Urlaub 2026 (2/3)

Es ist sicher schön, wenn man für sein Produkt ein Signature Look gefunden hat, aber gerade bei einfachen Lösungen darf man doch dann auch mal überlegen, warum da noch kein anderer vorher drauf gekommen ist? Und wenn doch, warum sie es nicht gemacht haben. Aber solche Gedanken muss man erstmal haben. Oder Gegenargumente bewusst ignorieren. Aber Senf in viereckigen Gläsern mit obenliegender runder Öffnung? Was klingt wie die Hexaederur des Kreises, könnte man auch als Verschwendung eines Lebensmittels bezeichnen. Sind nicht nur die Ecken an sich fies, der Übergang vom Würfel zum zylindrigen Zugriff ist selbst für die abschließende Reinigung eine Herausforderung. Wobei ich beim Niederschreiben dieser Worte eine praktikable Idee habe: Vinaigrette. Mit den Senfresten im Glas einfach eine Salatsoße erschütteln, indem man die anderen Zutaten mit hineingibt.  Das löst den Senf auch aus der letzten Ecke, bleibt nur zu fragen, ob die eingetrockneten Reste noch ihrer Aufgabe als Soßenemulgator nachkommen … 😉

Die Urlaubswoche überschattete eine ausgewachsene „Männergrippe“, die mich fast vollständig ausknockte. Einiges stand auf dem Plan zur Erledigung, einiges kulinarische war auch angedacht, nix ist passiert. Prokrastinieren mit Grund vor sich selbst. Am Dienstag ging noch was, nach dem Einkaufen zum Abendbrot.

Ragout aus Hähnchenherzen und Blumenkohl mit FladenbrotHähnchenherzen wurden in einer Pfanne angebraten und später mit einen zerpflückten Blumenkohl ergänzt. Das schmurgelte dann eine Weile vor sich hin, wurde mit etwas Wasser und Gewürzen ergänzt und garte sanft. Ein wenig Vollkornmehl habe ich auch noch drübergestäubt, um Flüssigkeiten, die auftreten, zu binden.

Ragout aus Hähnchenherzen und BlumenkohlDas Schöne an den Hähnchenherzen ist, dass denen eigentlich egal ist, wie lange die garen. Eine gewisse Mindestzeit sollte man schon einhalten, aber dann …

Wie ihr sicherlich bemerkt, für einen Blumenkohl ist das auf dem Bild recht wenig. Zugegeben: Er war auch nicht sehr groß. Aber ich habe an einem der Folgetage noch ein „Hauptgericht“ draus gemacht.

Ragout aus Hähnchenherzen und Blumenkohl mit KartoffelstampfDa hatte dann aber meine Erkältung schon richtig zugeschlagen und ich stocherte nur lustlos in dem Essen. Es war durchaus lecker, aber mein Appetit war auf Nulllevel. Das zog sich über mehrere Tage, aber so eine Kombination aus Lust- und Appetitlosigkeit ist schon praktisch (wenn man es vorher wüsste). Zum

Sonntagabend

wurde der Appetit aber wiederbelebt und es gab dann Tankstellenfilet in edel.

Bockwurst, dünner, grüner Spargel, KartoffelstampfZugegeben: Die Bockwurst gab es nur dazu, weil sie unbedingt verbraucht werden musste. Ich hatte noch kurz überlegt, zumindest „Bärentatzen“ daraus zu machen. Aber, naja, das mit der Lustlosigkeit …

Bockwurst, dünner, grüner Spargel, KartoffelstampfDer Kartoffelstampf war sehr naturell. Nur Kartoffel, Butter, Milch. Die Salzfreiheit erklärt sich damit, dass ich bei der Zubereitung des Spargels mit dem Salz ein wenig übertrieben habe. Zuvor hatte ich Butter in einer Pfanne geschmolzen, mit (zu viel) Salz und etwas Zucker versehen und dann die kleinen Spargelstangen – geputzt und halbiert – noch waschnass dazugegeben habe. Unter sanfter Hitze wurden sie in der Pfanne gegart, mit der Zugabe von ein wenig Wasser darauf geachtet, dass sie nicht ganz trocken wurden und zum Ende mit etwas Mehlschwitze (diese krümelige, nach Vogelfutter aussehende Zeuch) ein wenig angebunden.

Die Kombination von Kartoffeln und Spargel war wirklich lecker, vor allem, wenn man beides gut miteinander vermischt hat.

 

Urlaub 2026 (1/3)

Aus Anlass eines Anlasses wurde mir eine Chilipflanze übereignet. Nein, das war kein Geburtstag und auch der Bloggeburtstag liegt zeitlich irgendwann anders. Aber nun hatte ich sie und mit ihr die Frage: Was nun?! Und solche Fragen setzen Gedanken in Gang, die vielleicht nicht immer die besten sind. Meiner war, sich dem klassischen Chili con carne anzunähern. Also dem ganz klassischen. Das besteht quasi aus 2 bis 3 Zutaten, je nachdem, ob man Wasser als Zutat mitzählt.

Augen auf beim Waffelriegelkauf! Ein bekannter Waffelriegelherstellender hat eine „Sommer Edition“ auf den Markt geworfen. Auf der Packung stellt übrigens „inspiriert von Vanilla Ice Cream“. Eine Geschmacksprobe ergab, dass es auch heißen könnte „inspiriert von Grünkohl mit Pinkel“ oder „inspiriert von norddeutschem Appelkorn“. Mir kommen auch beim Essen manchmal die blödestens Ideen, was ich mal zusammenrühren könnte. Das muss nix mit der gerade genossenen Speise zu tun haben. Einen derartigen Zusammenhang vermute ich beim Waffelriegel mit der „Vanilla Ice Cream“ (schön, dass sie „Vanilla“ schreiben, was den Einsatz von Vanillin in- und Vanille excludiert).

Aber zurück zu den Pfefferschoten mit Fleisch. Sehr viel mehr soll wohl nicht drin gewesen sein. Stellt sich nur die Frage, wo der hungrige Cowboy eine portionierbare Portion Fleisch her bekam, ohne sich eine Scheibe von den zu beaufsichtigen Rindern abzuschneiden. Die Lösung ist im Original wohl Dörrfleisch, dass unter dem Sattel weich geritten wurde. Nun besitze ich leider keinen Sattel, die Verfügbarkeit von Dörrfleisch (naturell) ist auch eher unzureichend. Also habe ich Rinderhack in etwas ausgelassenem Speck ordentlich angebraten und mit 4 Chilischoten (nicht vollständig von den Kernen befreit) versetzt und köcheln gelassen. Salz kam auch noch dazu. Und etwas Wasser. Das (Zwischen-)Ergebnis überzeugte nicht. Es schmeckt zwar recht gut, aber die Optik widersprach irgendwie noch dem Gefühl der Richtigkeit. Naja, wir wissen ja, was aus gefühlten Wahrheiten gern mal wird. Vielleicht muss ich doch noch etwas schummeln. Das „Halbzeug“ landete erstmal eingebechert im Kühlschrank.

„Zwei Seelen …“ hatte ich neulich mal geschwärmt. Am letzten Samstag war wieder Grünmarkt und ich habe den Bäcker nicht nur wiedergefunden. Die kümmelige Version Seele gab es zwar nicht, aber die andere. Und dazu zwei „Ciabatta“, eins mit Zwiebeln und eins mit Oliven drin. Es gab auch noch andere. Schade, dass der Bäcker nicht auch zwischendurch mal in der Stadt ist. Oder vielleicht ist es auch gut so, ich könnte mich an dem Brot überfressen, so lecker ist es. Dieses Mal habe ich auch herausbekommen, welcher Bäcker das ist. Den darf man im Auge behalten. Ein guter Grund, samstags früh aufzustehen.

Das halbfertige Chili con carne mahnte aus dem Kühlschrank heraus der Finalisierung, ich wusste aber, dass das, was da rief, bei weitem nicht das Bild bot, was mir vorschwebte. Geschmacklich war es übrigens super. Aber eben die Optik … In eine Pfanne gab ich noch etwas (Kaffeetasse?) Wasser und rieb eine mehligkochende Kartoffel hinein, wohl wissend, dass ich damit zumindest nicht den Großkontinent verlasse, allerdings von nördlicher Mitte in den südlichen Bereich komme. Als sich die Flüssigkeit leicht band, kam das halbfertige Chili con carne dazu und wurde vermischt und erwärmt. Und voilà! Dazu wärmte ich noch fix das zwiebelige Ciabatta auf, dass ich auf dem Grünmarkt gekauft hatte.

Chili con carne (rustikal), mit CiabattaIn der Schale befindet sich in etwas ausgelassenem Speck gebratenes Hackfleisch (Rind, Bio), dass nur mit Chili und Salz gewürzt war, etwas Wasser war auch drin und zur Bindung eine geriebene rohe Kartoffel (nicht so sehr groß). Mehr nicht. Und es war köstlich. Fast ursprünglich.

Chili con carne (rustikal)Wobei mir bei der Betrachtung des Bildes einfällt, dass auch noch zwei Frühlingszwiebeln dabei sind, fein gehackt; sie sollten sich auflösen und es war mein erster Versuch von Flüssigkeit und Bindung.

Chili con carne (rustikal), mit CiabattaLuftiges Ciabatta mit geschmorter Zwiebel drin. Zugegeben, das mit Oliven war besser, aber es war auch nicht schlecht. Allerdings habe ich beim Kauf nicht beachtet, möglichst helle Backwaren einzukaufen (was ich sonst immer tue), aber: Bestellen, Bäcker merken und dann auch noch darauf achten … Das sind ja gleich drei Sachen auf einmal. Das geht nun wirklich nicht … 😉

Sonntagmittag

Fiel aus. Ich hatte an den Vortagen zu viel Brot gegessen, das lag noch irgendwo im Verdauungstrakt. Aber, Urlaub sei dank, nahm ich mir vor, das eigentlich für Sonntag geplante dann am Montag zu machen.

Montagmittag

Im Kühlschrank lagerte noch eine Fischkonserve. Die wollte ich verbrauchen. Wie auch schon am letzten Sonntag wären auch hier Bratkartoffeln eine wunderbare Beilage gewesen. Ich hatte nur mehligkochende im Haus. Aber schon wieder Stampfkartoffeln? Was kann man eigentlich noch so aus dieser Art von Kartoffeln aufwandarmes machen? Genau!

Rösti mit SahneheringsröllchenRösti. Die brauchen da wenigstens nur etwas Würzung und eine Pfanne. Weitere Zutaten sind entbehrlich. So habe ich zwei Kartoffeln gerieben und in der Pfanne schön langsam, anfangs kontaktbedeckelt (also: der Deckel hatte Kontakt mit dem Rösti, heißt: Deckel kleiner als Pfanne) gebraten. Zeit gegenüber anderen Garmethoden spart man nicht, denn wenn die Kartoffeln gar werden sollen, braucht es schon seine Zeit. Deswegen auch der Deckel darüber, dass es anfangs mehr oder weniger nur gart; knusprig kommt später. Etwas Salz und Pfeffer hatte ich in die geraspelte Kartoffel noch eingebracht, Butter war in der Pfanne. Dann gilt es nur, das perfekte Ende abzuwarten und irgendwann zwischendurch einmal zu wenden. Auch hier leistet der (randlose) Deckel eine wertvolle Hilfe. Die zweite Seite wurde dann komplett ohne Deckel, aber mit der gleichen niedrigen Hitze gebraten.

Rösti mit SahneheringsröllchenMmmh. Nicht ganz so mmmmh war der Sahnehering mit den kleinen Röllchen an Fischfilets. Irgendwie ging mir beim Verzehr der Gedanke an eine Resteverwertung nicht aus dem Kopf. Die zu kleinen Fische, die für Brathering u.ä. nicht taugen, müssen ja auch verarbeitet werden. Die Filets waren nur unwesentlich größer als Sardellenfilets.

Rösti mit SahneheringsröllchenUnd für „Sahnehering“ war es recht sauer. Einen Anteil daran werden die Gewürzgurken gehabt haben, die mit verarbeitet wurden. Naja, ich hoffe, ich behalte, dass ich das Produkt nicht nochmal kaufe. Im Idealfall war es Aktionsware, die so nie wieder kommt …

Kurz, knapp und schnell

Eigentlich … 😉 Nein, ich will nicht damit anfangen, dass Planung und Wirklichkeit wieder ein wenig auseinander liefen. In dem Fall mag es an der Planung gelegen haben, die irgendwie Teile der kommenden Wirklichkeit ignorieren wollte, weil sie das gewohnte durcheinander brachte. Aber auch schön, dass man aus seinem Rhythmus mal rausgerissen wird. Und wenn dann zwei „ungeplante“/(ungewohnte) Sachen zusammenfallen … Naja. Aber beginnen wir mit der Frage, ob das Wochenende vor dem Urlaub schon zum Urlaub gehört oder nicht? Sagen wir mal so: Das nullte Wochenende direkt vor dem Urlaub verbringe ich normalerweise sehr intensiv im heimischen „Radiostudio“, um 7 Sendungen = 11 Stunden Radio zu produzieren. Da hat man ordentlich zu tun, zumal alles ja auch vor- und nachbereitet werden muss, damit es dann als „Urlaubsprogramm“ ordentlich über den Sender gehen kann. Drei Sendungen „RundumGenuss“ und drei Ausgaben „Freitag nach eins“ sowie die aktuelle „RundumGenuss“-Ausgabe vom Sonntagabend stehen auf dem Programm. Nun lud aber (schon langfristig) die Familie zu einer größeren Festivität am Samstag ein, was die Planung/Gewohnheit torpedierte. Aber es wird.

Samstagnachmittag

Zur Familienfeier gehört natürlich auch ein Kaffee- und Kuchenbüfett. Vor unsäglich langer Zeit kam in einer Korrespondenz mit einem Bloggerkollegen die These aus, dass es eine mecklenburgisch typische Regel für die Kuchenversorgung bei entsprechenden Anlässen gibt. Mit leicht ironischem Unterton war da von einem 1:1-Verhältnis die Rede: also ein Kuchen/eine Torte pro Gast.

TortenbüfettWie Blechkuchen in dem Zusammenhang zählt, weiß ich leider nicht; das Gespräch ist mehrere Jahre her. Ergänzt werden muss ein runder Kuchen, der einen besonderen Namen hatte und der rechts auf dem Büfettschrank stand. Die Frage, die im Raum steht: Wieviele Gäste hatte die Feier? 😉 12? (das Blech mal als 2 Kuchen gerechnet). Erfreulicherweise nicht. Zwar kenne ich die genaue Zahl nicht, aber irgendwo zwischen 25 und 30 waren es dann auch nur. Also (sehr salopp gerechnet): 2½ Personen pro Torte. Als sich die Feier nach der Kaffeetafel auflöste, gab es noch ein großes Festival der Vorratsdosen – zumal vom Mittagsbüfett auch noch „ein paar Kleinigkeiten“ übrig geblieben waren. 😉

Sonntagmittag

Die Urlaubsreife, die sich zum Ende der Vorwoche doch sehr deutlich ausprägte, zusammen mit einer Unlust der Essensplanung und des -einkaufens, machte das Sonntagmittag einfach, rustikal und nicht unbedingt unlecker.

Beerbster Kartoffelbrei mit SauerfleischEs ist übrigens gar nicht so einfach, ein schönes Sauerfleisch aus einem Glas zu bekommen. Vorteilhaft waren die glatten Innenseiten, die es sogar fast ermöglichten, aber dann riss das Aspik doch.

Beerbster Kartoffelbrei mit SauerfleischAls Beilage gab es ein beerbstes Kartoffelpüree, dass schön heiß war, was in dem Zusammenhang wichtig ist. Denn: Fast nichts schmeckt besser, als wenn ein schönes Aspik eines genauso schönen Sauerfleisches in den heißen Kartoffeln langsam schmilzt und seine sanft säuerliche Aromatik verbreitet. Das geht auch sehr schön mit heißen Bratkartoffeln, die man aber leider aus mehligkochenden Kartoffeln nicht wirklich gut zubereiten kann.

Beerbster Kartoffelbrei mit SauerfleischDas Sauerfleisch kam übrigens auch von einem Fleischer, der eine eigene Tierzucht hat. Und es ist nicht mein Lieblingsfleischer, kommt aber mittlerweile gleich dahinter. Vorbei man sagen muss, dass das eigentlich nicht vordergründig ein Fleischer sondern eher ein Bauernhof mit Tierzucht ist, die ihre Produkte für die Vermarktung selbst verarbeiten. Das spiegelt sich auch in der guten Qualität der Produkte wieder, ich hatte da schon einiges, diesmal war das Sauerfleisch dran.

Nacken, dicker Hals, Seele und Augen

Langsam fühle ich mich immer öfter an die DDR erinnert. Nicht nur, dass es einige Produkte, die es eigentlich immer gibt, ab und zu auch mal nicht gibt, was immer öfter vorkommt. Auch leere Regale scheinen sich weiter auszubreiten. Wobei man das seinerzeit bedeutend besser kaschierte, indem das, was da war, einfach gleichmäßiger über die freien Flächen verteilt wurde. Da können die heutigen Regal-Einräumenden noch was von lernen.

Leere Regale im LEHKein Einzelfall, aber ein sehr drastisches, dass mir dann doch mal das Handy zum Fotomachen aus der Tasche zog. Und an dem Tag war noch keine Hitzewelle.

Apropos Getränke. Als ich dem folgenden erstansichtig wurde, dachte ich noch, dass da was falsch etikettiert war, was meine Aufmerksamkeit erregte. Also guckte ich mir das mal genauer an:

Schwarze FantaCola mit einem Fanta-Etikett? Kann das stimmen? Natürlich war mein erster Eindruck falsch, und in der Flasche befand sich gar keine Cola.

Schwarze FantaWenn man genau hinguckt, ist der Inhalt auch nicht colaschwarz, sondern leicht rötlich.

Schwarze FantaWobei: Die Farbe, die hier im Glas zu sehen ist (zumindest auf dem Bild), bekomme ich auch mit Cola hin. Also, wie gesagt, es war etwas rötlich. Interessant schien es zu sein, geschmacklich gings. Es ist schon erstaunlich, was man mit Aromastoffen so alles hinbekommt mittlerweile. Von den geschmacksgebenden Früchten war nix enthalten (steht ja auch „Geschmack“ auf dem Etikett, was immer bedeutet, dass nur Aromastoffe drin sind). An Früchten waren drin (als Konzentrate) Zitronensaft, Karotte und Schwarze Johannisbeere. Letztere beide für die Farbe, ansonsten zahlenmäßig viel Kram und eine Kombination aus Zucker und Süßstoffen. Auf diese Kombination werden wir uns künftig – Zuckersteuer sei dank – einstellen müssen.

Naja, wobei mich das – bezogen auf dieses Produkt bzw. die Marke – nicht weiter anficht. Da ich seit Jahren nur schorlefizierte Limos trinke, muss ich da ein wenig auf Qualität achten. Mit den Limos der Marke funktioniert das nicht und ich habe sie deshalb sowieso nicht im Portfolio. Sollten die von mir bevorzugten Limos auch diesen Weg einschlagen, wird eben nur noch Direktsaft oder Fruchtsaft verschorlt. Mache ich jetzt der Abwechslung wegen auch schon.

Samstagfrüh

Etwas über die Hälfte eines Jahres gibt es bei uns in der Stadt alle 2 Wochen sonnabends einen „Grünmarkt“. Anbieter aus der Region mischen sich da mit den Anbietern, die auch zu den normalen Markttagen da rumstehen zu einer interessanten Mischung. Falls ich Samstag mal früh aus dem Bett falle, schaue ich gern vorbei, ein paar Händler und ihre Produkte sind durchaus interessant. Diesmal entdeckte ich einen vorher noch nicht gesehenen Bäcker, der in sehr rustikalem Ambiente seine Backwaren verkaufte. Da fand ich etwas, was ich lange nicht mehr hatte und konnte damit auch auf dem Heimweg den alten Goethe (leicht verballhornt) zitieren: „Zwei Seelen wohnen, ach! in meinem Beutel …“.

Zwei Seelen (Krümmel, Kreuzkümmel)Dieses stangenförmige Backwerk habe ich vor vielen Jahren mal in einem Berliner Restaurant kennengelernt. Der Chef im Haus kam wohl aus der Gegend, wo man sowas häufiger isst. Je eine mit Kreuzkümmel (unten) und Kümmel (oben) nahm ich mit nach Hause und habe es nicht bereut. Ein Grund mehr, samstags ab und zu mal früher aus dem Bett zu fallen. Samstagabend zitierte ich dann eher aus dem Gebiet der Filmkunst: „Dirk essen Seele auf“. Schöne Grüße an Herrn F.

Sonntagmittag

Die Zutaten für das Sonntagsessen kamen aber dann doch nicht vom Grünmarkt. Den samstagvormittäglichen Heimweg nutzte ich aber, um mal wieder bei meinem Lieblingsfleischer vorbeizuschauen. „Und ich sah, dass es gut war.“ Okayyyy, genug zitiert. 😉

Nackensteak (mariniert), Spitzkohl, KartoffelstampfDas Wetter am Sonntag legte Grillen nahe, und so gab es das marinierte Nackensteak vom Lieblingsfleischer entsprechend zubereitet. Spitzkohl wurde gehobelt und in einer Pfanne in Anwesenheit von angeschwitzten Schalotten- und Knoblauchfragmenten sowie etwas Salz, Pfeffer, Kümmel und Chili sowie einem kleinen Schuss Wasser gut bedeckelt gegart.

Nackensteak (mariniert), Spitzkohl, KartoffelstampfHatte ich das eigentlich schon mal erwähnt? Ich mag Kartoffelbrei ganz gern. 😉 Dieser kam wieder mit der Mikrowellen-Methode zustande und hat als weitere Zugaben nur Butter und Petersilie. Und nein: Ich habe nichts an Zutaten vergessen. Beim ersten Happen wunderte ich mich doch ein wenig über den Geschmack des Kartoffelbreis … Nicht schlecht, aber ungewohnt. Aber was will man schon von einem Püree „frei von“ erwarten. In dem Falle frei von Salz, Pfeffer, Muskat …

Nackensteak (mariniert), Spitzkohl, KartoffelstampfDas Nackensteak kam fertig mariniert vom Lieblingsfleischer. Mit seinen Fleischstücken kann man das machen, bei den überall einlaminiert zu kaufenden wäre ich skeptisch bei einigen Aspekten (Herkunft, Zutaten, …). Aber wer selbst das Futtermittel für die Tieraufzucht für seine Produkte herstellt, dem gehört mein Vertrauen. Das schöne Grillmuster kommt übrigens „nur“ von meiner Grillpfanne. Nicht, das seiner denkt, ich hätte wirklich gegrillt. Es gab auch kaum Bratschwund und das Stück war hinterher perfekt zubereitet, was ich nur zum Teil mir auf die Fahne schreibe. Das gute Ausgangsprodukt hat schon ordentlich geholfen.

P.S.: Montagabend

Aus den beliebten Reihen „Brot belegen kann jeder“ und „mit Käse überbacken ist’s besser“ in Verbindung mit einer Resteverwertung (es war noch einiges vom Spitzkohlgemüse vorhanden) gab es Montagabend einen „Auflauf“.

Auflauf mit Brot, Zwiebelmett, Spitzkohl, Bergkäse (v.u.n.o)In eine mit Olivenöl benetzte Auflaufform kam als Boden eine Schicht Brot, das ich am Samstag auf dem Grünmarkt erworben hatte. Darüber verteilte ich möglichst dünn und flächig etwas Zwiebelmett, dem ich dann den Spitzkohl draufhalf. Ganz oben krönte Bergkäse die Schale, die dann für eine halbe Stunde in den Umluftofen kam. Ober-/Unterhitze wäre die bessere Idee gewesen, vermutlich.

Auflauf mit Brot, Zwiebelmett, Spitzkohl, Bergkäse (v.u.n.o)Der Käse bräunte zwar schön, und innen blubberte es auch ein wenig, aber ich hatte auch ein wenig auf Brotröstung gehofft. Da wurde nix, vielleicht war das Kraut aber auch nur zu saftig. Ansonsten wurde der Auflauf richtig gut. So ganz ohne freie Flüssigkeit, aber trotzdem saftig, hatte ich sowas bisher nicht hinbekommen.

Auflauf mit Brot, Zwiebelmett, Spitzkohl, Bergkäse (v.u.n.o)Es lies sich auch gut teilen  und kam ohne größeren Widerstand aus der Form. Die Kombination der Zutaten ist  sicher überdenkenswert. Aber nach dem „Rumfort“-Prinzip war’s doch ganz gut.

Quatsch mit Soße, einiges Inneres in wandernden Kontext

Nachdem ich im letzten Beitrag die etwas plörrige Soße alla Hollandaise eines bekannten Herstellers bemerkt hatte, griff ich bei einem der dieswöchigen Einkäufe mal ins Regal, um eine „normale“ Hollandaise des gleichen Herstellers zu ergreifen. Die letztwöchige war wohl „für Gemüse“ und war nicht das „“Original““*. Zwei Bemerkungen zum Vorgang im Supermarkt: 1. Ich stellte das Paket nach der Lektüre der Zutatenliste wieder ins Regal. 2. 😡🤬👹💣💥🤢🤮☠️

Es ist doch sehr bedauerlich, dass „Sauce Hollandaise“ offenbar durch keinerlei halbwegs verbindliches Regelwerk auf irgendeine Art für die Industrie definiert ist. Das wird der Grund dafür sein, dass uns deswegen unter dem Namen jeder mögliche Scheiß verkauft wird. Entschuldigt den etwas ausfallenden Ausdruck, aber was sich manche Firmen erlauben, den Leuten anzudrehen, läuft unter Betrug. 5% Eigelb und 15% Öl (was in einer Hollandaise nix, aber auch gar nix zu tun hat) sind die Anteile der wertgebenden Zutaten. Hinter den beiden Zutaten kam noch einiger (mengenmäßiger Kleinkram). Davor, und demzufolge mit mehr als 15% Anteil (schätzungsweise mind. 70% (in Worten: Siebzig Prozent)) eine Zutat, die in einer Hollandaise ebenfalls nix zu tun hat: Dihydrogenmonoxid. Hydrogenlauge. Oxyhydrogensäure. Vulgo: Wasser. Ich nehme mir mal diese „“Hollandaise““ als Maßstab für die Qualität der anderen Produkte unter der gleichen Marke, was einer Aufnahme in meine Not-To-Buy-Liste gleichkommt. Pfui.

Sonntagmittag

Das o.g. und einige andere Aspekte brachten mich dann dazu, am Sonntag eine Art von Soße selbst zu ziehen. Es vereinfachte die Sache, dass ich mir doch mal wieder Stampfkartoffeln gönnte, eine Begleitung, die in meiner Welt Soße in größeren Mengen überflüssig macht. Ich hätte das Gemüse also auch grillen können, es hätte genauso gepasst. Aber die Protein- und Nährstoffquelle wurde schon gebraten, da durfte das gesunde Zeuch ein wenig aromatisch baden.

Stampfkartoffeln, Paprikagemüse, LeberLeber vom Schwein, Paprikagemüse und die 2432. Version von Stampfkartoffeln, diesmal auf eine Art, die ich so noch nie gemacht hatte, mit einem ganz neuen Ergebnis. Durchaus empfehlenswert. Wobei auch die Leber eine kleine Neuheit ist für mich, da ich sie sonst noch nie zubereitet hatte, wenngleich auch schon öfter mit Genuss gegessen.

Stampfkartoffeln, Paprikagemüse, LeberDie Scheibe Schweineleber wurde vor dem Braten ein wenig gesalzen, gepfeffert und bemehlt und dann sanft, aber nicht allzu sanft, in einer Pfanne mit Butter und Öl gebraten. Für’s nächste Mal werde ich sie vermutlich in Tranchen schneiden und dann als „Medaillons“ braten, dann sind sie wenigstens überall gleich dick. Wobei die unterschiedlichen Dicken auch ihren Vorteil haben. Während in den zentralen Regionen eine gute Saftigkeit vorhanden ist, wird es in den Außenbereichen etwas bissfester, was durchaus auch seinen kulinarischen Reiz hat.

Stampfkartoffeln, Paprikagemüse, LeberFür’s Paprikagemüse habe ich nur je eine rote, orange und gelbe Paprika geputzt und klein geschnitten. Im Topf kamen mit etwas Olivenöl noch zwei kleingewürftelte Schalotten zum glasig werden, dann die Paprikawürfel dazu, ein wenig Salz und Pfeffer kam auch in den Topf, alles wurde durchgerührt, gut bedeckelt und ab und zu im Topf gewendet. Ein wenig „Mehlschwitze“ kam dann auch noch dazu, um die sich bildende Flüssigkeit ein wenig zu bändigen, das Bild zeigt, dass das nicht ganz gelang. Was will man auch schon von einem Produkt, dass irgendwie nach Vogelfutter aussieht, auch schon erwarten? 😉

Bei den Stampfkartoffeln habe ich mich von einem am Vormittag gelesenen Artikel über Ofenkartoffeln inspirieren lassen. So habe ich ein paar mehligkochende Erdäpfel gut gewaschen und bei 190°C für eine dreiviertel Stunde (die Kartoffeln waren nicht so groß wie klassische Ofenkartoffeln) in den Ofen bei Umluft gelegt. So zumindest der Plan. Etwa 3 Minuten vor Ablauf der Zeit knallte es erstaunlich laut im Ofen – eine der Kartoffeln war förmlich explodiert. Die Schale lag fast völlig entleert auf dem Gitter, etwas zerzaust war ihr Inneres aber im wesentlichen zusammen geblieben. Aber nur im wesentlichen. Ein Teil hatte sich im gesamten Ofen verteilt, was eine kleine Putzorgie auslöste. Aber man soll sich eben doch daran halten, was in dem Artikel steht: „Stich rundherum ein paar Löcher in die Kartoffeln. So kann beim Backen Dampf entweichen und sie platzen nicht auf.“ Also das nächste Mal mit Löchern in der Schale.

Da die Kartoffeln aber auch gar waren, habe ich sie aus dem Ofen genommen, entpellt und dann nur mit einem Löffel mit Butter vermengt. Am Ende kam dann noch Petersilie dazu. Achja, und gesalzen habe ich sie bei der Butterzugabe auch noch. Diese doch sehr weichen und sehr trockenen Kartoffeln sogen die Butter auf wie nix und es ergab sich ein sehr, sehr feines Püree ohne Kartoffelpresse u.ä. Hilfsmittel. Allein durch das Einrühren der Butter. Milch/Sahne habe ich mal weggelassen, wären aber sich auch denkbar gewesen. Aber ich brauch ja noch Weiterentwicklungsmöglichkeiten für’s nächste Mal. Und das wirds geben!

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*) Doppelte Anführungszeichen, weil ja selbst das „Original“ nix mit dem Original zu tun hat.

Alles Mist

Man kann sich sein Mittag natürlich auch freiwillig versauen, aber bei manchem Wetter ist das wohl zwangsläufig der Fall. Euch ist der Zusammenhang zu weit hergeholt? Mir auch. Aber egal. Bei einem solchen Sonntagswetter wird man gleichgültig.

Graues Wetter überm ViertelMir würde da her „November“ zur Beschreibung einfallen. Einfach grau in grau mit grau und (nicht sichtbar) Regen. Den ganzen Tag. Leider lässt sich die Qualität des Sonntagmittags nicht nur mit dem Wetter begründen, denn: Eingekauft wurde vorher, teilweise bei schönstem Sonnenschein; wenn ich mich noch richtig an die Einkäufe erinnere. Eine Zutat liegt schon etwas länger.

Wer macht eigentlich seinen Kartoffelsalat mit warmen und dann auch noch mehligkochenden Kartoffeln? Das muss man in der Aussage auseinandernehmen, denn mit warmen Kartoffeln ist es gar nicht so ungewöhnlich, wenn man eher in die Varianten mit Brühe oder/und Vinaigrette schaut, da soll ja auch noch was in die Erdäpfel eindringen. Bei den majonäsegestützten Salaten wird doch auf das Auskühlen der Hauptzutat gesetzt. Außerdem ist der Gemüseanteil geringer. Also der weitere Gemüseanteil, wenn man die Kartoffel mit in diese Gruppe einsortiert. Aber sowas kann man auch in warm gestalten, sind doch zumindest die gekauften Majonäsen recht hitzebeständig. Und wenn man dann noch die Soßen mitzählt, die zum Erhitzen gedacht sind, aber fälschlich unter Hollandaise verkauft werden …

Nun kann man über die korrekte Zubereitung von Majonäse und Hollandaise trefflich streiten, vor allem, wen es um die Feinheiten geht. Mehr oder weniger geschmacksgebende Zutaten sollen aber bei folgender Unterscheidung beider nicht mitbewertet werden. So dürften wir uns auf die grundlegende Basis einigen können, dass beide Soßen sehr verwandt sind, aber doch einen ganz entscheidenden Unterscheid aufweisen. Eigelb ist für beide essentiell, nur wird bei der Majonäse mit Öl, bei der Hollandaise mit flüssiger Butter aufgeschlagen. Leider ist das so nicht gesetzlich oder anderweitig geschützt, auch wenn grundsätzlich weitgehend Konsens darüber besteht. Nicht aber bei den Herstellern von Mainstreamsoßen zur Arbeits- und Genussverweigerung in der Küche. Schaut man sich da nämlich die Zutatenlisten von dem an, was da in (Kühl-)Regalen der Supermärkte und Discounter so angeboten wird, kommt man eher auf die Idee, dass die Bezeichnung auf dem Etikett meist Majonäse und nicht Hollandaise sein müsste. Und vermutlich dürften wir noch froh darüber sein, dass hier wenigstens Sonnenblumenöl und nicht Palmöl zur Herstellung verwendet wird. Dann gäbe es die Hollandaise vermutlich noch in Würfeln.

Sonntagmittag

Da fällt mir übrigens noch ein, dass die Soße nicht der einzige Zutat war, über den ich mich aufregen wollte. Auch in anderen Bereichen stellt sich immer mal wieder die Frage, warum es manche Produkte überhaupt gibt. Lachs zum Beispiel, wobei ich ausnahmsweise mal nicht den Fisch damit meine, sondern Schweinelachs. Am besten noch in seiner gepökelten Abart. Warum gibt es sowas? Ich verstehe es nicht.

Kasslerlachsscheibe, Salzkartoffeln, Sprossenbroccoli, HollandaiseWobei: der erste Eindruck ist vielversprechend. Sprossenbroccoli, begleitet von Salzkartoffeln, dazu ein Löffelchen Sauce Hollandaise und ein schön gebratenes Stückchen Fleisch. Da lacht das Auge. Und der Kindermund ruft: „Das Essen schmeckt schön.“ Erziehungs- und Sprachentwicklungsberechtigte korrigieren dann gern: „Das heißt: Das Essen schmeckt gut.“, kosten dann und wenden sich ein wenig ab …

Kasslerlachsscheibe, Salzkartoffeln, Sprossenbroccoli, HollandaiseDie Kartoffeln sind diesmal gedämpft. Nach dem Schälen, Schneiden und Abspülen habe ich sie schon ein wenig gewürzt und dann zwei Fingerbreit Wasser unter dem Dämpfeinsatz in meinem Kochtopf überlassen. Nach ca. 15 Minuten habe ich dann noch den Broccoli mit dazu geben, dass er sich auch dämpfend gare. Die Hollandaise/Majonäse aus dem kleinen Tetrapak kam kurz in die Mikrowelle zum Anwärmen, mehr war sie mir nicht wert.

Kasslerlachsscheibe, Salzkartoffeln, Sprossenbroccoli, HollandaiseDas Stückchen Fleisch wurde nur ein wenig bemehlt und gepfeffert, damit es anschließend in der genauso heißen Butter wie Pfanne leicht anbräunt. Groß sollte die Hitze nicht werden, damit es nicht noch schlechter wird. Auf der Packung stand was von „Kasseler Lachsscheibe“, die ich nicht durch allzugroße Hitzeeinwirkung völlig trocken bekommen wollte. Das ging aber wahrscheinlich auch nicht, da die hygroskopische Wirkung des enthaltenen Salzes viel Feuchtigkeit gebunden hat. So ist aber mein Salz- und vermutlich auch mein Nitratbedarf für die nächsten Tage gedeckt, was voraussetzt, dass der menschliche Körper überhaupt einen nennenswerten Nitratbedarf hat.

Erstaunlich: Als ich Reste der Soße mit Resten des Fleisches aufwischte, schmeckte die Kombination noch mit am besten. Der salzige Eindruck ging ein wenig zurück, dafür bekam die Soße etwas „Geschmack“, kam sie vorher doch eher etwas plörrig daher. Das ließe sich vermutlich auch damit erklären, dass deren Hauptzutat Wasser ist, was in eine richtige Hollandaise so gar nicht hineingehört. Aber was weiß ich schon …

Insofern ist da auf dem Teller also eher ein warmer Kartoffel-Broccoli-Salat mit Salatcreme, da es selbst für eine Majonäse nicht wirklich gereicht hat. Dazu völlig verpökeltes, ansonsten geschmackfreies Fleisch, dem nur etwas Roggenvollkornmehl in der Bestäubung zu etwas Farbe in der Pfanne verholfen hat.

„Das machen wir bestimmt nicht wieder.“

Durcheinanderwochenende wegen Jubiläum

Für’s Sonntagsgericht hatte ich eine Idee, musste mich aber erstmal versichern, ob ich die Begrifflichkeit, die ich verwenden wollte, richtig in ihrer Bedeutung in Erinnerung hatte. Also gab ich die beiden Worte in die Suchmaschine (Ecosia) ein und gleich als 2. Ergebniseintrag fand ich einen Eintrag eines Kochblogs, dem ich auch so folge. Da standen die beiden Wörter im Titel, dahinter dann „Das Original-Rezept“. Also muss ich auf der richtigen Spur sein, wenn ich hier das einzig wahre und richtige Rezept gefunden habe und die Bilder dazu dem entsprachen, was ich erwartet habe. Mein Rezept ist übrigens kein Original, höchstens originell, aber ich wollte ja auch nicht das Rezept nachbauen, sondern nur die Idee.

Das Wochenende war kulinarisch etwas durcheinander, da ich Freitag eine Art Zwangsurlaub einlegte. Und das kam so: Als ich Anfang April 2001 meinen jetzigen Arbeitgeber verpflichtete, mich zu beschäftigen und dafür auch noch zu bezahlen, geschah das „nach“ bzw. „in Anlehnung an“ TV-L. Darin gibt es einen Paragrafen, der im 25. Jahr einen Tag Sonderurlaub verordnet. Den hatte ich am Freitag. Ein schöner Anlass, mein geliebtes Samstagsfrühstück auf den Freitag vorzuverlegen, was dann aber die Frage aufwarf: Was machst du (also ich) am Sonnabend? Ein Blick in die Vorräte ergab Pasta pomodoro yelli matschi. 😉

Samstagmittag

Eigentlich müsste es wohl Spaghetti pomodoro giallo e formaggio di palude heißen, wenn ich der genutzten Übersetzungsseite mein Anliegen richtig rübergebracht habe. Besitzer oder Nutzer einer italienischen Zunge mögen sich wundern, aber die Auflösung folgt sogleich.

Spaghetti, gelbe Tomatensoße, geriebener MoorkäseDie Spaghetti sind übrigens eine Mischung aus Vollkornspaghetti und so einer eher flachen Form, die vermutlich nicht Plattspaghetti heißt. Beide Sorten befinden sich in meinem Spaghettivorratsgefäß, so dass ich den Namen nicht genauer eruieren kann. Beide kamen in den Topf mit kochendem Salzwasser und wurden – nicht ganz nach Vorschrift – gekocht.

Spaghetti, gelbe Tomatensoße, geriebener Moorkäse

In einer Pfanne schmurgelte in einer Mischung aus Butter und Olivenöl (klassische Verbindung von Nord- und Süditalien) eine zerkleinerte große Schalotte mit Salz, Pfeffer und zwei ebenfalls klein geschnittenen Knoblauchzehen bei mäßiger Hitze. ‚Garen, aber nicht bräunen‘ war das Motto. Als die Zwiebel weich war, kamen eine Menge geviertelter kleiner gelber Cherrytomaten dazu, die – gut eingerührt – eine Weile auch bedeckelt vor sich hin köchelten. Zur Effektverstärkung kam dann auch noch etwas Safr… ähm … hüstel … ähm … räusper … Kurkuma dazu. Irgendwie bekam das alles auch noch eine gewisse Sämigkeit beim kurzen, unbedeckelten Einkochen. Zum Ende kam die tropfnasse Pasta dazu, wurde gut durchgeschwenkt und dann auf den Teller gebracht.

Spaghetti, gelbe Tomatensoße, geriebener Moorkäse

Der Käse ist übrigens kein Parmesan oder etwas ähnliches. Eine regionale Manufaktur bietet einen Moorkäse feil, den ich im gut gekühlten Zustand über die Parmesanreibe zog. Er erinnert ein wenig an Feta, nicht ganz so kräftig und auch nicht ganz so salzig. Dafür auch nicht so bröselig. Als er später Zimmertemperatur angenommen hatte, bemerkte man schon, dass es eigentlich ein Weichkäse ist, den man dann nicht mehr hätte reiben können. Aber er war lecker, so dass ich den Rest nach dem Essen langsam wegsnackte …

Sonntagmittag

Kommen wir also zur Neuinterpretation eines Klassikers bzw. eines Standards. Wobei es nicht mal sowas ist. Klauen wir also die Eigenart eines Gerichts und verpflanzen es auf ein anderes. Ich darf vorstellen: Hamburger Riesenfischstäbchen mit Kartoffelstampf:

Backfischfilet, Spiegelei, StampfkartoffelnDas „Hamburger Schnitzel“ ist bekannt? Einfach nur ein paniertes Schnitzel mit einem Spiegelei drüber. Das „Riesenfischstäbchen“ ist ein Ofenbackfischfilet eines bekannten Herstellers, nach Packungsaufdruck zubereitet.

Backfischfilet, Spiegelei, StampfkartoffelnDer Kartoffelstampf ist mit freundlicher Unterstützung durch meine Mikrowelle bereitet, die die Kartoffeln garte. Dann kamen Würze, Kräuter, Milch und Butter dazu.

Backfischfilet, Spiegelei, StampfkartoffelnDas Spiegelei sieht ein wenig knusprig aus, was ich so eigentlich gar nicht mag. Aber es ist nicht knusprig. Auch wenn es so aussieht. In der Pfannenvorheizphase ist mir durch eine kleine Verlängerung derselben bei sanfter Hitze die Butter ein wenig in Richtung Nussbutter entwichen, die dann den optischen Effekt des knusprigen Spiegeleis ergab. Es ist aber nur die Optik.

Samstag und Sonntag mal wieder zwei Gerichte aus der schnellen Küche. So langsam muss ich meine Phantasie mal wieder in die etwas aufwändigere Richtung lenken. Oder mal wieder Essen gehen. 😉

 

Bunter Teller an Ostern

Mache einen Plan, sei ein großes Licht.
Mache dann noch ’nen Plan, geh’n tun sie beide nicht.

Wobei ich eigentlich nur einen Plan für die Speisenfolge ab Karfreitag bis Ostermontag gemacht hatte. Aber wenn man nur sich selbst verpflichtet ist, fällt dann auch schon mal was aus, oder es wird snackifiziert, was die Attraktivität für den Blog stark schmälert. So sollte es Freitag Fisch geben, mit schönem Blumenkohl als Beilage, ein Klecks hollandaiseartiger Soße zum Gemüse und den Kartoffeln. Aber erstmal kam alles anders und zweitens als man denkt.

Sonntagmittag

Da ich am Ostersonntagabend zu einem Abendbrot eingeladen war, gab es Mittags „nur was kleines“. Ist dann wohl doch ein wenig größer geworden. Das erwies sich letztendlich aber auch als sinnvoll, fiel das Abendessen wegen akuten Erkrankungen kurzfristig aus. Es gab ein Dreipfannengericht, dass ich allerdings in 2 Pfannen zubereitete.

Rösti, Nackensteak, KräutersaitlingeEin Nackensteak in Kräutermarinade wurde begleitet von einemr Rösti und etwas gebratenem Kräuterseitling. Da alles recht einfarbig war, habe ich – Ostern ist ein buntes Fest – den bunten Teller herausgeholt. Nach der Befüllung ging zwar ein wenig von seiner Buntheit verloren … aber mittig ist er gelb.

Rösti, Nackensteak, KräutersaitlingeDie Kräuterseitlinge habe ich in Scheiben geschnitten und in Butter mit anwesendem Knoblauch und Frühlingszwiebeln sowie etwas Salz und Pfeffer gebraten. In der zweiten Pfanne lag da schon dasdie Rösti.

Rösti, Nackensteak, KräutersaitlingeDas sind zwei geraspelte, mehligkochende Kartoffeln, die mit Salz, Pfeffer und Muskat gewürzt sind, und dann in einer gebutterten mittelheißen Pfanne langsam gegart werden. Zur Hälfte der Garzeit wird alles einmal gewendet. Dabei hilft ein zur Pfanne passender Deckel mit halbwegs ebener Innenseite. Das Nackensteak wurde wie ein Nackensteak gebraten. Wer hätte das gedacht?! Aber letztendlich auch nur mit einmal Umdrehen. Dabei stellte sich heraus, dass man auch aus Biofleisch nur mittelprächtige Produkte machen kann. Aber immerhin war es noch besser als jedes andere Nackengrillfleisch, was es vormariniert und eingeschweißt irgendwo gibt. Das komische war, dass es das Fleisch trotz meines Besuchs beim Lieblingsfleischer gab, der auch wieder schöne Grillsachen hatte, aber ich hatte da das Fleisch schon erworben und unendlich lange hält es sich ja auch nicht.

Ostersonntagabend

Inhaltlich passt es eigentlich eher zum Karfreitag, wurde aber auch erst am Karsamstag erworben. Timing ist eben alles! 😉

Räucherfisch: Wels, KarpfenWir sehen zwei unterschiedliche Räucherfische. Mal nicht „Standard“ á la Forelle oder Makrele, sondern Karpfen und Wels (oben). Mal was anderes. Sonst hole ich mir ja immer gern Saitling. Der war beim Kauf zwar auch mit dabei, ich esse ihn aber ohne euch.

Räucherfisch: Wels, KarpfenDer  Kenner (und natürlich auch die Kennerin) werden am Schnitt des Karpfenstücks erkennen, dass sich der Genuss ein wenig hinzieht. Filet (praktisch grätenfrei) ist anders. Aber so kann man auch die kulinarischen Vorteile des Fisch intensiv auskosten.

Räucherfisch: Wels, KarpfenDer Wels kam als Filet daher, das aß sich einfacher, war aber auch lecker, wenngleich die Konsistenz nicht ganz den Erwartungen entsprach; es war sehr viel zarter. Mmmmh.

Ostermontag

Da wurde mal etwas das ursprünglich für den Vorabend geplante Familienabendbrot nachgeholt.

Kartoffelsalat, Osterei, BuletteEs gab noch eine Einladung zu Kaffee und Kuchen,  da wurde das Mittag nicht so üppig. Bulette und Kartoffelsalat sowie Eikochen und -färben war Handarbeit. Merkt man auch. Immerhin habe ich mir das selber abgeholt. 😉

Prost und französisch-italienische Küche

Manchmal liest man völlig ernst gemeinte Texte und muss dann doch vor Lachen aufpassen, dass man nicht vor Lachen auf der Tastatur bzw. auf dem Tablet aufschlägt. Mir ist das diese Woche passiert und vermutlich ist die Nacherzählung nicht mal einen Bruchteil so lustig wie ich es in der Situation empfunden habe. Den auslösenden Artikel gibt es hier, er ist zwar hinter einer Paywall, hinter die ich aber auch nicht geguckt habe. Der Anrisstext reicht. Es geht um die Limo „Sprite“:

Sprite bekommt ein Marken-Refresh. Mit neuem Logo, Packaging, Sound und Allianzen im Szene- und Gastrobereich will die Marke bei jungen Leuten wieder Fuß fassen.

Tolllllllll. Ich empfehle eher eine Rezeptüberarbeitung. Halb so süß und mit Zitronensaft, vielleicht auch noch eine Spur Limette. Aber dann wird’s 7up zu ähnlich, aber das kann man seit dem Fifty-fifty-Mix Zucker/Süßstoff auch nicht mehr mit Genuss trinken. Davon abgesehen, dass das Süßniveau auch viel zu hoch ist.

Sonntagmittag

Normalerweise bemühe ich mich ja um einen möglichst hohen Eigenanteil beim Essen, aber diesmal … Nunja, ich habe es mit einer gewissen Kreativität versucht auszugleichen. Aber seht selbst.

Bio Bœuf Bourguignon, Spirelli und ErbsensalatWir sehen Bio Bœuf Bourguignon mit Spirelli und Erbsensalat. Die Kreativität liegt im Erbsensalat. Allerdings war ich da genauso kreativ wie eine KI und habe nur bekannte Sachen neu verbunden. Aber dazu unten mehr.

Bio Bœuf Bourguignon, Spirelli und ErbsensalatDas Bœuf Bourguignon habe ich nicht selbst gemacht. Nicht mal selbst gekauft. Immerhin habe ich mich redlich bemüht, das Glas auf zu bekommen, was schwierig genug war. Irgendwann – mich deucht, es wäre Weihnachten gewesen – bin ich mal damit beschenkt worden. Es kommt aus einer Gourmet Manufaktur in der Region, wobei Region mal 35 km Umkreis meint. Auch die Rinder für das Bœuf liefen wohl da rum. Soweit Daumen hoch. Leider bin ich nicht ganz so gewohnt im Umgang mit würzenden Kräutern, aber irgendeins war da ein wenig im Überschwang dabei, was den Genuss ein wenig minderte, aber es ist jammern auf hohem Niveau.

Die Pasta wurde nach Packungsanleitung zubereitet und al dente gegart, dann entwässert und anschließend mit dem (noch kalten) Bœuf vermengt. Auf dem Herd wurde alles dann sanft gerührt erhitzt. Fertig. Damit alles noch ein wenig einen noch gesünderen Touch bekommt, gab es einen Gemüsesalat dazu.

Bio Bœuf Bourguignon, Spirelli und ErbsensalatWobei: Gemüse? Erbsen. Es ist nur eins: Erbsen. Die habe ich im Dampf über dem heiß werdenden Nudelwasser aufgetaut und dezent gegart. Nebenbei habe ich etwas Wasser mit Salz, Pfeffer und Zucker gewürzt und eine Schalotte sowie eine Knoblauchzehe fein gewürfelt dazu gegeben. Dazu kam ein heller Essig und die Erbsen. Da ich zu viel Flüssigkeit hatte, habe ich noch ein paar von den Tk-Erbsen direkt (noch gefroren) dazu gegeben. Das kühlte alles schnell ab und am Ende merkte man keinen Unterschied mehr.

Das Salatrezept war – zumindest mit den Erbsen – für mich neu, ich habe aber eine Rezeptur aufgegriffen, die ich von früher kannte. Damals wurden aber al dente vorgegarte Möhrenwürfel oder blanchierte Schnibbelbohnen so als kalte Speise angerichtet. Ich hatte das auch schon versucht.

Käffchen und ein Mittag – klassisch

Macht sowas jemand anderes auch? Durch einen Einkaufszufall und aus Neugierde habe ich gerade zwei 1-kg-Tüten Kaffeebohnen im Haus – zwei sehr unterschiedliche Marken. Unterschiedlich im Geschmack, unterschiedlich in der Herkunft, unterschiedlich in der Geschichte und unterschiedlich im Image. Lasst sie mich L(inks) und R(echts) nennen (weil die Marken auch mit den Buchstaben anfangen). Am Sonntag zum Nach-Mittags-Käffchen dachte ich mir so: Warum eigentlich nicht auch mal beide?! Also gab ich Bohnen beider Sorten in die Kaffeemühle und die Sache nahm ihren Lauf. Beides verband sich recht gut, die aromatischere und die kräftigere verschmolzen förmlich. Heißt das dann eigentlich „Blend“?

Sonntagmittag

Als ich dieser Tage durch die regional erreichbaren Shoppingmalls trabte, fiel mir ein schönes Entrecôte ins Auge. Da dachte ich mir: Nimmst es doch mal mit, hatte ich schon lange nicht mehr. Die Frage nach der Gemüsebeilage löste sich dann beim Wochenendeinkauf und alles war schick. Wobei, so ganz schick auch nicht. Ich mag nicht, wenn auf dem Geschirr Geschirr steht … Aber manchmal muss das wohl so.

Rib-Eye-Steak, Schmorgurke, KartoffelstampfDa ich noch ein kleines Stückchen richtige Butter da hatte, verarbeitete ich die Kartoffeln mal wieder zu Kartoffelstampf, etwas Milch halb bei der Konsistenz, Salz, Pfeffer, Petersilie und Muskatnuss bei Geschmack und Optik. Der kleine Klecks brauner Soße sind Reste aus der Pfanne vom Steak.

Rib-Eye-Steak, Schmorgurke, KartoffelstampfEigentlich heißt es ja: „Wenn man nach der Zubereitung von Steak in der Pfanne nicht die Küche neu renovieren muss, was die Pfanne zu kalt.“ Aber auch für die Zubereitung von Steaks gibt es viele Methoden. Neulich sah ich mal eine bei einem frankophilen Fernsehkoch aus dem englischen Fernsehen. Da wurde mit weniger Hitze gearbeitet und es war auch schön, wenngleich auch anders. Leider habe ich außer das mit der weniger Hitze nicht sehr viel mehr behalten und wollte auch keine Mediatheken durchsuchen, was schwierig geworden wäre, war das Steak nicht der Hauptakteur in der Folge. Ich habe also in meinen Erfahrungen gekramt und dann folgendes gemacht: Pfanne mit Öl (reichlich) moderat erhitzt, Steak gut abgetrocknet, gesalzen und mit Mehl bestäubt, Steak in die Pfanne gegeben. Da habe ich es in Ruhe gelassen. Nach einigen Minuten schaute ich nach, ob es sich vom Boden gelöst hatte. Da das der Fall war, habe ich mal kurz drunter geschaut, es weiter schön gebräunt und nur ein wenig in der Pfanne bewegt. Erst, als mir der Bräunungsgrad gefiel, habe ich es umgedreht und nun auch die zweite Seite gebraten. Nach einigen Minuten habe ich das Öl weitgehend aus der Pfanne entfernt und etwas Butter dazu gegeben. Pfeffer kam auch noch aufs Fleisch. Alles wurde schön zum Glänzen gebracht und beiseite gestellt.

Rib-Eye-Steak, Schmorgurke, KartoffelstampfVorher hatte ich bereits eine Salatgurke nackig gemacht und erst der Länge nach geviertelt. Anschließend wurde sie in dicke Scheiben geschnitten und einer Pfanne mit Butter, Schalotte, Knoblauch und Salz überantwortet. Eine gute Handvoll kleiner Tomaten wurde geviertelt und kam hinterher. Etwas Pfeffer und Zucker rundeten alles ab und es wurde bei geringer Hitze so lange vor sich hin geschmurgelt, bis es so aussah wie auf dem Bild (ca. 25-30 Min).

Als sich alles dem Finale näherte habe ich noch schnell eine kleine Portion Stampfkartoffeln mit besagter richtiger Butter, etwas Milch, Salz, Pfeffer, Petersilie und Muskatnuss zubereitet. Das geht ja dank Mikrowelle recht fix. Fertig war das leckere Sonntagsessen.