen. So habe ich an diesem Wochenende gelernt, dass es den Grünmarkt bei uns nur alle 2 Wochen am Samstag gibt. Zum allgemeinen Nichterstaunen an diesem Samstag nicht. Dabei hatte ich mich extra früh nach kurzer Nacht aus dem Bett geschält. Allein, der Marktplatz war leer, und die Nachrecherche (das „nach“ ist zeitlich gemeint, und demzufolge nicht Bestandteil des Wortes Recherche) erbrachte den bisher mir unbekannten Rhythmus. Immerhin nutzte ich das Unterwegssein für den Besuch meines Lieblingsfleischers, und das war gut so. Das „Grüne“ wurde durch eine Tiefkühllösung ersetzt, und so kam ein Mittagessen mit Botschaft(?) zustande. Und ein Outing meiner Linksgrünversifftheit.

Stampfkartoffeln, Erbsen, KotelettDazu sollte man vielleicht wissen, dass das Kotelett durch meinen Lieblingsfleischer rötlich mariniert war, im rohen Zustand also deutlicher zu erkennen als Anspielung auf „rot“. Die Blume von Bündnis90/Die GrünenNaja, und die Erbsen mit Kartoffelbreiring? Das sieht doch aus wie die Blume von Bündnis 90/Die Grünen? Nicht ganz so künstlerisch exakt, aber so vom Prinzip. Vielleicht hätte ein wenig weniger Petersilie und dafür Kurkuma in den Kartoffeln etwas geholfen. Oder – dann als Edelgrüne – mit Safran gefärbt. Die Erbsen waren übrigens dampfgegart (dezente grundsätzliche politische Anspielung in vielerlei Richtungen), die Kartoffeln kamen aus der Mikrowelle, wurden mit Salz, Pfeffer, Muskatnuss, Butter und Milch versehen und dann gequetscht. Der Garnierring war für die Gestaltung vielleicht etwas groß, zu wenig Kartoffeln, zu viel Erbsen, aber die Botschaft war wichtig. Über die hervorragende Fleischqualität lasse ich mich diesmal nicht aus. Bei der Bezugsquelle mittlerweile selbstverständlich. Wenn man richtig mit ihr umgeht.

Stampfkartoffeln, Erbsen, Kotelett

Gleichzeitig hatte ich auch noch ein Nackensteak in einer Kräutermarinade gekauft. Das war zum früheren Zeitpunkt ebenfalls sehr lecker und kann empfohlen werden. Fleischer machen eben doch die besseren Produkte, wenn sie auch die Tiere selbst aufziehen und das Futter für diese anbauen. Oder sie können es.

Stampfkartoffeln, Erbsen, KotelettZart, mit schönem Biss, saftig, die Erbsen frisch und aromatisch (Bio, Tk), die Kartoffeln mehlig kochend, alles einfach, aber lecker. Es lebt von den Grundzutaten und die sind gut – gewesen. <rülps> Lecker.

 

 

Fragen, Abkühlung, flüssige Kartoffeln und drei Sterne

Als erstes eine Frage: Kommt nur mir das so vor oder ist mein Einkaufsradius nur so eingeschränkt: Gibt es keine klassischen Grapefruits mehr? Egal, ob als Frucht oder als Saft? Ich habe beides schon ewig nicht mehr gesehen, habe sie aber immer gern gegessen bzw. getrunken. Das einzige, was ich oft finde, sind pink Grapefruit als Frucht oder als Saft. Die sind zwar auch lecker, aber doch sehr weich gespült und auf Massengeschmack getrimmt. Ich möchte mal wieder sowas herzhaft kräftiges wie eine klassische, hellgelbe, fast weiße, Grapefruit mit ordentlich bitter. Und kommt mir jetzt nicht mit Pomelo! Die ist ja nicht nur weich gespült, sondern auch noch aufgeblasen. Wobei die Farbe schon eher in die richtige Richtung geht …

Eiskaffee

Jetzt kommt die große Botschaft: Eiskaffee (genau wie Eistee) kann man auch selber machen! Allerdings schmeckt das dann doch ganz schön anders als das, was man fertig zu kaufen bekommt. Jeder darf dann selbst entscheiden, ob doch mal experimentiert und gut gefunden wird, oder ob man im gewohnten, langweiligen Geschmacksraum bleibt. 😉 Wobei mir in dem Zusammenhang ein Witz einfällt: Der kleine Steppke ist das erste Mal im Leben einen Pfirsich und ruft verwundert aus: „Mammi, Mammi! Der Apfel schmeckt nach Eistee …!“

An dem Witz ist so viel falsch, zumal kaum ein „Pfirsich-Eistee“ wirklich nach Pfirsich schmeckt. Genauer: Ein Eistee, Typ Pfirsich, schmeckt eigentlich nicht nach Pfirsich, sondern nach dem Aroma, bei dem uns eingeredet wird, dass das Pfirsich sein soll. Aber genug davon.

Zumal es ja um Eiskaffee gehen soll. Der frische, kräftige, gern doppelte Espresso läuft entweder direkt auf ein paar Eiswürfel oder wird sofort nach dem Kochen/Zapfen auf Eis gegeben. Die Mischung wird dann mit Milch, Sahne, Mischung, Alternative nach Belieben aufgegossen, etwas durchgerührt und nach Wunsch mit einem Sirup (Karamell, Hafer, Agavendicksaft, Honig, …) in Maßen gesüßt. Kann man auch weg lassen. Lecker. Wer sowas mit etwas Plan macht, könnte sich in diesen Eiswürfelbehältern auch gleich die Milch/den Drink einfrieren. Hmmm.

Milchalternative

Wo wir gerade bei Milchalternativen sind: Es gibt da was neues. Milchersatz aus Kartoffeln (4% (in Worten: vier), vorher steht Wasser drauf, danach Rapsöl, Zucker, Erbsenprotein, Dikaliumphosphat, Calciumcarbonat, Aroma, 3 Vitamine). Was nach einer schönen, regional zu verwirklichen Idee klingt, schmeckt wie alle Pflanzendrinks nach Pflanzendrinks. Die haben einen gemeinsamen aromatischen Nenner, die sie nach wie vor als ernstzunehmende Milchalternative ausschließt. Als eigenständiges Getränk sind sie in Ordnung, und wer gern Muckefuck mit Milch mag, kann damit aus jedem Kaffee einen Muckefuck machen, aber als Milchersatz: Nein. Es fehlt die Frische, dafür ist (zumindest in der versuchten Barista-Variante) ordentlich Süße mit dabei. Und wenn der Milchkaffee bzw. Kartoffeldrinkkaffee dann nicht mehr sehr sondern nur noch lauwarm ist, ist es am schlimmsten. Ich jage noch hinter der zuckerfreien Version hinterher. Vielleicht kann man die wenigstens als Verflüssiger für Stampfkartoffeln einsetzen.

Fischbulettenbrötchen

Vor einiger Zeit habe ich mal beim Einkaufen eine Packung Fischbuletten gefunden. Sie firmierten zwar unter einer Eigenmarke, aber der Hersteller kam erfreulicherweise aus der Gegend. Genauer gesagt aus der Feldberger Seenlandschaft. Das ließ ein wenig was erwarten. Jeder kennt doch die exquisiten Fischschwärme in den Feldberger Seen, wo Lachs und Kabeljau die schöne Landschaft genießen … Ich wusste gar nicht, dass das Wasser da so salzig ist und Ozeananschluss hat. Nungut, die Firma hat das auch nicht selbst hergestellt, sondern für sich herstellen lassen. „Hergestellt für“ macht natürlich die Herkunft aus der Region nur zum Label, aber nicht zur Qualitätsmarke. Und entsprechend war auch das Produkt.

Fischbulette halbiert, ohne größere Struktur in Lachsrosa (vom Paprikaextrakt)Einen der Klobse habe ich gebrochen. Innen Sprengfisch vom feinsten, ohne jede Struktur.

Fischbulette halbiert, ohne größere Struktur in Lachsrosa (vom Paprikaextrakt)80% Kabeljau, 10% Lachs und ein Paar Hilfsmittel für Haltung und Geschmack. Inkl. Kartoffelflocken. In der Pfanne habe ich auch zwei etwas angebraten (laut Packung empfohlen, der Kaltverzehr ohne jede Hitzeeinwirkung ginge aber auch).

Fischbulettenbrötchen mit KopfsalatblattZu allgemeinem Erstaunen schmeckte die Bulette nach Fisch. Und da der Fisch i.Allg. im Wasser lebt, war die Bulette innen auch recht nass. Ehrlicherweise würde ich „saftig“ in dem Zusammenhang nicht nehmen. Wer weiß schon, wo das Wasser her kommt. Die Farbe ist übrigens made by Paprikaextrakt und hat bei 10% Lachs nichts mit dem Fisch zu tun.

Fischbulettenbrötchen mit KopfsalatblattUnter dem Salatblatt findet sich noch etwas Majonäse auf dem Brötchen. Das sei zur Geschmackshebung und Vollständigkeit erwähnt. Gehört schließlich für einen Burger so. Und eine andere entsprechende Soße hatte ich nicht zur Hand. Die Überlegung war, noch etwas Tk-Dill in die Majo zu rühren, aber andersherum: Schade um den Dill.

Sonntagmittag

Eigentlich sollte es etwas völlig anderes geben, wobei das „völlig“ völlig übertrieben ist. Nur einen Bestandteil musste ich aus Schusseligkeit austauschen. Geplant war etwas langsam gegartes, dass – nach wie vor – roh im Tiefkühler schlummert. Aber als ich nach 11 Uhr feststellte, dass ich vergessen hatte, es am Vortag vom Tiefkühler zum Auftauen in den Kühlschrank zu legen, und dass das langsame Garen auch ein paar Stündchen dauern könnte und ich so ein üppiges Nachtmahl eigentlich nicht bevorzuge, ruht der fleischliche Planungsstand nach wie vor im Tiefkühler und ich grub nach einer Alternative. Im Dosenlager wurde ich fündig. Letztendlich führte alles dazu, ohne jeden Topf oder jede Pfanne zu kochen, es gab Mikrowellenessen:

Möhrengemüse, Kartoffelbrei, *** Pulled Pork (entdost)Kartoffel schälen und klein würfeln, Möhren schälen und in Scheiben schneiden. Beides (getrennt) in mikrowellengeeignete Behältnisse mit Deckel und Dampföffnung, mit Wasser spülen und tropfnass für 10 Minuten in die Mikrowelle. Zu den Kartoffeln kamen hinterher etwas Milch und Butter, Salz, Pfeffer und Muskatnuss und eine kräftige Rührung mit der Gabel. Die Möhren wurden mit Salz und Pfeffer, etwas Rosmarinpulver und einem kleinen Stich Butter gewürzt und vorsichtig vermischt.

Möhrengemüse, Kartoffelbrei, *** Pulled Pork (entdost)Das ***Pulled Pork war ein typisches Dosengericht. Kalt roch es wie 3259 andere Dosenschmorfleischgerichte. Erwärmt wurde es nicht besser, sondern entlockte noch ein paar andere Fehlaromen (würde ich sagen, der echtes Pulled Pork noch nie gegessen hat). Ich hatte erst eine Pökelung im Verdacht, aber das scheint es nicht gewesen zu sein (lt. Packungsaufdruck). Was mich nur etwas irritiert, ist die Produktbeschreibung: „… aus Fleischstücken zusammengefügt, mariniert und gegart“. Vielleicht liegt hier das Problem. Wenn ich richtig informiert bin, wird Pulled Pork aus einem großen Fleischstück hergestellt, dass nach der Garung zerteilt und nicht vor der Garung zusammengesetzt wird. 😉

Möhrengemüse, Kartoffelbrei, *** Pulled Pork (entdost)Kartoffeln und Möhren waren aber super. Und wenn man das „Fleisch“ mit den beiden mischte, schmeckte das auch recht gut.

Fertiggerichtetest, Tuben, Schwein und Kräuter/seitlings/kartoffeln

Mikrowellenessen hat einen großen Vorteil. Es ist schnell heiß und fertig. Damit erschließen sich meist die Vorteile. Gut ist es dann, wenn man das aufzuwärmende Mahl am Vortag oder so selbst hergestellt hat. Kommt es direkt aus einem Supermarkt oder Discounter, ist das Ergebnis mindestens zweifelhaft. Dieser Tage habe ich etwas auf den ersten Blick interessantes entdeckt und es wanderte mit zu mir nach Hause.

Foliertes Fertiggericht mit Kritharaki und GarnelenIn einer Plastikschale finden sich vorgekochte Risoni-Nudeln in einer öligen roten Soße und vier völlig übergarte (schade drum) Garnelen. Der Marke nach ein griechisches Gericht. Oder das, was sich eine Produktmanagerriege eines Discounters darunter vorstellt. Die Marke war „hauseigen“.

Auf dem Bild sehen wir übrigens die zubereitete Variante, das Ding ist warm. Die Schutzfolie ist aber noch drauf.

Entfoliertes Fertiggericht mit Kritharaki und GarnelenHier das selbe ohne Folie und …

Fertiggericht mit Kritharaki und Garnelen… ein wenig aufgelockert. Beim abziehen der Folie steigt ein fehlaromatischer, mehliger Geruch aus der Schale, der zwar schnell verfliegt, aber doch erstmal irritiert. Die Garnelen waren steinhart, es waren gefühlt auch mehr ungenießbare Schwänze – dem Genuss eigentlich nur im Weg – in der Schale als die 4 Garnelen. Das ganze schmeckte einfach nur fad. Eben reisförmige Nudeln in tomatisiertem Öl und die übergarten Meeresfrüchte. Nicht empfehlenswert, aber es gab noch eine Variante. Mehr in einem der nächsten Artikel.

Grüne Tuben

Manchmal muss man schon etwas vorsichtig sein, wenn man so rumhantiert und ein wenig durcheinander ist. Vor allem, wenn für die gelegentliche Verwendung zwei grüne Tuben in Griffweite liegen.

Zwei grüne Tuben, einmal Bio-Senf und einmal SchmerzsalbeStellt sich die Frage, ob man der eigenen Haxe eine Senfmarinade verpasst oder die Bratwurst plötzlich nach Beinwellwurzel schmeckt. Also: Vorsicht! Und immer die Augen auf halten. 😉

Warum?

Bei vielen Produkten fragte man sich doch, warum es sie gibt. Da hilft auch nicht eine regional recht naheliegende Herstellung um das Endergebnis doch sehr überflüssig zu finden. Zumal es in der systemischen Art der Zubereitung liegt, dass das Produkt so schlecht ist. Meine negative Einschätzung wird in dem Zusammenhang vielleicht ein bisschen verschärft, da ich Lachs nach einigen negativen Erlebnissen nicht mehr schätze. Aber Lachs ist eine der wesentlichen Bestandteile. Er wird in Soße serviert, davon gibt es ein paar Varianten. Im Laufe der letzten Jahre habe ich kommentarlos einige ertragen, heute bricht es aber aus mir heraus. Natürlich nur verbal.

Etikett Lachsfilet in Honig-Senf-Dill-Sauce in DoseEs ist eine Dose, in der sich der Lachs befindet. Und hier liegt ein Vorteil und auch das Problem. Der Vorteil: Man hat Vorrat, und Lachs zählt grundsätzlich zu den physiologisch wertvollen Lebensmitteln.

Lachsfilet in Honig-Senf-Dill-Sauce in DoseDas Problem: Im Zuge der Herstellung dieser Dose wird der Lachs völlig übergart. Er ist furztrocken und vermutlich müsste man ihn in der Soße fein verteilen, um das nicht zu merken.

Lachsfilet in Honig-Senf-Dill-Sauce in DoseVielleicht sollte ich mich doch nochmal hinreißen lassen, eine Dose zu kaufen und dann vor dem Öffnen hemmungslos zu schütteln. So verteilt sich – hoffentlich – der Lachs fein geschrettert in der Soße. Der Effekt könnte ein ähnlicher werden wie beim Dosentunfisch, der ja naturell auch eher trocken wirkt, in der Vermischung mit Majonäse u.a. aber doch einen leckeren Aufstrich ergibt.

Sonntagmittag

Nach dem Wokgericht der letzten Woche wird es heute wieder klassisch. Beim Einkaufen lächelte mich ein schönes Stück Schweinekarree an, das simple Gemüter einfach nur als dickes Kotelett bezeichnen würden. Sie haben damit aber auch nicht unrecht. Aber es sah einfach zu gut aus, um zurückgelassen zu werden. Angeregt vom Jägerschnitzel (West) sollte es Pilze dazu geben, die sollten dann aber in die Kartoffeln rutschten. So zumindest der Plan. Den Rest erklärt das Suchbild:

Schweinekarree an Kartoffel-Zwiebel-StampfWo sind die Pilze? Wo sind sie? Zur Hilfe: Ich hatte Kräuterseitlinge gekauft. Offenbar aber zu früh. Und dann nicht optimal gelagert. Jedenfalls war, als ich die Pilze klein schnibbeln wollte, mehr in der Packung, als ich gekauft hatte. Schade. Aber ich hatte auch Zwiebeln gekauft, die offenbar sehr viel lagerfähiger sind. Ursprünglich sollten es so viele nicht werden, aber da nun die Pilze ausgefallen waren …

Schweinekarree an Kartoffel-Zwiebel-Stampf… übernahmen rote Zwiebeln nicht nur den den würzenden, sondern auch den gemüsigen Part. Letztendlich wurde es spätestens durch die Frühlingszwiebeln, die zum Schluss dazu kamen, ein Verhältnis von Kartoffel zu Zwiebel im Verhältnis 1:1, wie bei meinem guten Gulasch das Verhältnis zwischen Zwiebel und Fleisch.

Schweinekarree an Kartoffel-Zwiebel-StampfDie Portion mehligkochender Kartoffeln habe ich geschält, gewürfelt und dann in einen mikrowellengeeigneten Becher mit Deckel gegeben. Darin wurden sie abgespült und tropfnass bereitgestellt. Dann erhitzte ich eine Pfanne und als die schön heiß war, kamen Rapsöl und anschließend das Fleischstück dazu, dass ich kurz vorher nur ein wenig gesalzen hatte. Als beide Seiten (nur einmal umdrehen!) schön braun waren, wurde das Fleisch – ganz steaklike – in die Warmhaltung umgelagert, die aber entgegen dem Steak mit 140° viel wärmer war, da das Fleisch (fast) durchgaren sollte. In die Pfanne kamen dann 3 klein geschnittene rote Zwiebeln und wurden weich gedünstet, mit Salz, Pfeffer und eigentlich zu viel Butter gewürzt. Nebenher kamen die Kartoffeln für 5 Minuten in die Mikrowelle und als sie weich und gar waren, mit in die Pfanne. Dort wurde dann alles unter Zugabe von etwas Milch (Butter war ja schon dran) gestampft und mit 2 Frühlingszwiebeln (in Scheiben geschnitten, inkl. des schönen Grüns) verfeinert und abgeschmeckt. Fertig war das Sonntagsessen.

Auf den Bildern kommt es nicht so rüber, aber das Fleischstück war mindestens doppelt so dick wie ein Kotelett normalerweise ist. Deswegen die Nachgarung im Ofen. In der Pfanne hätte es mit etwas weniger Hitze sicher auch geklappt, aber die brauchte ich ja für die Zwiebeln.

Surfen und turfen und englische Marmelade

Archive sind eine schöne Sache, wenn nicht immer ausgerechnet das, was man sucht, nicht in ihnen enthalten ist (oder nicht auffindbar, was auf das gleiche hinausläuft). So erinnerte ich mich aus gleich zu erläuternden Gründen an eine englische(?) Orangenmarmelade, die ich vor vielen Jahren mal probieren konnte, und die gefühlt im wesentlichen aus Schalenzesten bestand, gerade so viel gelierte Flüssigkeit dabei, um die Masse nicht in Scheiben aufs Frühstücksbrötchen legen zu müssen. Dafür aber ein Ausbund an Aroma, sehr fruchtig, sehr orangig, ein wenig grapefruit, markante Bitterness, gerade so ein wenig süß im Zaum gehalten und abgerundet. Durchaus ein Erlebnis, gerade auch für Freunde des Bitteren.

Wobei mir da mal die Zwischenfrage einfällt, ob es überhaupt noch normale Grapefruits gibt. Überall nur die pinke Variante und selbst, wenn man mal auf ein ebenfalls seltenes Saftaufkommen trifft, immer nur „Pink Grapefruit“. Die klassische Pampelmuse ist wohl weg vom Fenster, oder?

Aber zurück zur Marmelade. Unter der Marke „Zörbiger“ gibt es eine Reihe von Fruchtaufstrichen, Konfitüren und Marmeladen, die ein wenig edler und qualitativer daherkommen und die ich gelegentlich ganz gern kaufe, wenn mich die Sorte in der richtigen Stimmung erwischt. (Ich mag auch die Gläser, in denen sie verkauft werden. Sie haben genau die richtige Größe, um sich eine Vignaigrette selbst zu erschütteln, natürlich nach der fruchtigen Entleerung und anschließender Reinigung.) Irgendwann fiel dann mal die Sorte „Bitterorange“ in meinen Einkaufswagen und dieser Tage war Glasöffnung.

Mein Eindruck ist recht ambivalent. Mit der Erinnerung an die englische Marmelade im Hinterkopf, die zumindest ein wenig Ideengeber zum Produkt gewesen ist, enttäuscht der Glasinhalt auf ganzer Linie. Sicher, ein Hauch von Bitter schwingt mit, ein paar Orangenzesten – mehr Alibi als wirklich Aromengeber – sind auch in der Masse, die im wesentlichen aus Pektin und Zucker zu bestehen scheint. Fruchtgehalt bei gerade 30%. Andererseits ist sie geschmacklich durchaus gefällig, ohne Ecken und Kanten, aufs Butterbrötchen schmierbar, die Zesten stören nur wenig das Mundgefühl. Vielleicht ist es hier wie bei vielen Produkten, die ein großes, markantes Vorbild haben: Für sich allein gestellt, geht’s, aber im Vergleich zum Vorbild versagt’s.

Sonntagmittag

Das ist – mal wieder – geprägt vom Widerspruch aus Plan und Wirklichkeit, und es basiert auf Vorratshaltung und der Neugier auf mal was anderes, aber ähnliches. Es gab Brathering mit Stampfkartoffeln in der Surf’n’Turf-Edition.

Brathering mit speckigem KartoffelpüreeUnd nein, ich habe die Packung mit dem (fertigen) Brathering nicht fallen lassen, so dass alles kaputt ging. Das war so. Nutze ich bisher gern ein Produkt, dass in einer länglichen flachen Schale daherkam und demzufolge das Filet in seiner ganzen Länge fasste, ist diesmal das Produkt in einem runden Becher verpackt gewesen, mit entsprechenden Folgen für die Fischstücke.

Brathering mit speckigem KartoffelpüreeEs war ein polnisches Produkt und ich werde langsam immer offener für die Zubereitungen unseres östlichen Nachbarn. Viele sind anders als das, was hierzulande oder im (west-)europäischen Ausland produziert wird, und bei weitem nicht schlechter. Das drückte sich nicht nur in der anderen Form, sondern vor allem auch im anderen Geschmack aus. Feiner, eine andere Säure, schöner Fisch (aus der Nordsee mit einem pelagischen Scherschleppnetz gefangen, was immer das auch heißt), eine schöne Abwechselung.

Und nun mag sich der geneigte Lesende die Fragen stellen: a) Was ist da neben den Kräutern noch im Kartoffelbrei und b) Was hat das alles mit Surf’n’Turf zu tun? Beides lässt sich gemeinsam beantworten. Während die geschälten Kartoffeln still vor sich hin garten, ließ ich in einer kleinen Pfanne etwas Bauchspeck aus, den ich eigenhändig in Stücke geschnitten hatte. Das braucht etwas Zeit, bis das ganze Wasser aus den aufgeblasenen Stücken folierter Massenware raus ist, aber dann sollte man dem Pfanneninhalt eine gewisse Aufmerksamkeit schenken, um die gute Bräune sicher zu erreichen, ohne es mit der Malliard-Reaktion zu übertreiben. So lecker ist dann Speckkohle auch nicht. Neben etwas Tk-Petersilie, einem kleinen Schuss Milch und diesmal relativ viel Butter kamen auch etwas Salz und frisch gemahlene Muskatnuss ins Stampf. Mmmmhhh.

Einfallslos oder Standard?

Kennt ihr Ursula? Wenn nicht, ist es nicht weiter schlimm? Ich habe sie sowieso gegessen. Also könnt ihr sie vergessen. 😉 Nein, natürlich nicht. Es gibt ja noch mehr von Ursula, in ausgewählten Supermärkten, wenngleich eher regional vertreten. Eine mecklenburgische Firma für Fisch-Feinkost zeichnet für Ursula verantwortlich und ich hatte neulich ein Schälchen erworben. Und bevor ihr grübelt, was für einem Fisch die wohl den Namen Ursula gegeben haben, möchte ich gleich vorwegnehmen: Keinem. Offenbar ist das „-“ im Namen nicht nur ein Binde- sondern auch ein Trennstrich, bauen die in der Firma nicht nur Sachen mit Fisch, sondern auch andere Feinkost zusammen. Dieses Produkt namens Ursula besteht im wesentlichen aus Rotkraut, recht fein gehobelt und dann mit allerlei Gewürzen und würzenden Flüssigkeiten versehen. Kann man wirklich gut als Rotkrautsalat essen, nur muss man natürlich vorsichtig sein: Der Salat weiß, wenn Du ein weißes Shirt oder etwas vergleichbares an hast. Und die Rotkrautfarbe geht auch nie wieder raus! Ich könnte mir vorstellen, dass man den Salat auch gut zum Ostereierfärben nutzen kann … Ist ja nicht mehr lang hin. Die kulinarische Verwertung war aber sehr viel angenehmer. Und bringt eine schöne Abwechslung ins Krautsalat-Einerlei. Wenngleich ich ihn mir etwas gröber gehobelt auch recht schön vorstellen könnte.

Beinahe wäre der Rotkrautsalat „Ursula“ zu einer Beilage am Sonntagmittag verkommen, aber im Vorratsschrank rief noch eine Tüte zubereitetes Sauerkraut nach Verwendung, sprich: Das MHD war nahe …

Sonntagmittag

Convenience pur gab es am Sonntag zur Hauptmahlzeit. Für 2 Bestandteile kam die Mikrowelle zum Einsatz, 5 weitere wurden dann doch in der Pfanne zubereitet. Na immerhin. 😉 Eingeschweißte Folienprodukte, Tiefkühlsachen und noch etwas aus einem Plastebecher. Alles mit dabei.

Nürnberger mit Sauerkraut und KartoffelstampfEtwas Kartoffelbrei, Sauerkraut mit Möhrenstreifen, ein paar Nürnberger und ein Klecks Senf. Die Kartoffeln wurden geschält, gewürfelt, gewaschen und dann tropffeucht in einem abgedeckten, aber belüfteten Becher in der Mikrowelle binnen weniger Minuten gegart. In der Zeit bruzelten die Würstchen sanft in der Pfanne. Als die Kartoffeln weich waren, kamen Butter, Milch, Salz, Pfeffer, Muskat und Tk-Kräuter dazu und alles wurde so lange gerührt, bis sich der Stampf gebildet hatte. In der Zeit erwärmte sich das an sich fertige Sauerkraut in einem zweiten Plastebecher in der Mikrowelle. Optisch ist es nicht so der Bringer, aber so sah es auch schon in der Tüte aus. Als das Sauerkraut warm, die Kartoffel gestampft und die Würstchen gebraten waren, kam alles auf dem Teller zusammen. Ein Klecks Senf (auch aus dem Becher) ergänzt das Ensemble.

Nürnberger mit Sauerkraut und KartoffelstampfEs kommt ja nicht oft vor, aber das Mittag hat mich dazu gebracht, hinterher den Mülleimer zu durchwühlen. Nicht, weil ich noch Hunger hatte, sondern, um mich über den Zuckeranteil im „Sauer“kraut zu informieren. Das Süßkraut konnte nicht nur durch die Möhrenschnitze derartig süß geworden sein, da musste noch eine andere Quelle her. Und welch erstaunen: Es gab keinen Zucker als Zutat.

Vielleicht ist es Euch ja auch schon mal aufgefallen, aber es gibt Saftmischungen, die als Direktsaft (100%) verkauft werden, bei denen der geschmacksgebende Anteil aber weit unter 100% enthalten ist. Im konventionellen Produktsortiment kennt man das eher von den „Nektaren“, also Pfirsich- oder Sauerkirsch-Nektar, wo ein Teil reiner Fruchtsaft mit Zuckerwasser gestreckt wird. Einige Säfte (bspw. Sauerkirsche) werden auf diese Weise überhaupt erst trinkbar, andere werden dabei zu einer Billigversion ihrer selbst (Orangen- oder Apfelnektar). Stellt sich die Frage, wie man Geschmacksrichtungen á la Himbeere, Maracuja, Sauerkirsche u.ä. aber trotzdem als Direktsaft verkaufen kann. Sicher, der Himbeer-, Maracuja- oder Sauerkirschsaft-Anteil muss Direktsaft sein, aber wenn man den mit Zuckerwasser trinkbar macht, wirds ein Nektar, aber kein Saft. Einfache Lösung: Man nimmt stattdessen Apfeldirektsaft als Verdünnungsmittel und alles ist gut. Wir merken uns also: Apfelsaft ist der gute Ersatz für (fruchtiges) Zuckerwassser.

Zurück zum Sauerkraut, seiner Farbe und Süße. Ihr ahnt natürlich schon, was meine Müllrecherche ergab: Sowohl Äpfel als auch Apfelsaftkonzentrat waren im Produkt enthalten und dürften hiermit die Hauptquellen für die Süße gewesen sein. Und Äpfel waren mehr drin als Karotten. Wenn auch nicht so gut sichtbar.

Nürnberger mit Sauerkraut und KartoffelstampfUnd das Äpfel auch mal braun werden, wissen wir ja. Da hilft auch die Ascorbinsäure nichts, die auch im Produkt enthalten war.

Im großen und ganzen war das Produkt ja nicht schlecht, aber ein typisches Sauerkraut war es nicht. Es schien auf große Massentauglichkeit getrimmt zu sein und das Saure wurde ihm auf diesem Weg fast völlig ausgetrieben. Wenn man da eine süße Soße drüber schüttet, taugt es vielleicht auch als Dessert.

Die Würstchen waren in Ordnung, und die Stampfkartoffeln Spitze, vielleicht auch, weil sie eine Mischung aus fest- und mehligkochenden Kartoffeln waren.