Resteverwertung und Frisches

Wie heißt eigentlich die Mahlzeit – in Analogie zum Brunch – zwischen Mittag und Abendbrot. Und ich meine nicht die Kaffeepause oder den 5-O’Clock-Tea oder so. Gibts da auch eine Zusammenziehung zwischen Lunch und Dinner? Lunner? Dinch? Okay, das Essen am Sonntag hat die Form eines Mittags, aber der Zeitpunkt … die Innere Uhr in Ergänzung mit medialen Beeinflussungen führten doch zu einem späääten Lunch.

Geht es Euch eigentlich manchmal auch so, dass ihr Euch wundert, was so hauptsächlich an Geschirr oder Besteck genutzt wird (meist erkannt beim Ausräumen des Geschirrspülers), obwohl ihr dem eigentlichen Zweck nicht nachgehen`? Mir geht das bei Kuchengabeln so. Meist finden sich so 4 oder 5 davon beim Ausräumen im Besteckkorb (von den 6, die ich in der Besteckschublade maximal habe) und dabei habe ich nicht mal Kuchen gegessen … Aber für manche Sachen sind die kleinen Gabel einfach mal besser. Und keine Angst: Für Pudding nehme ich immer noch den (Tee-)Löffel.

Sonntagmittag

Das war diesmal ein wenig aufwändiger, aber eigentlich auch wieder nicht. Immerhin begannen die Vorbereitungen schon am Dienstag oder Mittwoch … Naja, Vorbereitungen ist als Begriff vielleicht etwas übertrieben. Aber an zwei Tagen der vergangenen Woche schuf ich die Reste, die ich am Sonntag verarbeitete. Die hatten übrigens die Form von 4 Brötchen in 2 Sorten, zwei Weizenbrötchen und zwei malzgefärbte (vulgo: „dunkle“) mit ein paar körnerigen und saatlichen Einlagen. Die Grundidee der Verarbeitung war Semmelknödel, aber das für’s Drumrum erworbene weitere Essen sprach dagegen. Nichts dabei, was eine schöne Soße erwarten ließ. Und Knödel ohne Soße … geht gar nicht.

Also kramte ich ein alten physisch vorliegenden Koch-„Blog“ mit Kochgrundlagen heraus. Wer kennt ihn nicht? Ich spiele natürlich auf das Buch „Ich helfe Dir kochen“ von Hedwig Maria Stüber an, das mir in der 29. Auflage vorliegt. Mittlerweile gibts auf jeden Fall über 40, wenn nicht mehr. Dort fand ich einen Semmelauflauf, der zwar in die süße Richtung ging, aber darauf konnte ich aufbauen.

BrötchenauflaufDas fertige Produkt sieht doch gar nicht so schlecht aus. Wie kam es dazu? Die 4 Brötchen habe ich grob gewürfelt. Dann habe ich ca. ½ l Milch lau erwärmt, mit ein wenig Würze (Pfeffer, Salz, Kurkuma, Knoblauchgranulat) versehen und die Brötchenwürfel darin eingeweicht. Nach einer knappen halben Stunde verklepperte ich 4 Eier mit einer gewürfelten Schalotte, geriebenem Parmesan und etwas gewürfeltem Tiroler Bauchspeck. Die Mischung kam dann auf die durchgeweichten Brötchenwürfel und wurde gut untergemischt. Aber Vorsicht! Nicht zu heftig. Ein bisschen Struktur sollte erhalten bleiben. Anschließend kam alles in die leicht gefettete Form und wurde noch ein wenig butterbeflockt und parmesanberieben. Nach 30 min. bei 180°C Umluft kam dann das zum Vorschein, was wir auf dem Bild sehen.

BrötchenauflaufDas Aufschneiden ergab, dass es vielleicht noch 2-3 min. länger hätte sein können. Flüssigkeit gab es keine mehr, aber stellenweise war es doch ein wenig „klitschig“. Was aber auch nicht wirklich schlimm war. Mal sehen, wie sich die Reste nach dem Aufwärmen machen.

Als der Auflauf im Ofen war, kam das Steak in eine gut vorgeheizte Pfanne und wurde da nach den Regeln der Kochkunst unter Beeinflussung eigener Wünsche und dem allgemeinen Zeitmanagement zubereitet. Am Ende wurde auch noch ein Päckchen Bohnensalat entkorkt. Irgendwo im Blog habe ich schon mal nachgewiesen, dass ich den auch selbst machen kann. Also gab es hier mal gekauften. Der quietscht wenigstens immer so schön beim Kauen. Ist mir bei selbst gemachtem noch nicht passiert.

Rumpsteak, Bohnensalat, BrötchenauflaufDer Auflauf, das Steak (hier in Form eines Rumpsteaks) und der Bohnensalat. Ein schönes Sonntagsessen.

Rumpsteak, Bohnensalat, BrötchenauflaufEs ist das schöne an diesen Silikonformen, dass man die nach dem Backen aufklappen kann. Finde ich gut. So kommt man sehr viel einfacher an den Inhalt. Ein bisschen gebröselt ist es trotzdem. Der Pfannenwender war eben nicht wirklich gut im Schneiden. Ist aber auch nicht seine Kernkompetenz. Er wendet ja lieber Pfannen. Ähm … in(!) Pfannen!

Rumpsteak, Bohnensalat, BrötchenauflaufÜbrigens bestätigte sich mal wieder, dass das Rumpsteak nicht zu meinen Lieblingsfleischstücken gehört. Es war zwar (fast) perfekt zubereitet, aber irgendwie werde ich damit nicht warm.

Rumpsteak, Bohnensalat, BrötchenauflaufVielleicht etwas zu zart rosa, ein wenig weniger Hitze wäre eine Idee gewesen. Aber der Brötchenauflauf belegte das Heißluftgerät und so musste ich das Fleischstück in der Pfanne garziehen lassen. Saftig war’s, zart auch. Aber ich ziehe das Rib-Eye-Steak (vulgo-1 Entrecôte) vor.

P.S.: Montagmittagresteresteverwertung dank spontan Homeoffice wegen Wetter

Brötchenauflauf mit BratwurstNochmal aufgebacken der Auflauf und die Bratwurst lagerte schon eine Woche im Kühlschrank vom letzten Wochenende und rief: „Verbrauch‘ mich!“ Der Auflauf war immer noch leicht klitschig. Vielleicht hätte er auch beim Aufbacken ein wenig mehr Hitze abbekommen können …

Frittiertes, gebratenes, karamellisiertes, aufgebrauchtes

Wie macht man aus etwas, das, wenn es das gäbe, einen Nutriscore von A+ bekommen würde, ein Produkt, dass nur noch C oder D bekommt? Ganz einfach: Man frittiert es. Und dabei heißt es doch immer: Frittieren macht alles besser. Oder war es das mit dem mit-Käse-überbacken? Egal. Schauen wir mal ins Regal einer Handelseinrichtung, greifen ungläubig hinein, kaufen, nehmen mit nach Hause und schauen nochmal:

Frittierte Bohnen und PaprikaDa sind zwei Plastikpackungen mit Gemüse mitgekommen, snackfähig. Und nicht nur das: Um die Gemüse attraktiv(?) zu machen, wurden sie vor dem Verpacken frittiert. Im Ernst: Die Bohnen und die Paprikastücke sind frittiert! Bei den Bohnen führte das übrigens zu einer gewissen Geschmacklosigkeit.

Frittierte BohnenMan kann die Konsistenz kaum beschreiben: sehr fein zu Staub zerfallend, leicht ölranzig im Abgang, das bohnige war nicht existent. Ganz anders beim Paprika.

Frittierte PaprikaDa schmeckte das Frittieröl richtig ranzig, die Paprika neigten außerdem zu einer gewissen Bitternes, am besten waren noch die roten. Läuft unter einmal probiert, nie mehr gekauft. Die Idee hatte ja was, aber die Ausführung …

Sonntagmittag

Neulich las ich, dass Chicorée ein Wintergemüse ist und eigentlich gerade Saison hat. Ein guter Grund, es mal wieder zu kaufen. Nur, was gibts dazu. Ich erinnerte mich an einen Rest Gemüsebrühe, die ich noch vom letzten Sonntag hüte und spielte mit dem Gedanken, ein richtiges Soßengericht daraus zu machen, ausnahmsweise mal nicht mit Stampfkartoffeln. 😉 Nur was dazu. Und weil ich auch schon – aus gutem Grund – lange keine Bratwurst mehr hatte, kam die dann mit dazu.

Chicorée-Apfel-Zum-Überfüllen mit Salzkartoffeln und BratwurstIhr dürft gern fragen, wie ich die Bratwurst so schön gleichmäßig ohne Fettfilm und ohne Heißluftfritteuse  hinbekommen habe. 😉 Die Salzkartoffeln sind Salzkartoffeln. Ganz klassisch. Der Chicorée ist frei extemporiert. Ich habe die zwei der weißgelben Gemüse halbiert und den unteren, strunkigeren Teil dann in etwas Butter angebraten, Salz, Pfeffer und etwas Zucker waren mit dabei. Als sich Bratspuren zeigten, habe ich eine fein geschnittene Schalotte noch mit dazu gegeben. Mein Blick fiel dabei auf das, was sonst noch so rumschwirrte und der Blick fokussierte sich auf einen alten Apfel. Da fiel mir eine Folge einer von Nigel Slater’s Kochsendungen ein, die u.a. die Botschaft hatte, dass Apfel und Schweinefleisch gut zusammen passen. Also schnibbelte ich den Apfel auch noch klein und gab ihn mit in die Pfanne. Alles wurde nochmal gut durchgeschwenkt und bekam dann einen Aufguss mit einem halben Glas Gemüsebrühe. Alles durfte einmal aufkochen und köchelte dann noch ein wenig vor sich hin. Nach ein paar Minuten gab ich die zerblätterten oberen Hälften vom Chicorée dazu, dass er sich auch noch ein wenig erwärme und dann konnte auch schon angerichtet werden.

Chicorée-Apfel-Zum-Überfüllen mit Salzkartoffeln und BratwurstAchja, irgendwann zwischendurch, vermutlich mit den Apfelstücken, kam auch noch eine halbe Chilischote dazu, für den gewissen Pfiffffff. Da kann jeder selbst überlegen, ob er das macht und wenn ja, in welchem Maße … Ich habe einen Hauch übertreiben. Aber feuerspeiend war es dann auch nicht.

Chicorée-Apfel-Zum-Überfüllen mit Salzkartoffeln und BratwurstDie Wurst wurde übrigens in der Mikrowelle gegart. Zumindest dem Gerät. Aber nicht mit der Funktion. Meine kann auch noch Grill (war es auch nicht) und Heißluft. Wie ein kleiner Umluftofen im Mikrowellenformat. Finde ich super und würde ich jedem, der über die Anschaffung einer Mikrowelle nachdenkt, empfehlen. Die Heißluftfunktion kostet zwar ein paar Euros mehr, aber für das tägliche Kleinklein ist es immer besser, als den großen Ofen anzuheizen. Den Nutzte ich im letzten Jahr quasi 1x. Für den sehr frischen Karpfen. Alles andere kam via umluftfähiger Mikrowelle.

Kohlente

Vielleicht zum Eingang einen kleinen Schwank aus meinem Leben der letzten Woche, der nix mit Essen und Trinken zu tun hat. Dazu aber die Frage: Sagt Euch der 14.10.2025 noch was? Auch einer der sogenannten „versteckten“ „Feiertage“. 😉 Nein, nicht wirklich. Das war der Tag, als Microslop (so heißt das wohl jetzt, wenn man IN sein will, wobei ich ja noch das i durch ein a ersetzt hätte) seinen Support für Windows 10 einstellte resp. einstellen wollte. Windows 11 als Nachfolger stand ja bereit … Allerdings war ich schon soooo lange mit Win10 verbunden, dass meine Hardware (PC) sich weigerte, für Win11 bereit zu sein. Stellte sich die Frage nach einem neuen Rechner. Der alte war aber auch noch super funktional, so dass ich den Wechsel nicht wirklich einsah. Die angebotene einjährige Lizenzverlängerung wäre ja auch nur ein Aufschub des Problems gewesen. Also Plan C, genauer Plan L(inux). Und nun arbeite ich seit Mitte Oktober letzten Jahres im wesentlichen* auf Linux. Und es funktioniert super.

Nur in der letzten Woche habe ich mal einen Fehler gemacht. Wenn man sich nicht so richtig damit auskennt, sollte man „systemnah“ nicht rumpfuschen. Mein Linux ging offline. Nicht 100%-ig, aber doch funktional für Browser, Updates u.a. In mir stieg Panik auf. Müsste ich jetzt nur noch mit dem (nicht so ganz geliebten) Laptop arbeiten. Oder remote via Linux auf dem Laptop (das ging noch). Ein kundiger Mensch half in einer kleinen Nachtsitzung (danke nochmal dafür) und ich war wieder online. Da war nicht nur ein Stein, der mir vom Herzen fiel. Menschen mit ihrem gesamten Leben (Kommunikation, Banking, Shopping, …) auf dem Smartphone werden das nachvollziehen können, vor allem, wenn sie schon mal erlebt haben, dass das Ding nicht geht bzw. – schlimmer – weg ist. Aber ich bin glücklich und weiß, wovon ich die Finger zu lassen habe.

Kulinarisch war wenig los. Auf Arbeit gab es zweimal Fish’n’Chips … in Form von Pellkartoffeln mit Sahnehering und Stampfkartoffeln mit Brathering. Fish’n’Chips als Synonym für Kartoffeln und Fisch. 😉 Und am Sonntag gabs auch Stampfkartoffeln, allerdings war da dann ein Vogel vorbeistolziert …

Sonntagmittag

Die obigen Zeilen schrieb ich, als das Mittag in der Mache war. Bei „Schmorgerichten“ hat man ja die Zeit. Wobei es kein richtiges Schmorgericht war, aber auf der Packung fand ich eine Zubereitungsidee, der Rest ist auf Basis der Vorräte frei improvisiert.

Entenkeule, Stampfkartoffeln, KohlgemüseAuf der Packung der Keule (Barbarie-Ente) stand was von Anbraten, Angießen und dann Schmoren. So in der Art ist dann auch das Essen entstanden. Natrülich stand vorher das Auftauen an, an dass ich diesmal sogar rechtzeitig dachte und schon Samstagabend die Keule vom Tiefkühler in den Kühlschrank verfrachtete. Der später Sonntagvormittag sah mich dann, wie ich das Stück auspackte, ein wenig einritzte, salzte und dann in die gut gewärmte und leicht gebutterte Pfanne legte. Hautseite natürlich zuerst. Nebenbei schnibbelte ich ein paar Schalotten und ein paar Zehen Knoblauch klein, die ich dann mit anschmorte. Irgendwo im Vorratsschrank fand ich noch ein Glas Gemüsebrühe, von dem ich dann einen kleinen Teil mit angoss und danach die Pfanne zum einen bedeckelte, zum anderen die Hitze reduzierte. Glasdeckel sei dank konnte ich ohne dessen Lüften schauen konnte, dass die Flüssigkeit in der Pfanne gerade so köchelte. Nach etwa 20 Minuten (ca. 50 Minuten Schmorzeit war laut Packung vorgesehen) schnitt ich etwas Spitzkohl und ein paar Möhrenscheiben dazu und ergänzte alles mit Salz, Pfeffer und Kümmel. Etwas Wasser kam auch noch dabei. Der Pfanneninhalt wurde wieder zum Köcheln gebracht und dann auf minderer Hitze weiter gezogen. Als der Kurzzeitwecker klingelte, konnte auch schon angerichtet werden.

Entenkeule, Stampfkartoffeln, KohlgemüseNebenbei habe ich natürlich noch die Stampfkartoffeln zubereitet. „Grünzeug“ ist diesmal Schnittlauch (Tk). Ich bin mir ehrlicherweise nicht ganz sicher, ob ich mir nochmal Entenkeulen kaufen werde (wobei: eine hab ich noch im Tiefkühler). Zumindest so geschmort war sie nicht so mein Ding. Vielleicht war ich auch einfach nur zu zaghaft in der Würzung. Oder hätte sie länger bei kleinerer Hitze garen müssen. Wobei sie – technisch gesehen – vermutlich gar nicht mal so schlecht war. Noch saftig, aber durch, gut im Biss, aber ein wenig Kauen musste man schon. Mit der anderen Keule werde ich anders verfahren, mal sehen, was da passiert.

Entenkeule, Stampfkartoffeln, KohlgemüseLänger garen wäre in diesem Fall nicht so einfach gegangen. Der Kohl war weich, die Möhre al dente. Das wäre matschig geworden, bei weiterer Garung. Alles in allem nörgel‘ ich aber gerade auf hohem Niveau. Es war alles schon lecker, schlechter gegessen hatte ich auch schon. Also: Was will ich eigentlich mehr?

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*) im wesentlichen: Ich habe noch einen Laptop mit Win11, der ist aber meist eher Second Screen, und mein Win10 hat die Lizenzverlängerung bekommen. Und eine Leerräumung. Er läuft jetzt noch besser als vorher. Linux habe ich auf einem kleinen Behelfsrechner – Notlösungen halten am längsten. Es gibt noch eine – gelegentlich genutzte – Aufgabe, die ich noch nicht auf Linux habe, ansonsten alles.

Rosa Fisch, rosa DVD-Hülle, bunte Party und nochmal Karpfen

Das komische an Silvesterpartys ist, dass sie immer so spät anfangen. Weil sie ja auch so spät aufhören. Wobei wir da unlängst aus Gründen recht „zivil“ waren. Ich erinnere mich an ein tagesrhythmusverändernden Ende der Veranstaltung, ich glaube, da wurde es schon leicht wieder hell … Diesmal nicht. Und die Vorbereitungen waren auch recht einfach, die Idee für den kulinarischen Teil war einfach, wenn auch testweise. So blieb am Nachmittag des 31.12. noch ein wenig Zeit, sich selbst zu unterhalten. Meine Gedanke schweifte zu einem Bestandteil meiner DVD-Kollektion, allein, ich fand die Scheibe nicht. Bei der Suche stellte ich nur fest, was ich da alles habe … Und kurz blitzte die Frage nach dem „Wozu?“ auf. Dafür fiel mir ein anderer Silberling in die Hand und mit ihm die Frage, um welchen es sich wohl gehandelt haben könnte. Hier die Innenansicht der DVD-Hülle:

Pinke DVD-Hülle von innenDas ist natürlich auch schon ein kleiner Tipp. Ein zweiter: Auf der DVD befinden sich alle „17 Episoden“ und – dritter Tipp – die Farbe Blau spielt auch eine gewisse Hauptrolle. Die Auflösung gibt es nach den Silvestersnacks.

Silvester

Eine kleine Tradition zu Silvester ist, irgendwas partytaugliches kulinarisches auszuprobieren. Letztes Jahr haben wir „Tortillas gefüllt“, einmal gab es kleine Burger, ich erinnere mich an individuell belegte Minipizzen und genau so befüllte Bulettchen oder auch Gemüsesticks mit allerlei Dips.  Diesmal haben wir ein Idee aufgegriffen, die mir bei einer Weihnachtsfeier untergekommen ist.

Blätterteighappen mit Tomate, Salami, PaprikaAus einer Bahn Blätterteig wurden kleine Vierecke ausgeschnitten und auf Backpapier und das Papier auf einem Backblech gebettet. Im Vorfeld hatte ich ein wenig Butter leicht angeschmolzen und mit (fast) der gleichen Menge klein gehackten und teilweise geriebenem Knoblauch sowie einer Spur Salz vermischt. Davon kam dann ein wenig auf so ein Blätterteigviereck und dan eine Scheibe Tomate oben drauf. Ein wenig Pfeffer ergänzte das Teil. In Varianten kam auch Paprika und Salami drauf. Im hier nicht abgebildeten Teil wurde statt der Knoblauchbutter (oder des Butterknoblauchs) Kräuterfrischkäse verwendet. Geht auch, vertreibt aber keine Vampire im neuen Jahr.

Blätterteighappen mit Tomate, Salami, PaprikaNach der Backzeit und den sonstigen Vorschriften von der Blätterteigverpackung bzgl. Temperatur und „mittlerer Schiene“ (von 4) kamen diese lecker aussehenden und auch schmeckenden Häppchen aus dem Ofen. In der zweiten Runde wurden wir dann etwas experimenteller.

Blätterteighappen mit Tomate, Salami, Paprika, Gewürzgurke, Käse, FalafelNeben der sichtbaren Ergänzung mit etwas Streukäse und der Gewürzgurchenscheibe (oben) kam auch eine halbe Falafel mit dazu. Letzteres War nicht so der Bringer, was u.a. am Produkt selber gelegen haben könnte. Da gibts sicher andere, die besser schmecken.

Blätterteighappen mit Tomate, Salami, Paprika, Falafel, Gewürzgurke, KäseMit am besten war noch die Kombination aus Butterknoblauch, Tomate, Salami, Gewürzgurke. Mit der dritten Runde rollten wir dann ins neue Jahr.

Blätterteighappen mit Tomate, Salami, Paprika, Gewürzgurke, KäseDie einfache Form (Blätterteig, Knoblauch, Tomate, ggf. mit ein wenig Käse) ist die reinste, schönste Form und ohne den Käse auch das Vorbild von der Weihnachtsfeier. Die anderen speziell mit der Gewürzgurke sind aber auch toll. Der Paprika neigte gelegentlich zu ein wenig Bitterness. Aber unterm Käse oder/und unter der Salami gings.

Damit endete das alte und begann das neue Jahr. Der Jahreswechsel sah uns in der Küche, die letzte Runde belegend, das neue Jahr bemerkten wir dann, als alles im Ofen war – 6 Minuten zu spät.

Übrigens: Wusstet ihr, dass es eine DVD gibt, wo alle 17 Folgen der blauen Elise aus der Cartoonserie Pink Panther drauf sind? Jetzt wisst ihr es. Und habt auch gleich die Auflösung für die obige DVD-Frage.

Neujahr

Eingeplant war ein Katerfrühstück. Als ich neulich meinen verspäteten Weihnachtskarpfen kaufte, kamen auch gleich zwei lukullische Köstlichkeiten mit, denen ich die Lösung der Aufgaben eines 1. Januars zutraute.

Stampfkartoffeln an Forellenfilets nach MatjesartWo wir oben doch schon mal bei der Farbe Pink waren. 😉 Ein wenig Stampfkartoffel und dazu zwei Forellenfilets, die nach Matjesart behandelt wurden (vom Fischhändler/-züchter). Sie tauchen hier im Blog immer mal wieder auf und ich finde sie immer mal wieder sehr lecker.

Stampfkartoffeln an Forellenfilets nach MatjesartÜbrigens: Das zweite käuflich erworbene gibts dann vermutlich am Sonntag, der spezielle Bestandteil ist hier im Blog aber auch schon mal rund um irgendein Silvester aufgetaucht … Lasst Euch überraschen.

Apropos Katerfrühstück: Neulich gab es schon mal ein Katerfrühstück, aber ein echtes. Das gab hinterher richtig Ärger, die Nachbarn hingen doch sehr an dem Tier … 😀

Sonntagmittag

Da wir Stampftüften gerade hatten, gab es zum Mittag diesmal Brattüften. Die besten sind ja die, wo man die Kartoffeln am Vortag gekocht, dann gelagert, gepellt und anschließend in Scheiben geschnitten hat. Manchmal macht man das mit dem Pellen und Schneiden auch noch, wenn sie noch heiß sind. Geht auch. Wenn man sich die Fingerspitzen verbrühen will. Ich habe meine Kartoffeln im kalten, rohen Zustand geschält und in Scheiben geschnitten. Das geht immer am besten. Dann kamen sie in ein mikrowellengeeignetes Gefäß mit luftlochhabendem Deckel und ab in die Mikrowellengarung. In der Zeit wird die Pfanne gut erhitzt, mit gutem Bratfett versehen und gesalzen. Sind die Kartoffelscheiben gar, kommen sie vereinzelt (also nicht aneinanderpappend) in die Pfanne. Sind sie fast fertig, kommen noch ein paar Schalottenwürfel dazu. Sind die auch gar, kann angerichtet werden.

Karpfen in Aspik mit BratkartoffelnDazu gab es Fisch in Aspik. Aber nicht irgendeinen Fisch. Kurz nach dem letzten Karpfen des alten Jahres, gab es den ersten des neuen. Der Fischhändler meines Vertrauens hat sowas auch.

Karpfen in Aspik mit BratkartoffelnAm besten finde ich ja immer, wenn die heißen Bratkartoffeln das Aspik ein wenig zum Schmelzen bringen. Das geht zwar auf die Knusprigkeit, aber lecker ist es trotzdem.

Karpfen in Aspik mit BratkartoffelnDas schöne am Karpfen in Aspik ist, dass man praktisch keine Gräten mehr drin hat. Also eine Variante für alle, die sauren Fisch eigentlich mögen, ihn aber wegen der Gräten nicht essen. In dem Becher, den ich erworben habe, war jedenfalls nix grätiges. Nur lecker.

Sonniger Sonntag mediterran

Ist es nicht schön, dass es für einfache mediterrane Essen in den Supermärkten Bausätze zum Selbstkochen gibt, die damit frei skalierbare Portionen – sowohl in Größe als auch Anzahl – ermöglichen? Natürlich ist zur Zeit nicht die Saison dafür, aber nach der gutbürgerlichen Küche der Feiertage ist die Abwechslung auch mal ganz schön.

Apropos Zeit. Aktuell ist es wirklich irgendwie komisch, vor allem, wenn man gezwungen ist, sein Mittagessen mittags zu sich zu nehmen. Also halbwegs pünktlich. Die Essensbilder versuche ich unter wesentlicher Beteiligung von Tageslicht zu schießen, da darf man in dieser Jahreszeit nicht zu spät anfangen mit kochen, sonst ist es wieder dunkel draußen. Und meine Kunstlichtsituation ist eine kleine Herausforderung für mein Fotografiergerät. 😉

Sonntagmittag

Mit den Bausätzen meine ich natürlich nicht irgendwelche Gläser, Dosen oder Tk-Tüten. Gemeint war ein Netz Schalotten und eine Packung Cocktailtomaten. Es lebe die internationale Völkerverständigung.

Pasta, Tomatenragout, Parmesan

Schalotten klein schneiden und in etwas Fett anschwitzen, ggf. mit etwas nachfolgendem Knoblauch ergänzen. Etwas Salz tut auch gut. Aus den Vorräten kamen dann, als die Zwiebeln weich waren, Tomatenmark, Paprika und etwas Chili dazu und eine Handvoll gesechs- bis -achtelte Cocktailtomaten. Gut durchrühren und Deckel drauf. Das muss jetzt eine Weile vor sich hinköcheln und dabei verflüssigen.

Pasta, Tomatenragout, Parmesan

Nebenbei kann dann irgendwann (nach 20-30 min.) das Nudelkochwasser aufgesetzt und die Pasta gekocht werden. Kurz vor der Zugabe der fertigen Teigwaren kommt noch etwas geriebener Parmesan in die Soße, die auch noch mit etwas Pfeffer aufgepeppt werden kann. Dann kann angerichtet werden.

Pasta, Tomatenragout, Parmesan

Natürlich gibt’s da auch nochmal Reibekäse oben drauf, hier hätte man auch etwas mit dem Sparschäler abhobeln können. Für Optik und Geschmack. Was natürlich nur geht, wenn man es aus einem Stück hobelt und nicht vorgetrocknet und „gereift“ aus der Tüte prökelt.

P.S.: Wer hat, kann natürlich auch noch andere Gemüse mit hineinschnibbeln. In diesem Fall versteckt sich auch noch eine Spitzpaprika mit auf dem Teller. Die kam einen Moment vor den Tomaten mit in die Pfanne.

P.S.II:

Montag

Ganz früher gab es ihn an Silvester, später dann an Heiligabend. Weil aber die Mitessenden mittlerweile fehlen, habe ich das Ganze zwischen die Jahre verlagert. Und, obwohl es ihn schon so lange gibt, das von diesmal hatte ich so auch noch nicht. Wobei: Früher™, also aus der Zeit, wo ich altersbedingt heute nur lückenhafte Erinnerungen dran habe, schwamm er präsilvesterig noch einige Tage lebend in der Badewanne. Wie er da auf die Küchenvorbereitung reagierte, ging wohl an mir vorbei. Ich sah ihn nur in der Wanne und dann auf dem Tisch … Aber ich war ja auch noch klein. Später wurde er dann bereits küchenfertig erworben und er lag mindestens eine Nacht auf dem frostigen Balkon.

Heute, also heuteheute (Mo, 29.12.2025) war der Plan wie immer in den letzten Jahren: Ich fahre zum Fischhändler meines Vertrauens, kaufe einen viel zu großen küchenfertigen Karpfen, spüle ihn sauber, bestreue ihn mit Salz und Butter, schiebe ihn in den Backofen und dann wird’s lecker. So der Plan. Aber zu dessen Erfüllung gehört ja immer irgendwie noch einer mehr, der Einfluss nimmt. Habe ich Salz und Zucker verwechselt? Nein! Habe ich vergessen, den Ofen anzuschalten? Nein. Ging der Ofen kaputt? Nein. Zersprang der Servierteller? Nein. Nein und nochmals nein. Weiter unten gibt’s ein Bild vom fertigen Fisch, also muss ja irgendwie doch alles geklappt haben.

Aber! Zuerst ein Warn-Hinweis: Empfindsame Mitlesende überspringen bitte diesen Absatz. Unterm Bild geht’s dann gefahrlos weiter. Also: Aber, das habe ich so auch noch nicht erlebt. Wobei das nicht ganz stimmt. Als Heranwachsender erinnere ich mich, dass wir mal ein paar Aale bekommen hatten, die in einem hellblauen Plasteeimer lagen und in die beim Salzen nochmal richtig „Leben“ kam. Echtes Leben war’s nicht, ggf. waren sie auch schon küchenfertig, aber daran erinnere ich mich nicht mehr. Ähnliches passiere mir heute mit dem Karpfen. Der war küchenfertig ausgenommen, aber offensichtlich sehr frisch. Als ich ihn wusch, kam auch noch etwas zuckendes Leben in ihn. Aber irgendwie bugsierte ich ihn dann doch aufs vorbereitete Blech. Schon auf dem Einschub in den Ofen, wurde es nochmal richtig wild; das führt sogar soweit, dass er von der ursprünglich eingenommenen Diagonalen in die andere wechselte. Als er sich wieder beruhigt hatte, versuchte ich Backpapier, Butterflocken und Blech wieder in eine sinnvolle Anordnung zu bringen. Ich schob das Blech in den Ofen und schaltete diesen an (Umluft 170°C). Zu meinem eigenen kleinen Erschrecken rumpelte es nach wenigen Minuten nochmal kurz im Ofen, diesmal lag aber alles noch halbwegs so auf dem Blech, wie es sollte. Sowas hab ich noch nicht erlebt. Aber ich nehme es wirklich als Zeichen der Frische.

Gebackener Karpfen

Manchmal freue ich mich auf den Tag, wo den Züchtern eine Kreuzung aus Karpfen und Seeteufel gelungen ist. Was auf natürlichem Weg schwierig wird, da der eine ein Salzwasser- und der andere ein Süßwasserfisch ist. Aber Form, Aussehen und Geschmack wie ein Karpfen und Gräten wie ein Seeteufel – das wäre doch mal was.

Gebackener KarpfenWar mal wieder lecker, reicht aber auch bis nächstes Weihnachten. Wobei, ggf. gibts an Neujahr nochmal was mit Karpfen, mal sehen.

Da in meinem Umfeld mittlerweile keiner mehr ist, der Karpfen mag, habe ich ihn dann direkt vom Blech gegessen. Bei solistischen Genüssen schwinden manchmal Kultur und Form. Im Ganzen hätte ich ihn sowieso nicht auf einen Teller bekommen, zumal ich sooo große Teller auch gar nicht besitze.

Feiertage und davor (Freitags-/Feiertags-Extra)

Es gibt da eine Marke, die von sich behauptet, sie „macht das Würstchen“, zumindest, wenn man früher gesehene Werbung als Kriterium nimmt. Mittlerweile gibt es unter dem gleichen Label auch Eintöpfe u.ä., was man schnell in der Mikrowelle erhitzen kann. Die angebotenen Grünkohlvarianten sind durchaus essbar. Da ich davon unlängst eine hatte, entschied ich mich beim präarbeitsbeginn Supermarktbesuch für eine Eintopfvariante. In der Mittagspause sollte es also Kartoffelsuppe mit Wiener Würstchen geben. Nach dem Erhitzen sah das etwas plörrig aus, was ein herzhaftes Umrühren behob. Leider war das aber trotzdem das einzige herzhafte am Eintopf. Die Suppe war aromatisch etwas dünn und hätte auch etwas mehr Konsistenz vertragen. Aber für ein Großküchenprodukt ging’s letztendlich. Was gar nicht ging, waren die Wurststücken. Ausgelaugt (wobei die Frage besteht, ob da je was drin war), konsistenziell herausgefordert und geschmacksoriginell. Es kann an meiner grundsätzlichen Ablehnung von Dosen- und Glaswürstchen liegen, aber gegenüber dem, was da in der Suppe sublimierte, habe ich schon besseres aus einem Glas gegessen. Prädikat: Einmal kaufen reicht.

Apropos Würstchen. Seit unser Marktplatz dem Wochenmarkt saisonell nicht mehr zur Verfügung steht, nutzen eine Handvoll Verkaufswagen die Markttage in der Fußgängerzone, die zwischen einem Einkaufscenter und dem Gebäude, das meine Arbeitsstätte beherbergt. So kommen diese etwas näher in mein Blickfeld. Manchmal sind dann die Markttage – wie ich irgendwo schon mal sinngemäß äußerte – vegane Festtage. Wenn ich aus einem Arbeits-Fenster leicht erhöht auf den Restmarkt herabschaue, sehe ich (von Markttag zu Markttag in leicht wechselnder Reihenfolge): Wildfleischer, Rossschlächter, Landfleischer, Fleischer, Fischhändler, Obst&Gemüse (mit Verkauf von Butter, Käse u.a.), Nudelladen, Suppenauto, Bäcker, Bäcker(, Bäcker). Manchmal sind auch ein zweiter Wildfleischer oder Fischhändler dabei. Meist stehen auch 2-5 Hanseln vor den entsprechenden Verkaufsständen, eher wenig bei Ross und Wild, mehr bei den anderen. Nur der Landfleischer aus dem Umland fällt auf: Wenn ich da lang gehe, ist die Schlange laaaang. 30-50 Leute. Was die Frage nach dem „Warum?“ aufwirft. Sagen wir mal so: Der Ruf scheint wohl recht gut zu sein. Leider hat die Fleischerei nur einen Facebookaccount. Die Webseite unter dem Namen trägt nur ein Firmenschild. Genauere Informationen sind also Mangelware. Als ich mal bei einem Grünmarkt bei einem anderen Fleischer nach einem bestimmten Produkt fragte, und durch dessen dortige Abwesenheit andeutete, dass ich was ähnliches bei einem anderen Fleischstand gesehen hatte und es wohl dort holen werde, kam ein Satz, der sich nach „Aber bei uns wissen Sie wenigstens, wo das Fleisch her kommt.“ Mag sein, aber wenn das Teilstück nicht vorrätig ist und ich es kurzfristig brauchte … Aber der sachliche Gehalt der Aussage gibt doch zu denken, und ich denke mal, dass man sich in der Branche gegenseitig kennt.

Jetzt könnte ich die Geschichte von einem anderen hierorts ansässigen Handwerksfleischer erzählen, der auch einen guten Ruf hatte, bei dem man aber auch nicht so wusste, woher er das Fleisch bezog. Gelegentlich sah man mal einen Kühltransporter eines regionalen Schlachthofes stehen, aber das sagt auch nur recht wenig. Da lob ich mir doch meinen Lieblingsfleischer mit eigener Tierzucht (inkl. eigener Futtermittelerzeugung). Aber lassen wir das. Es geht um die Landfleischerei auf dem Wochenmarkt.

Als ich die Tage vor den Tagen meinem Arbeitsplatz zustrebte, kam ich auch wieder an den Verkaufswagen vorbei mit der größten Schlange vor dem Landfleischer, die ich je gesehen habe. Die Neugier war geweckt, die Lust, sich einzureihen nicht. Aber, jetzt, wo ich diese Worte niederschreibe, zerknatsche ich gerade eine von ihren Bockwürsten. Und das kam so: Irgendwann, kurz bei Mittag, schaute ich mal von der Arbeitsstelle aus dem Fenster und sah, dass nur 3 Leute vor dem Wagen standen. Ich warf mich in meine Jacke und sprintete (im Rahmen meiner Möglichkeiten) hin. Bockwurst, grobe Leberwurst und zwei weitere Leckereien wanderten in meinen Besitz. Wobei ich – ich hatte die Brille vergessen – die grobe Leberwurst nicht wirklich gut sah. Zu Hause, beim Verzehr, entsprach sie nicht dem, was ich unter „grob“ verstehe. Ein paar nicht ganz geschmolzene Fettstückchen und ein paar Kräuter machen zwar optisch ein wenig „Struktur“, aber der Mund hat nix davon. Das war diesbezüglich ein Fehlkauf. Geschmacklich ging’s, eine gepflegte Durchschnittsware, bei der man mit etwas Glück im Discounter – natürlich nur aus Versehen – auch mal was besseres erwischen kann.

Bei der Bockwurst bedauere ich inzwischen, dass ich zwei gekauft habe. Die „Pelle“ hat die Konsistenz wie bei Dosenbockwurst und dazu ist sie – ich will es mal positiv ausdrücken – ein wenig überwürzt. Von irgendeinem Kraut (oder auch mehreren, wobei es vermutlich kein Kraut ist – zu sehen ist nix – sondern eher feinstes Pulver oder Extrakt) ist da eindeutig zu viel drin. Die Konsistenz des Brät ist ganz in Ordnung. Das trifft auch auf den optischen Gesamteindruck zu. Aber hier isst offenbar nur das Auge mit Genuss.

Feiertage

Traditionen sind dazu da, dass man mit ihnen lebt, sie aber auch gern gestaltet und weiterentwickelt. Oder es sich einfach mal einfach macht. Sklavisch traditionelles Verhalten hat irgendwie immer schon zu nichts gutem geführt, flexible Anpassung ist angebracht. Alles entwickelt sich im Leben weiter, warum nicht auch die Traditionen. Ich erinnere an die Martinsgans am 4. Advent. 😉 So steht auch noch nicht ganz genau fest, wann es dieses Jahr den „Weihnachtskarpfen“ geben wird. Der war früher (apropos Tradition) mal in der Familie ein Silvesterkarpfen, wurde – aus Gründen – zum Weihnachtskarpfen und Heiligabendabend serviert. Das aktuelle Familienarrangement (in der Runde bin ich wohl der einzige, der Karpfen isst) lässt einen derartig zeitlich angeordneten Karpfen nicht zu, so dass ich kurz den 23.12. abends als Verzehrtermin (inkl. Zubereitung) andachte, aufgrund mannigfaltiger anderweitiger Einbindung und mangelnder Motivation und Energie am Vorabend des Heiligen aber erstmal verschob. Als Ideen stehen der 27. oder der 29.12. auf dem Plan. Vermutlich eher der 29., weil ich nicht einschätzen kann, ob ich am 27. überhaupt rausgehen möchte. Auch hier: aus Gründen.

Langjährige Familientradition am Mittag des heiligen Abends war Spinat mit Spiegelei auf Salzkartroffeln. In diesem Jahr habe ich es mal ein wenig „geändert“, bin aber der Grundidee fast treu geblieben.

Rührei, Kartoffeltaschen mit Spinat-Mozzarella-FüllungAus dem heimischen (und vorher dem ladenöffentlichen) Tiefkühler kamen drei Kartoffeltaschen, frisch aufgebacken, auf den Teller, die mit einer Mischung aus Spinat und Mozzarella (lt. Packungsaufdruck) gefüllt waren. Dazu verquirlte ich drei kleine Eier mit etwas Milch, Salz, Pfeffer und Kurkuma und briet daraus ein Rührei. Fertig.

Rührei, Kartoffeltaschen mit Spinat-Mozzarella-FüllungWenn man es genau nimmt, ist zur Tradition außer kleinen Veränderungen in der Art der Zubereitung nur der Mozzarella dazu gekommen. Und der war kaum spürbar. Das Spiegelei ist nur ein wenig durcheinander und die Salzkartoffeln sind quasi vorgekaut und haben eine Malliard-Reaktion erlebt.

Rührei, Kartoffeltaschen mit Spinat-Mozzarella-FüllungDer Rest der Feiertagsbespeisung lag nicht in meinen Einflussmöglichkeiten. Und zum Zeitpunkt der Niederschrift dieses Absatzes (Heiligabendnachmittag) weiß ich nicht, was kommt, und ob ich es fotografieren darf. Bleiben wir – in gewissem Sinne – gespannt, ob der Artikel hier endet oder weiter geht. Wobei ich über den 2. Feiertag eigentlich schon was schreiben könnte … Da kenne ich den (groben) Plan. Also, der Artikel wird weiter gehen …

Heiligabend

Irgendwie macht es eigentlich keinen Sinn, bei Artikeln, die sich nach und nach aufbauen, diese Dramaturgie rüberzubringen, die sich nur im direkten Leben, aber eben nicht beim Lesen erschließt. Außer, man baut dann solche Floskeln ein wie „zwei Tage später“. Wäre jetzt soweit. 😉

Heiligabendtafel mit 3 Salaten, Kaltem Braten, Getränken und lieben GastgebernDer heilige Abend gestaltete sich sehr angenehm, wobei man meinen „Anteil“, wenn man das dann so nennen möchte, hier auf dem Bild nicht sieht. Vermutlich sollte ich den auch nicht erwähnen, das „auslösende“ Kind kann schon lesen, vermutlich/hoffentlich aber nicht hier. Wer weiß?! Langer Rede kurzer Sinn: Ich spielte Christkind und drappierte während einer andachtsbedingten Abwesenheit der gesamten Familie die Geschenke unter dem Weihnachtsbaum und steckte selbigen an. Also genauer: Die Kerzen an ihm. Das Inferno blieb aus. Letztendlich platzierte ich mich versteckt in der dunklen Umgebung des Hauseingangs und läutete bei Ankunft der Familie das Glöckchen – was ein wenig im Läuten der weitaus größeren Glocke einer nahen Kirche unterging. Mein Versteck sorgt dabei immer wieder für ein wenig Amüsement bei den älteren Geschwistern des überraschten Kindes, die mich natürlich entdecken, aber der Rest war zielführend und fand – vermutlich – aber auch letztmalig statt. Ich unterstelle mal, dass das Kind im Laufe des Jahres von der physischen Nichtexistenz des Christkindes erfährt. Aber ein wenig hat das mit der Überraschung diesmal noch geklappt. 😉 Und falls es nächstes Jahr doch noch mal … Gern.

Auf dem Bild dann das Essen des Heiligabends, drei Salate (Eiersalat, Geflügelsalat, Kartoffelsalat), dazu kalter Braten als Aufschnitt, etwas Baguette und 7 leere Teller an 7 hungrigen Bäuchen. Dessert war übrigens noch ein selbstgemachter Apfelmus, der wie alles andere auch sehr lecker war. Danke nochmals für die Einladung …

1. Feiertag

Eine Cousine nebst Mann laden mich zusammen mit meiner „Heiligabendfamilie“ zum Festessen am 1. Weihnachtsfeiertag ein (Rangfolge eigentlich umgekehrt 😉 ). Eine schöne Geste, seit ich nicht nur horizontaler, sondern auch vertikaler Single bin. Da dort auch noch eine zweite Cousine mit Anhang dazustößt, erweitert sich die Runde auf 11 Menschen, wobei mir bei der Niederschrift dieser Worte einfällt, dass es sich dann doch gut gefügt hat, dass zwei weitere Familienangehörige aus anderen „Verpflichtungen“ heraus nicht dabei waren, dann wären wir ja 13 Leute gewesen … Zumindest für Zahlenabergläubige ein Problem. Das Essen orientierte sich an der Gästezahl.

Rinderroulade, Rotkohl, Salzkartoffeln, Krautsalat

Eine zarte, wohlschmeckende Rinderroulade, natürlich selbst gewickelt, wurde begleitet von selbst gemachtem Rotkraut, leckerer Soße und einem ebenfalls sehr schönen Krautsalat, Salzkartoffeln zur Aufnahme der Soße waren auch dabei. Wohlfühlessen in großer Runde, wobei an zwei Tischen in zwei Räumen gespeist wurde, den Gegebenheiten geschuldet. Das kann bei solchen Runden durchaus Vorteile haben. 4 Generationen – ich hoffe, ich habe mich nicht verzählt – an EINEM Tisch wären durchaus etwas hektischer/stressiger gewesen als an zwei in getrennten Räumen. 😉

Rinderroulade, Rotkohl, Salzkartoffeln, Krautsalat

Spitzkohl war wohl der Hauptbestandteil des Krautsalats, aber ein wenig roher Rotkohl ist wohl auch nicht zu verleugnen, dazu Apfel und vielleicht auch noch das eine oder andere, würzend und substanziell. Da ich gerade auch einen Spitzkohl hüte, überlege ich, den Salat in den nächsten Tagen nachzuempfinden. Wird sicher anders, aber die Idee zählt.

2. Feiertag

Einladung zum Feiertagskäffchen, dazu etwas passendes und schöne Gespräche. Eine Freundin der Familie nahm sich meiner an, was sich jetzt irgendwie dramatischer liest als es ist (ich schreibe es mit einem leichten ironischen Grinsen im Gesicht). Aber es ist schön und schönes kann man gern mitmachen. Liest dich jetzt auch wieder komisch. Also: Es ist schön und wir genießen es beide. Punkt.

P.S.: Irgendwann zwischendurch habe ich übrigens auch noch das zweite Exemplar der o.g. Bockwurst vertilgt, diesmal in erwärmt, um eventuelle Veränderungen herauszukitzeln. Außer „warm“ veränderte sich wenig. Ich verstehe also nach wie vor nicht den hohen Andrang an dem Marktstand.

4. Advent vs. St. Martin

Heute gibt’s noch weniger zu Essen. Zum einen stehen die verfressenen Feiertage bevor, zum anderen wurde mir in einigen Fällen das Kochen abgenommen. Aber ein oder zwei Gedanken seien doch erlaubt. Und natürlich die Versicherung, dass ich trotzdem gut gegessen habe. Am Sonntag gab es Martinsgans, schön mit Füllung, Rosenkohl, Rotkohl, Kartoffeln und Soße. Eine langjährige Tradition einer verwandten Familie, zu der ich eingeladen wurde, deren Zustandekommen am 11.11. (wie es sich ja für St. Martin gehört) nicht immer aus diversen Gründen gewährleistet ist. Wir nehmen es aber sportlich und genießen die Martinsgans dann, wenn alle Teilnehmenden verfügbar sind. Und 7 Kalender zu koordinieren ist schon eine Kunst … Dieses Jahr fiel das eben auf den 4. Advent. Das passte aus mehreren Gründen, da es so einen Vogel an den Weihnachtsfeiertagen vermutlich nicht gibt. Aber auch da darf ich mich überraschen lassen, bin ich doch bei einer anderen verwandten Familie eingeladen. Die Runde wird aber noch größer. Die Gans und das Drumrum (Essen und Leute) war sehr angenehm und eine schöne Zäsur im umgebenden werktäglichen Alltag.

Apropos Alltag. Da könnte ich auch gerade eine Story zwecks eigener gedanklicher Verarbeitung erzählen, die mich ein wenig bewegt, aber das Thema ist soooo weit an einem Kochblog vorbei, dass ich es lasse. Aber einen kleinen Rückblick „kulinarisch“ soll es trotzdem geben. Zur Freude der beruflich Begleitenden haben wir hierorts gerade „Weberglockenmarkt“. Das ist das gleiche, was viele sonst unter „Weihnachtsmarkt“ verstehen, warum hier aber des Webers Glocken gepriesen werden, lassen wir mal verhüllt. Viel Fressen, Glühwein, Punsch und vielleicht noch ein bisschen Tinnef und ein paar Stehrümchen. Der große Vorteil des Marktes ist, dass wir bei der Mittagsversorgung nicht auf das nebenstehende Einkaufszentrum angewiesen sind, deren Angebote wir mehrfach durch haben und irgendwann langweilt es. Also ab auf den Glockenmarkt. Es gab da auch ein Ziel, dass aber an beiden anvisierten Tagen noch nicht bereit war, sein Hauptprodukt feilzubieten. Wir waren immer mindestens eine halbe Stunde zu früh da (wobei wir am zweiten Tag schon eine halbe Stunde später kamen als am ersten). Irgendwas mit Pulled Pork und Kraut auf Brot. Da ich selber im Büro die Stellung hielt und nur die Kolleginnen unterwegs waren, wurde ich dann mit B-Plänen „abgespeist“. Eins nannte sich Lángos, das andere Handbrot. Während das eine nach altem Frittierfett duftete (geschmeckt hat es dann doch recht gut, wenngleich auch hier das überreife Frittenfett ein wenig durchschlug), war von der Füllung des Handbrots bis auf den Quark oben drauf wenig zu spüren. Die Preise waren zwar weihnachtsmarkttypisch hoch, der Anteil der preiswerteren Zutaten (Teig) aber auch höher als in den letzten Jahren. Und dabei war der Brotteil bei beiden sehr aufgeblasen. Die Portionen wurden dadurch auch recht groß, so dass ich Weihnachtsmarktbesuchern nur empfehlen kann: Wenn ihr an mehreren Fressständen etwas probieren wollt, teilt die einzelnen Dinge unter Euch auf und nehmt nicht immer von jedem (egal was) ein ganzes.

Sonntagmittag

s.o.

Ansonsten wünsche ich allen, die diesem Blog eine gewisse Aufmerksamkeit widmen ein frohes Weihnachtsfest. Ich gehe mal davon aus, dass der nächste Beitrag wieder etwas bunter sein wird.

Rohkost und Gereiftes

Nun ist auch der 3. Advent vorbei und irgendwie rast die Zeit nur so dahin. Tja, das mit der Zeit, die so schnell vergeht, ist schon ein Phänomen. Der Physiker in mir würde zwar sagen, Zeit vergeht immer gleich schnell, aber selbst unsere Erde – wie ich dieser Tage erst las – dreht sich mal schneller und mal langsamer. Zur Zeit wohl schneller, obwohl alle mit langsamer gerechnet haben. Warum, weiß aber auch wieder keiner. Die Vermutung geht in Richtung Erdinneres, also eine Aufgabe für die Erdpsychologie. Das Innerste wird nach außen gekehrt. Es gibt zwar auch Leute, die das – bezogen auf unseren Planeten – Vulkanismus nennen, aber wirklich innerstes ist das auch nicht. Und unsere (also der Menschheit) Versuche, genaueres über das Innere der Erde herauszubekommen, sind auch nichts mehr als Mückenstiche in den Erdkörper, nur ohne das Jucken.

Noch mehr philosophisches

Es ist zu viel Egoismus in der Welt. Nungut, es gibt diesen wunderbaren Satz: „Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht.“ Aber er ist so wunderbar wie falsch. Es wird auch nicht dadurch besser, dass es nicht nur zu viel Egoismus in der Welt gibt, sondern auch zu viele Individuen, die Egoismus propagieren und damit normalisieren; und zu viele Technologien, die diesen Trend auch noch unterstützen, weil sie von egoistischen Individuen eingesetzt und verbreitet werden. Egoismus ist das Grundübel der aktuellen Welt. Das kotzt mich an, auch, weil ich mich selbst dabei mitmeinen muss, denn auch ich habe die Begründung, nichts zu tun, im Kopf, die ebenfalls nicht egoistischer nicht sein kann: Erstmal die anderen, dann ich auch. Sehr pauschal vereinfacht. Das ist hier schließlich nur ein Kochblog.

Sonntagmittag

Das gibt’s diesmal ohne Bild. Nicht, weil mein Bildaufnahme- und -erfassungsgerät nicht wollte oder könnte, sondern weil es sich inhaltlich nicht lohnte. Es kamen zwei Ereignisse zusammen, die zu einem Mittag im Sinne der Überschrift führten. Zum einen war ich kurz vor dem Wochenende extrem uninspiriert, was am Sonntag auf den Tisch kommt. Zum anderen kam – quasi als Rettung – eine Einladung zu einem frühen Adventskäffchen, so dass ich mir nur eine Möhre schälte und dazu ein wenig gut abgehangene Salami snackte. Und das zu fotografieren lohnte nicht. Dafür gab’s leckeren Kuchen, Kaffee und Tee ohne Handy, wie es sich für eine Familienveranstaltung gehört. Zumindest, wenn man mit dem angenehmen Teil der Familie zusammen ist.

Schmalz, Surf ’n‘ Turf und gefüllte Stampfkartoffeln

Manchmal ist man doch nicht vor Überraschungen gefeit. Aber Vorsicht! Jetzt wird’s schmalzig. Und das, wie es sich bei einem Foodblog gehört, ist durchaus wörtlich zu nehmen. Wobei eins gesagt werden muss: Bisher war Schmalz nicht einer der Brotaufstriche, die ich bevorzuge. Eher im Gegenteil: Ich habe ihn freundlich ignoriert. Aber irgendwie, vielleicht hat es mit dem zunehmenden Alter zu tun, rückte mir das Schmalz etwas ins Blickfeld. Aber nicht einfach Schmalz. Griebenschmalz muss es schon sein. Mit Apfel und Zwiebel am besten. Da drunter dann ein gutes Brot und etwas Salz obendrauf. Kann auch mal ganz lecker sein.

Im Supermarkt, in den ich regelmäßig einkehre, fiel mir ein kleiner Becher entsprechendes Produkt ins Auge. Nunja, es es von einer Großfleischerei, da darf man skeptisch sein. Die Grieben waren dafür auch ein wenig fein, eher so als braune Schwebstoffe im Aufstrich, Apfel und Zwiebel kamen aber gut raus. Man kann es also durchaus essen. Unlängst sah ich dann noch eine Variante. Nicht vom großen Hersteller und „Omas Apfel-Griebenschmalz“ stand drauf. Nun habe ich meine Omas nicht wirklich kochend erlebt, die Familienessen, an die ich mich erinnere, hat meistens meine Mutter ausgerichtet und die Omas kamen zu Besuch. Insofern würde es für mich eher „Mamas Apfel-Griebenschmalz“ heißen müssen. Und Muttern hat das ab und zu mal gemacht. Als gerade Heranwachsender war das aber nix für mich. Typisches Erwachsenenessen. Allerdings scheint „Omas Apfel-Griebenschmalz“ eher ein Produkt der Werbeabteilung gewesen zu sein. Also der Name. Frei nach dem Motto: Je schlechter das Produkt, desto mehr Werbeaufwand in die Verpackung. Erinnert ein wenig an bestimmte Brotsorten, die sich gern als Vollkorn generieren, aber nur eine Körnermischung außen drauf haben und innen etwas Malz für die dunkle Färbung. Brötchen sind an der Stelle ausdrücklich mitgemeint.

War es die fehlende Zwiebel, war es die andere Herstellung? Man weiß es nicht. Das Produkt hatte vom Mundgefühl her eher etwas talgiges, das geschmackliche schloss sich diesem Eindruck an. Oma hätte das sicher so nicht ins Schmalztöpfen gegeben. Von den sehr feinen Grieben ganz zu schweigen. Ein wenig Knusper muss schon sein, sonst macht das alles doch keinen Spaß.

Sonntagmittag

Was macht man, wenn einem nix einfällt, aber doch einiges noch im Kühlschrank ruht? Genau: Man versucht etwas aus vorhandenem zu machen, auch wenn man es nicht selbst erstellt hat. Zumindest zum Teil. Dem selbsterstellten Anteil kann man dann etwas mehr Aufmerksamkeit widmen. Und Aufwand. Deshalb diesmal der Kartoffelstampf ohne Mikrowelle. Aber mit Einlagen. So wurde dann alles zu einer „Surf ’n‘ Turf“-Variante, auch wenn es sehr viel anders aussieht als belegte Vorbilder.

Stampf aus Kartoffeln und Möhren mit Speck und Schalotten an DillsahneheringGewürfelte Kartoffel und gescheibte Möhre im Verhältnis von ca. 2:1 wurden im Dampf über ein wenig gesalztem und gerosmarintem Wasser gegart. Nebenher garten ein paar grob geschnittene Schalotten, etwas Knoblauch und ein paar Kleinquader Südtiroler Specks in einer Pfanne. Als die Möhren-Kartoffel-Mischung weich war, wurde sie in Anwesenheit von etwas Milch und Butter gestampft, mit dem Pfanneninhalt verrührt und mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abgeschmeckt. Zum Abschluss kam noch etwas Möhrengrün – grob gezupft – mit hinein. Dann konnte angerichtet werden.

Stampf aus Kartoffeln und Möhren mit Speck und Schalotten an DillsahneheringIn mir keimte irgendwann die Überlegung, ob ich nicht ggf. besser die Möhren und die Kartoffeln getrennt gegart und gestampft hätte. Ein wenig der Brauntönung kam sicher auch aus der Speck-Zwiebel-Pfanne … Naja, die Farbe war jedenfalls orange-beige … Man könnte fast von Seniorenessen reden, wenn nicht die Speckquader doch einen gewissen knusprigen Biss behielten.

Stampf aus Kartoffeln und Möhren mit Speck und Schalotten an DillsahneheringDer Sahnehering war auch nicht schlecht. Schöne Dillnote und der Hering war dann doch wie jeder andere aus einer dieser Packungen. Wobei ich neulich auch mal eine Honig-Senf-Mischung als Soße hatte. Die war auch nicht schlecht und machte schön die Nase frei. Ich habe schon Senf gegessen, der weniger drauf hatte als diese Senf-Honig-Soße.

 

Ignorante Simulanten und noch eine Suppe mit viel Impro

Ja, ich habe auch schon einiges nachgebaut, mit mehr oder weniger Erfolg, aber dass mit Kochen, Braten oder Backen ursprünglich Gegrilltes nachgebaut werden soll, geht dann doch ein wenig zu weit. Schon länger bekannt ist „Schweinegeschnetzeltes, nach Gyrosart gewürzt“, das meist mit dem fälschlichen Namen „Pfannengyros“ bezeichnet wird. „Gyros“ kommt eigentlich vom griechischen Wort für „Drehen“, aber das einzige, das sich bei einem Gyrosfan bei diesem Gericht dreht, ist der Magen, und zwar um. Gerade die Struktur/Konsistenz, die bei der Zubereitung am gut gehandhabten Drehgrill entsteht, geht eben nicht aus Topf oder Pfanne.

Eine neue Mode aus den Sozialen Medien scheint jetzt Backdöner zu sein. Hackfleisch wird gewürzt, dünn auf Backpapier gestrichen, zusammengerollt und dann gebacken. Wo da ein vernünftiges Grillergebnis herkommen soll, bleibt das Geheimnis der Fans. Vielleicht sollte man das Backpapier (sowieso eine Ökosünde, auch das braune) durch hinreichend große und leicht blanchierte Kohlblätter ersetzen, dann kommt vermutlich eine interessante Art von Kohlroulade dabei heraus, die Backpapierroulade liefert doch ein Ergebnis, das mit dem Vorbild wenig gemein hat. Letztendlich ist es das gleiche Problem wie beim Gyros, das Grillen am Drehspieß ergibt, wenn man es richtig macht, eine ganz besondere Garart, die ein Ofen mangels entsprechender Temperatur und gleichmäßiger Hitzeverteilung (zumindest gleichmäßiger als beim Drehspieß) nicht hinbekommt. Es ist eben nicht nur die eingearbeitete Aromatik, die einen Döner zum Döner macht (oder ein Gyros zum Gyros), sondern auch die Zubereitung. Meine Vermutung ist dabei nur, dass die entsprechenden Fans noch kein richtig zubereitetes Kebab bzw. Gyros gegessen haben.

Die Krönung im Zusammenhang mit dem Backdöner war die Bemerkung in einem Kochblog, dass man das Rindhackfleisch, das bei den meisten Rezepten die Grundlage bildet, gern auch mit Schweinehack ergänzen kann. Wer sich ein bisschen mit der Herkunft der Gerichte auskennt und etwas über die entsprechenden Kulturen gehört hat, weiß: Wenn eine Fleischart NICHT in einen Döner gehört, dann ist es Schweinefleisch. Lamm, Ziege, Kalb gern. Aber kein Schwein! Wenn ihr unbedingt Schweinefleisch verarbeiten wollt, macht Gyros.

Sonntagmittag

So ein bisschen unter Simulation läuft auch das Mittag am Sonntag. Oder Notrettung. Oder „ich fang mal an, mal sehen, was draus wird“. Wobei, letzteres eigentlich nicht, da ich mit einer Idee in den Wochenendeinkauf am Freitag gegangen bin. Wohl wissend, dass ich noch einiges an Kartoffeln zu Hause hatte, sollte es Kartoffelsuppe geben. Da fing es aber auch schon bei den Grundlagen an: Das Suppengrün sah beim Einkaufen auch ein wenig räudig aus, aber erfreulicherweise hatte der Laden halbe und viertel Sellerieknollen in der Auslage. Dazu zwei Möhren und eine Stange Lauch, was man sich aussuchen konnte, und fertig ist die Gemüseeinlagen. Nun noch etwas Suppenfleisch … Naja, gabs auch nicht. Also auch hier improvisieren: Markknochen fand ich. Und Rinderhackfleisch auch. Na, dann das.

Kartoffelsuppe

Die Optik ist doch recht vielversprechend. Und der Geschmack war auch gut. Nur eben die Herstellung. Noch mehr Improvisation. Ich setzte die Markknochen mit etwas Wasser an, ließ das einmal auf- und dann eine gaaanze Weile vor sich hin kochen. Salz, Pfeffer, Lorbeer, Piment, Zwiebel und Knoblauch waren auch schon mit dabei. Irgendwann fing ich dann an, das Gemüse zu putzen und zu zerkleinern. Das gleiche passierte mit den Kartoffeln. Nach der Zugabe des Hackfleischs und des Suppengrüns sowie etwas getrockneten Majorans passten aber die Kartoffeln nur noch in geringer Zahl – für eine Kartoffelsuppe absolut unwürdig – in den Topf. Nun gut. Da galt es also zu improvisieren. Zog sich ja schon als roter Faden durchs ganze Gericht. Erstmal ließ ich den Topfinhalt einmal schön aufkochen und dann leise simmern, bis Kartoffeln und Gemüse gar waren.

KartoffelsuppeNun, zumindest für den Teller (und den Genuss) musste der Kartoffelgehalt erhöht werden. Ich nahm Kartoffelwürfel von zwei rohen Kartoffeln und garte sie relativ trocken in der Mikrowelle (bei meinen Stampfkartoffeln ein bewährtes Verfahren). Im Mikrowellenbehältnis wurden die weichen Kartoffeln dann mit etwas Brühe aufgegossen und so lange gerührt, bis eine dickliche, wenngleich auch stückige Masse entstand und die Kartoffeln teilweise aufgelöst waren. Dann kam noch eine ordentliche Kelle Suppe dazu mit allem, was in ihr so rumschwamm. Fertig war die Karoffelsuppe, die den Namen auch verdiente.

KartoffelsuppeSchön kartoffelig, leicht scharf (irgendwann hatte ich auch noch ein paar Flocken Chili mit in den Topf gegeben) und aromatisch. Die Zugabe der noch im Kühlschrank aufgefundenen Knacker war an sich eine gute, im konkreten aber eine schlechte Idee. Das Produkt war – ich hatte es schon mal früher erwähnt – ein Fehlgriff, aber nun ist sie verarbeitet. Eigentlich wollte ich den einen geräucherten Speck nehmen, aber der ist noch so schön originalverpackt und mit fernem MHD, dass ich doch die Wurst nahm.

Die Suppenfleischsimulation durch Markknochen und Rinderhack (vor allem durch letzteres) habe ich mir bei einer anderen Suppe in einem anderen Kochblog abgeguckt (okay, selbst habe ich das auch schon mal gemacht). Dort war die Idee, Kohlrouladen ohne Krautwickeln zu machen. Letztendlich ein Kohleintopf mit Hackfleischeinlage. Finde ich von der Idee her auch sehr lecker.