Palidromsonntag

Einer der seltenen Feiertage: der Palindrom-Tag. Der letzte war am 11.11.1111 und der nächste wird am 12.12.2121 sein. Daten, die von vorn und von hinten und auch in der US-amerikanischen Schreibweise Mo/Ta/Jahr gleich lauten. Selbst die Datenbankschreibweise 2020-02-02 ist (auch hier mit Weglassung der Zeichen) ein Palindrom. Das musste gefeiert werden …!!!
Zugegeben, schöne Zahlen und die Schönheit der Mathematik sind mir durchaus nicht verschlossen, aber man kann es auch übertreiben. Oder wisst ihr, was das schöne an 2520 ist? Aber lassen wir das. Zum Mittag geht’s essen. Und es war gut, dass wir reserviert hatten. An der Tür begrüßte uns ein Schild, das Eintritt ohne Vorbestellung unnötig wäre. Einige Essenswillige drehten entsprechend hungrig ab.
Es gab “gutbürgerlich”, wobei ein wenig Avantgarde doch dabei war. Aber das ist doch schön. Anderseits hatte die Karte auch so ein wenig was von Systemgastronomie, da man einige Beilagen auch bei anderen Gerichten wiederfand, und damit meine ich nicht, dass es vielleicht mehrere Gerichte mit Pommes oder Kroketten gab. Auch das Spinat-Linsen-Birnen-Gemüse, das ihr auf meinem Teller seht, fand sich mehrfach. Übrigens fand es sich nicht auf der Menükarte, die draußen an der Tür hing. Dort hätte es ein Spinatcurry mit Linsen und Aprikosen sein sollen. Aber im Stress des Alltags kann man schon mal vergessen, eine Karte auszuwechseln.

Sehr interessant sah übrigens das Rote-Beete-Kartoffelpüree aus, dass mindestens zwei Gerichte der Karte begleitete (meins nicht). Das sollte ein Pastinaken-Kartoffelpüree sein. Die Fleischeslust befriedigten zwei Medaillons vom Wildschwein. Alles in allem eine wunderbare, beinahe 100%ig richtlinienkonforme Atzung mit angenehm hohem Gemüseanteil – sowas findet man nicht überall. Auch nicht in der Auswahl. Natürlich gab es auch quasi gemüsefreie Gerichte, aber sie waren in der Minderzahl. Erfreulich.
Über das Essen selber sage ich mal nichts. Ich bin zwiegespalten. Ich könnte es guten Gewissens loben. Ich habe aber auch das Gefühl, es ebenso zerreißen zu können. Ich bin mir noch unklar. Ähnlich geht es mir mit einem Begriff, den ich in der Karte fand. Grundsätzlich finde ich es ja gut, dass Restaurants Gerichte in unterschiedlichen Portionsgrößen anbieten. Das Prinzip, dass die kleinere Portion immer die besondere ist, ist sicher überdenkenswert, aber immerhin gibt es die Auswahl. Kritikwürdiger ist da schon die Begrifflichkeit dazu. Die kleinere  wird meist als “Seniorenportion” bezeichnet. Bei der allgemein zu findenden Portionsgröße vielerorts ist es eher die “vernünftige Portion”, aber das soll hier nicht das Thema sein. Im heute besuchten Restaurant wird gibt es stattdessen “Damenportionen” und ich weiß nicht, ob ich mich mit meinem Wunsch nach vernünftigen Portionsgrößen damit diskriminiert fühlen soll oder ob hier einfach nur die Gleichberechtigung Amok läuft?
Am Abend habe ich mal wieder für die Woche vorgekocht. Einiges musste auch verbraucht werden. Unter anderem einige Äpfel, eine Khaki, … Da ist es gut, wenn man so einen beheizbaren Mixbecher hat, da kann man schnell ein Apfelmus mit Einlage kochen, ohne sich viel drum kümmern zu müssen. So konnte ich mich auch noch um die Verwertung der Gemüsereste kümmern. Es ist also mal wieder ein Rumfort-Topf. Sonnenblumenöl steht auch immer rum, aber das muss ja nicht so schnell fort, deswegen kam nur eine kleine Menge in den heißen Topf.

In dem dann schnell heißen Öl habe ich das Fleisch von Hühnerbeinen angebraten.

Ordentlich mit Feuer und Dampf. Und noch ein paar Reste des doppelt geräucherten Bauchs, die ich gestern schon nutzte.

Klein geschnibbelt hatte ich vorher schon ein Bündel Suppengemüse. Möhren, Sellerie, Porree, die Stiele von der Petersilie.

Der Topfinhalt wurde gut durchgerührt und mit ein wenig Wasser aufgefüllt.

Salz, Pfeffer, Kümmel, Knoblauch gehören auch noch mit dazu. Dazu ein oder zwei Lorbeerblätter.

Und ein ein paar Kartoffelwürfel habe ich auch noch mit hinein geschnitten.

Deckel drauf und eine Weile leise vor sich hin köcheln lassen. Die Kartoffeln dürfen dabei ruhig gar werden.

Alles bisher war eigentlich nur der Ansatz für das, was jetzt folgt. Oben drauf habe ich den Spitzkohl – zerpflückt – gelegt und gegart.

Dabei hilft natürlich der Deckel wieder.

Alles gut durchrühren, abschmecken, und abfüllen. Das sieht ein wenig wie ein heilloses Durcheinander aus, aber schmecken soll’s, nicht unbedingt nur gut aussehen.

So habe ich jetzt 3 Mittagessen für die kommende Woche. Mal sehen, wie ich da noch Abwechslung hinein bekomme.

Aber das schöne an dieser Art von Speise: Es lässt sich wunderbar mitnehmen und in der dienstlichen Mikrowelle wieder aufheizen. Vielleicht sollte ich auch mal probieren, es mit Käse zu überziehen und zu überbacken (wie ich es in einem anderen Foodblog schon so oft gesehen habe) ;-). Die Schalen sollten das aushalten. Die ist auflaufsicher.
P.S.: 2520 ist übrigens die kleinste Zahl, die durch alle Zahlen von 1 bis 10 teilbar ist. kgV genannt. Kleinstes gemeinsames Vielfaches.

Rückblickend auf den 100. Tag und die drumrum

Ja, ihr habt richtig gelesen. Vor über 100 Tagen habe ich meine Ernährung umgestellt. Am Mittwoch war das magische Datum. Zwischen je einem ärztlichen Besuch am Tag davor und danach. Davor ging es in aller Herrgottsfrühe zur Blutabnahme und zum EKG, danach war dann die Auswertung, inkl. Besteigung der Waage. Als ich der Schwester den Stand der Dinge mitteilte, ergänzte ich noch: In ein oder zwei Quartalen muss ich bzgl. des Wiegens nicht mehr runter in die Apotheke, die im gleichen Gebäude sitzt, sondern kann wieder das Gerät in ihrem Reich nutzen, dass leider bei meiner näheren Anwesenheit leichte Überlastungserscheinungen zeigt. Heißt: Die Tendenz zeigt eindeutig nach unten. Im Gespräch mit Fr. Dr. kam es dann auch noch zur amtlichen Festschreibung des Erfolges: “10 kg weniger” schrieb sie in meine Akte. Dafür gab’s zu Mittag dann auch Schnitzel in Paprika-Tomaten-Soße mit Pommes. Ab und an sündigen muss sein. Wobei die größte Sünde dabei wohl die matschige Panade des Hähnchen-Schnitzels war … Es war nicht schön. Aber ich war glücklich. 😉
Den Rest der Woche hielt ich mich oft an die Richtlinien. Gerade die beiden Arztbesuche brachten aber die Zeitpläne durcheinander, und da ich auch nichts vorgekocht hatte, war ich auf die Imbiss-Angebote im Einkaufszentrum zurückgeworfen. Ein Cäsar-Salat (mit rohen Champignons und Hähnchenfleisch) und ein Salat mit Garnelen, Eiern und Mozzarella schienen mir die passenden Varianten zu sein, wenngleich sie natürlich ein wenig ins Geld gehen. Aber hatte ich schon mal festgestellt,  dass ich durch meine Vorkocherei ganz schön Geld spare? Also war es nicht weiter schlimm. Selbst die morgendliche Routine kam ein wenig durcheinander: Beim ersten Termin hatte ich nüchtern zu erscheinen, der zweite lag auch so früh, dass an vernünftiges Frühstück nicht zu denken war.
Apropos “erster Termin” und “früh”: Die Blutabnahme ist immer so früh am Tag, dass ich ernsthaft überlegt habe, hinterher nach Hause zu fahren und mich wieder ins Bett zu legen (ich bin ja eher der Spätmensch). Aber ich hatte mich im Vorfeld anders entschlossen und bin in den Frühdienst gewechselt. Dabei kam ich aber an die Grenzen des Systems. Auf dem Weg zur Arbeit kehre ich immer noch bei einem Bäckerimbiss ein, um mir einen groooßen Cappuccino zu holen. Wenn ich direkt nach der Blutabnahme zur Arbeit gefahren wäre, hätte ich noch über eine halbe Stunde auf das Heißgetränk warten müssen. Auf dem üblichen Weg komme ich zwar noch an zwei anderen Bäckern vorbei, die auch sowas anbieten, aber ich war mir nicht sicher, ob die mir meinen mitgebrachten Becher auffüllen und zu welchem Preis. Also? Bin ich zu McCafé gefahren. Die hatten schon auf. Ich hatte allerdings den Eindruck, der erste Kunde an dem Tag zu sein. Es war zwar alles hell erleuchtet, aber Menschen sah ich keine, weder vor noch hinterm Tresen.
Seit meinem letzten, etwas zurückliegenden Besuch in dem Etablissement hatte sich einiges verändert. Früher stand die riesige Kaffeemaschine mit der Rückseite zum Kunden direkt auf dem Bedientresen. Jetzt stand sie auf einem Sideboard, so dass man auch die Vorderseite sehen konnte. An sich eine gute Marketingidee, sieht man doch so besser, dass mit Siebträger gearbeitet wird und eine entsprechende Handarbeit im Spiel ist. Das könnte für Qualität sprechen. Nur am Milchaufschäumer muss unbedingt noch gearbeitet werden. Die Milch wird in einer Metallkanne mittels Dampfdüse aufgeschäumt. Soweit, so gut. Allerdings ist die Düse nicht so ein Metallteil, wie man es vielleicht vom heimischen Automaten her kennt. Es war ein ca. 20 cm langer und anderthalb Zentimeter dicker, schwarzer Plastepimmel, der nach dem Milchaufschäumen mit einem um ihn gelegten Lappen von den weißen Milchresten befreit wird. Nicht nur mit einer wischenden Bewegung. Apropos “wischend”: Wenn man das “s” zwei Stellen weiter nach hinten bringt, weiß man, wie es aussieht. Pornös.
Kommen wir wieder zu den kulinarischen Genüssen. Irgendwie hatte ich den Cappuccino von McCafé auch besser in Erinnerung. Aber der Zubereiter hatte auch einen Berg auf meinem Becher gezaubert (und der Deckel geht nach innen, also absolut unpassend). Und für die viele Milch war ziemlich wenig Espresso in der Tasse. Auch ein Nachteil, wenn man bei der Zubereitung zugucken kann. Dann muss man es schon gut machen.
Irgendwann war ich auf der Suche nach Vollkornmehl auch noch im Umfeld meines Lieblingsfleischers angekommen, den ich natürlich dann auch noch besuchte. Im Hinblick auf die Speisung am Wochenende nahm ich unter anderem ein Stück doppelt geräucherten Bauch mit.

So sieht er an- und kleingeschnitten aus. Manchmal ist er auch etwas fettiger. Aber er hat ein schönes, intensives Raucharoma, was er auch gut Speisen mitgeben kann. Und den Effekt hatte ich vor zu nutzen.

In einer Spur Sonnenblumenöl ließ ich ihn etwas aus.

Von einem Spitzkohl habe ich einige der äußeren Blätter abgewickelt und zerzupft. Schneiden oder hobeln wäre natürlich auch gegangen. Da hat ja jeder so seine Vorlieben.

Apropos Vorlieben: Salz, Pfeffer und Kümmel kamen mit in die Pfanne. Das sind so meine Würzvorlieben bei Kohl.

Alles wird gut durchgeschwenkt.

Und bei kleiner Hitze unterm Deckel ziehen gelassen.

Dabei fiel mir dann noch ein, dass ich eigentlich noch eine Möhre reinraspeln wollte. Das passierte quasi fast am Ende, ca. 5 Minuten, bevor ich den Deckel nicht nur zum Rühren, sondern endgültig lüftete.

Dazu gab es Kabeljau. Diese Fischstücke gibt es im Zweier- oder Dreierpack in beinahe jeder konsumentenfreundlichen Tiefkühltruhe. Wobei ich mit dem Produkt noch nicht sonderlich warm geworden bin (kein Wunder bei einem Tiefkühlprodukt – ta taaa). Es entspricht irgendwie nicht meiner spontanen Art zu kochen, da es eigentlich erstmal stundenlang aufgetaut werden muss. Das hat zwei Gründe: erstens ist es dann aufgetaut 😉 und zweitens ist dann die Glasierung – eine dünne Wassereisschicht, die das Stück umhüllt – runter. Einer der Gründe, warum man das Stück nicht direkt aus dem Tiefkühler in die Pfanne legen kann. Das suppt. Dämpfen geht übrigens wunderbar.
Hier habe ich den Fisch mal in den Heißluftofen gelegt. Bei welchen Werten kann ich nicht sagen, da ich sie während des Garvorgangs ständig änderte. Aber 200°C und dann 12 Minuten sind m.E. eine gute Idee. Zum Zeitpunkt, als die Glasierung runter war, habe ich das Fischstück noch gewürzt. Ich hatte da zu Weihnachten eine Fischgewürzmischung gekauft (und nicht genutzt), die muss ja auch mal weg. Man muss zum Ende hin öfter mal gucken, wie der Fisch sich im Ofen verhält. Zwischen im Kern gefroren und furztrocken ist nur ein schmales Zeitfenster. 😉 Aber ich hatte es gut erwischt. 😉
Wobei ich im Nachhinein sagen muss, die Kombination ist nicht sehr optimal. Der Fisch hatte dem Kohlgemüse nicht wirklich etwas mitzugeben, dafür wurde er von ihm aromatisch erschlagen (bringt mal selber das “er” und “ihm” in den richtigen Sinn). Ein Steak oder auch nur Bratfisch wäre wahrscheinlich die bessere Idee gewesen. Aber es erfüllte seinen Zweck: 50+x% Gemüse, 25% Eiweißträger.
Morgen gibt es beim sonntäglichen Restaurantbesuch schon wieder gutbürgerlich. Leider kann ich mich nicht auf den Besuch vorbereiten, das Restaurant hat keine Speisekarte online. Da wird die Lektüre im Haus wohl ein wenig länger dauern. Wenn ich ein wenig in meinen Erinnerungen grabe (ich war schon ein paar Mal dort, aber eben noch ohne Richtlinien und das letzte Mal ist schon etwas her) sehe ich aber gute Chancen, wenigstens etwas maßgebliches Gemüse auf meinen Teller zu bekommen.
 

Tag 31 (20.11.2019)

Langsam schleicht sich Routine ein, was nicht ganz ungefährlich ist, da sich damit auch nicht ganz korrekte Verhaltensweisen manifestieren können. Ich werde mich wohl in einer Mußestunde mal ans Infomaterial setzen und mein Verhalten überprüfen. Ist so ein kleines bisschen wie Religion, ab und an das jeweilige zentrale Dokument zur Hand zu nehmen, um sich wieder einzunorden. Der Vergleich hinkt nicht mal, da doch für viele ihre Ernährung zu einer Ersatzreligion geworden ist.
Das heutige Abendbrot wird Vollkornbrot mit Schwarzwälder Schinken Lachsrauchschinken und Entenbrustaufschnitt bringen, ein paar Physalis und Paranusskerne hinterher. Das Mittagessen war Teil 3 und Schluss der Möhren-Gemüse-Suppe, die ich mit etwas gebratenem Hühnerfleisch aufgepeppt hatte. Käffchen dazu.
Das Frühstück hatte ich in den letzten beiden Tagen schon geteast und es war so hervorragend wie vermutet, wenn auch trotzdem verbesserungsfähig. Tk-Erdbeeren wurden genauso schwung- wie kraftvoll mit Joghurt verrührt, der mit Haferflocken aufgehübscht war. Das nächste Mal werde ich die Erdbeeren vorher klein schneiden, nur das Umrühren verteilte sie nur ungenügend.
Aber der Erdbeerjoghurt war lecker. Wenn ich nicht schon vorher keinen fertigen Erdbeerjoghurt oder Joghurt mit Erdbeerfruchtzubereitung gekauft hätte, würde ich es ab jetzt nicht mehr tun. Richtige Erdbeeren und kein – ich betone: kein – zusätzlicher Zucker im Joghurt sind genial. Man muss natürlich beim Einkauf aufpassen: Es gibt Tiefkühlobst, das mit Zucker in irgendeiner Form versetzt ist. Lasst das Zeug in den Verkaufstruhen und guckt im nächsten Laden nach den zuckerfreien Varianten. Es lohnt sich.

Tag 27 (16.11.2019)

Samstags wird gekocht. Aber wenn, dann gleich so, dass mindestens ein Mittag für die Woche dabei rauskommt. Der Einkauf lieferte ein paar interessante Resourcen. Nur: Was daraus zaubern? Ein anderer Kochblog gab eine Idee.
Viele gute Rezepte fangen damit an, dass Zwiebeln in Butter angeschwitzt werden. Etwas Knoblauch wäre hier auch noch eine Idee gewesen. Ich hatte aber keinen im Haus.

So schwitzen 3 grob zerteilte Schalotten vor sich hin. Schön schneiden musste nicht sein, ihr werdet gleich sehen, wieso.

Das weiße Zeuch ist übrigens Kohlrabi. Genauer: ein Kohlrabi. Geschält und flüchtig zerteilt.

Vom letzten Kochen mit Blumenkohl war noch was übrig, das jetzt ebenso in den Topf wanderte.

Mit etwas Wasser wurde angegossen, Salz, Pfeffer und Kümmel dazu gegeben. Das sollte jetzt fast gar werden.

Die gelben Scheiben im Topf haben sich natürlich nicht selbst gebildet. In einer Tüte mit gemischten Möhren (s.u.) hatten die weißlich-gelben eine gewisse Überzahl, also kam auch noch eine in den Suppenansatz.

Der köchelt schön vor sich hin.

Dann kam ein ordentlicher Schuss Milch mit dazu (auch aus Ermangelung von Sahne o.ä.), es war ca. ein halber Liter.

Hier ist der Grund dafür zu sehen, dass bisher alles nicht so exakt geschnitten sein musste. Der Pürierstab ist ja ein großer Egalisator und zerhackt alles.

Es entsteht eine – je nach Intensität der Anwendung des Mixers – recht ebene oder cremige Suppe. Die braucht aber eine Einlage.

Keine Angst. Das Pulver ist sie nicht. Das ist nur für den Pfiff ein wenig Cayennepfeffer.

Die Schüssel enthält violette, gelbe, weißliche und andere Möhren, die es gestern gebündelt zu Kaufen gab. Schön bunt.

In der Suppe sieht das doch erstmal recht witzig aus. Ich hätte die Möhrenscheiben vermutlich vorgaren sollen. Dann hätten sie die Suppe nicht so verfärbt. Aber – wie heißt es doch immer so schön – hinterher ist mal immer schlauer.
Nun mussten die Möhren in der Suppe garen.

Zur weiteren Vollendung kam noch etwas Kräuterfrischkäse dazu. Auch nicht unbedingt eine der besseren Ideen.

Der Frischkäse hat – ähnlich wie Sahne – eine geschmacksnehmende Eigenschaft. So musste ich anschließend die Suppe nochmal kräftig nachwürzen, damit sie nicht nur cremig schmeckte.

Aber mit ein paar Kräuter und unter Ignoranz der rosa Verfärbung sieht das doch ganz interessant aus.

Die violetten Möhren mit dem orange-gelben Kern sind schon recht interessant. Die optischen Eigenarten müsste man mal auf andere Art etwas mehr hervorkitzeln. Vielleicht in einer klaren Möhrensuppe als Einlage. Es gibt ja auch klare Tomatensuppen, das wäre dann der rezeptliche Ansatz.
Der Rest der Tagesversorgung ist schnell erzählt. Die Suppe wurde zum Mittag, das Frühstück war Vollkonrbrot mit geräuchertem Schweinefilet. Zum Abendbrot gabs dann nur eine Kleinigkeit am späteren Abend. Der Hecht blieb im Tiefkühler und der Räucherfisch im Kühlschrank. Morgen ist auch noch ein Tag.

Tag 14.2 (03.11.2019)

Das heutige Kochen fing mit einem Topf Salzwasser an, in dem es schon ein wenig sprudelt. Ziel ist es, ein Reihe von Gemüse zu blanchieren und auch drei Eier hart zu kochen. Wobei der allererste Schritt schon am Vortag passierte: Da wurden einige Pellkartoffeln gekocht und dann über Nacht auskühlen gelassen.
Aber zurück zum heißen Wasser.

Das Ziel dieser Übung ist übrigens ein Kartoffelsalat – zumindest vom gedanklichen Ansatz her. Aber das wird so unregional, wie es nur geht, so dass der Name schon sehr unzutreffend ist. Der klassische Kartoffelsalat ist m.E. nicht sehr regelkonform, vor allem, wenn man ihn auf einfachste Art zubereitet. Spätestens die Majonäse, so sie nicht selbst zubereitet ist und damit aus bekannten Zutaten besteht, ist ein Ausschlusskriterium, bei gekauften Salaten auch das alles, was sonst noch so darin herumschwimmt. Also selber machen! Und mit Gemüse! Das muss aber blanchiert werden, wenn der Salat nicht zu knackig werden soll.

Hier schwimmen Würfel von Möhre und Kohlrabi im Salzwasser und garen al dente. Anschließend werden sie herausgefischt und zum Abkühlen beiseite gestellt.

Mit ein paar Rosenkohlröschen und einer gewürfelten Zucchini passiert das gleiche, wobei der Rosenkohl entweder einige Zeit vor der Zucchini in den Topf kommt, oder die Zucchini früher rausgefischt werden muss.

Bei der Aubergine dachte ich weniger ans Blanchieren, sondern briet sie mit etwas Olivenöl in einer kleinen Pfanne an.

Röstaromen tun einem Salat auch gut. Ich erinnere da an meinen Obstsalat mit gegrillten Früchten.

Im Wasser zieht mittlerweile der Lauch halbgar. Das geht recht fix.

Ist der Lauch rausgefischt, sollte man das Kochwasser nicht wegschütten. Es ist ja quasi eine Art Gemüsebrühe, die zumindest zum Teil später noch verwendet wird.

Die Eier kamen, auch wenn es nicht so aussieht, in frisches Wasser. Der Topf war wohl noch der gleiche wie beim Blanchieren, so dass das Ausspülen offensichtlich in paar Lauchfetzen überlebt hatten. 10 Minuten ins Kochende Wasser. Das sollte reichen.

Nach dem Abschrecken (*indenTopfguck: “Buh!”) und etwas Nachruhe kamen die Eier wieder in den trockenen Topf und der wurde abrupt mehrfach geschwenkt.

Fertig zum Pellen.

Die Kombination von Kartoffeln und Eiern führt dem Körper mit das hochwertigste Eiweiß zu, das man sich vorstellen kann. Natürlich sind die Knollen auch Träger von hinreichend viel Stärke und damit Kohlenhydrate, deren Verzehr ich gerade minimalisiere. Da hilft aber sehr, dass diese Kartoffeln bereits am Vortag gekocht wurden. Durch das Kochen und Abkühlen lassen wandelt sind ein Teil der Stärke, wie ich irgendwo gelesen habe, in was unverdauliches um und ist dann für die Energiezufuhr des Körpers irrelevant. Meine Ernährungsberatung hat auch ähnliches verkündet.

Eine Stange Bleichsellerie, fein geschnitten, kommt roh in den Salat.

Alle anderen Gemüse dann auch. Hatte ich schon erwähnt, dass man den Salat in einem Gefäß mit dichtschließendem Deckel zubereiten sollte? Noch nicht. Also jetzt. Es wird gleich wichtig.

Die Röhre, in die wir hier gerade schauen, ist ein Mixbecher, in dem sich ein Löffel Senf, Salz, Pfeffer, Knoblauch, heller Traubenessig und eine Mischung aus kaltgepresstem Raps-, Lein- und Sonnenblumenöl befindet. Sehr wertvoll.

Da sich Öl und Essig freiwillig nicht miteinander verbinden, schuf irgendein Vorfahr den Senf, der bei der Emulgation sehr hilfreich ist. Und irgendeine Firma schuf den Mixbecher.

Der Becherinhalt links ist das gleiche wie eben, nur einmal kräftig durchgeschüffelt. Danach kam noch ein ordentlicher Schuss der Gemüsebrühe dazu und alles wurde nochmals durchgeshakt.

Die entstehende Salatsoße kommt dann zu den Gemüsen in der Schüssel und dann wird diese dicht verschlossen.

Das hat den Vorteil, dass man nun den Salat ein wenig shaken kann. Hin und her und drehen und schütteln und rütteln, bis sich in der Box alles gut vermischt hat. Anschließend ab in den Kühlschrank zum Durchziehen.

Später am Tag gab es dann diesen Kartoffel-Gemüse-Salat mit Vignaigrette und Ei als Mahlzeit. Ein paar grüne Kräuter ergänzen nicht nur das Bild aufs trefflichste.

Tag 5 (25.10.2019)

Habt ihr schon mal einen Heidelbeerjoghurt gegessen, der mehr Heidelbeeren als Joghurt enthält? Leckerst! Aber es musste sein. Nicht unbedingt aus mir heraus, aber irgendwie hatte ich einen kleinen “Unfall” mit dem Tiefkühler. Vermutlich habe ich die Tür nicht richtig geschlossen, so dass da das Fach ein wenig Amok lief. Direkt hinter der Tür lag das Paket Heidelbeeren, dass – leicht angetaut – unter sich ließ, was die Schublade arg verschmutzte. Auch die plötzliche, intensive Eisbildung im Tiefkühler sprach für eine nicht korrekt verschlossene Tür. Nunja, so mussten dann die Heidelbeeren (ca. 100 g, da angefangene Packung) sofort verbraucht werden, eine angefangene Packung Joghurt (ca. 100 g) wartete auch auch den Verbrauch, und so kam das eine zum anderen und wurde ein leckeres Nachtmahl. Völlig außer der Reihe, unbebildert und nicht ernährungsplankonform. Ein Esslöffel Zucker hob das Genussniveau merklich.
Aber beginnen wir mit dem Anfang. Tag 5 der neuen Doktrin der Ernährung. Ein Bund Radieschen warte schon ein wenig dringlich auf seine Verwertung, und so habe ich etwa die Hälfte zerraspelt.

Darauf kam dann ein Viertelpfund Quark (nachdem auch etwas Salz und Pfeffer den Radieschengeschmack heben sollten).

Alles wurde gut ineinander gearbeitet. Durch den Saft der Radieschen wurde dann eine recht joghurtartige Speise daraus.

Und für’s erste kleine Jubiläum (Tag 5!) kamen auch noch 5 roteweiße Knöllchen mit Docht oben rauf. 😉 Keine Angst, ich habe nicht versucht, diese anzuzünden. Aber diese Radieschenquark-Variante kann man sich mal merken, mit noch ein paar Kräutern aufgewertet, passt es sicher auch zu Pellkartoffeln.
Dem Abendbrot zugrunde lag dann die Idee, dass die Kombination von Kartoffeln und Eiern eine der wertvollsten ist, was die in beiden enthaltenen Eiweiße betrifft. Natürlich ist die Kartoffel auch ein hervorragender Stärke und damit Kohlenhydratelieferant, was ja nicht mehr so sehr auf der Agenda steht. Deswegen gab es auch nur eine Kartoffel, klein gewürfelt.

Diese Kartoffelwürfel kamen in heißes Rapsöl und durften schon mal etwas vorgaren. Zeit, um ein Paar Möhren in feine Scheiben zu schneiden.

Und weil man auf einem (Gemüse-)Bein nicht stehen kann (okay, man könnte auch die Kartoffeln zu den Gemüsen zählen …), kommt noch ein gewürfelter Kohlrabi dazu.

Und wenn man eben die Kartoffel mitzählt: Dreibeinige Sachen (Tische, Stühle, sonstiges) stehen auf jeden Fall und immer sicher und kippelfrei. Alte Geometrikerweisheit.

Der Deckel kam jetzt etwas mal noch drauf, damit die Gemüse besser garen und nicht noch roh gleich verbrennen. Natürlich wird während der Bedeckelung die Hitze unter der Pfanne so weit es geht verkleinert.

Nach einigen Minuten unterm Deckel (es ist ja alles klein geschnitten und gart demzufolge recht schnell) kommt für den Geschmack etwas Butter, Salz und Pfeffer an den Pfanneninhalt und wird gut durchgeschwenkt.

Diese Eiermasse besteht aus drei Eiern und einem guten Schuss (100 ml) Joghurt. Normalerweise wäre ja Sahne oder Milch die Flüssigkeit der Wahl, da ich beides aber entweder nicht im Hause oder nicht offen hatte, im Joghurtbecher aber noch einiges auf Verarbeitung wartete (die Reste wurden dann mit “ein paar” Heidelbeeren versetzt (s.o.)). Ergebnis: Es geht auch.

Da ich aber kein Omelette, sondern eher ein Rührei haben wollte, habe ich während des Stockens der Eier ein paar Mal gut durchgerührt und so kam dann das gemüsierte Rührei dabei heraus.
Gemüse: √
Eiweiß: √
Balaststoffe: √
Lecker: √

KaCa-KaKophonie – in die Pfanne gehauen

Vorsicht – Wortspielalarm. Auf der Suche nach einer “lustigen” Überschrift bin ich wohl ein wenig auf Abwege geraten. Aber, so schlimm sie ist, es steckt sehr viel Wahrheit drin. Viele zwei Anfangsbuchstaben der Hauptzutaten meines Mittags.
Gemüse wird meist geschnitten, wenn es zu einer Speise verarbeitet wird. So auch hier. So alt, so bekannt.

Karotte, Cabanossi, Kartoffel, Kohlrabi – zugegeben, da hat sich ein Nichtgemüse dazwischen gemogelt, muss aber auch geschnitten werden.

Das Schnibbeln dauert irgendwie immer am längsten. Bei Salaten ist es noch schlimmer. Vor allem, wenn man es fein und gut machen möchte. Das Gemüse sollte ruhig etwas rustikaler zerkleinert sein. Hauptsache, so zwei, drei Stücke passen nachher gleichzeitig auf den Löffel.
In der Pfanne schmilzt etwas Butter mit Öl, wegen der Erhitzbarkeit. Da kann man gleich etwas Zucker drin karamellisieren. Nicht viel, aber etwas schon. Auch Salz kann anschließend mit hineingegeben werden. Grundwürze sozusagen.
Dann kommt das Gemüse hinzu.
Dem Pfanneninhalt kann gleich noch etwas weitere Würze mitgegeben werden. Ich habe auf Zitronenpfeffer, Rosenpaprika, Kukuma und ein paar Trockenkräuter zurückgegriffen.
Deckel drauf und und bei geringer Hitze fast garziehen lassen. Das dauert so 10 Minuten, vielleicht auch etwas mehr. Zwischendurch vielleicht auch mal umrühren, aber es dürfen sich ruhig ein paar Röstaromen bilden.
Sind Möhre und Kohlrabi al dente, können die Cabanossi-Scheiben mit in die Pfanne und leicht angebraten werden.
Rühren, rühren, rühren, dann etwas Brühe hinzu, etwas leichtes. Dann immer weiter rühren. Hat man eine mehlig kochende Kartoffel verwendet, kommt es schon dadurch zu einer leichten Bindung der Soße.
Apropos Soße, zu der kommt noch ein großer Löffel Frischkäse. Der wird gut eingerührt und dann sind wir auch schon fast fertig.
Sollte das Gemüse immer noch zu al dente sein, kann man das hier noch etwas sanft nachgaren lassen. Hier ist aber auch der Punkt zum Abschmecken und zum Salzen, Pfeffern, Rosenpaprikaen. Etwas granulierten Knoblauch habe ich auch noch rangetan.
Und natürlich etwas Grünzeug. Petersilie und Schnittlauch waren das Ergebnis meiner Wahl. Daneben lag nur noch Dill im Tiefkühler, aber das schien etwas unpassend.
Natürlich hätte ich den Tellerrand noch etwas säubern können. Aber hier wird ja eher rustikal und nicht fein gekocht. Ich bin mal gespannt, wie am Montag die Rest schmecken werden, neu aufgewärmt und zwischendurch kühlschrankgelagert. Eben auch gut durchgezogen.

Norddeutsche Fischsuppe (25.03.2019)

Schön ist ja, wenn man montags zwar nicht das Essen, aber doch die Berichterstattung darüber vergisst. Zumindest das Bildmachen. Deswegen gibt’s heute nur einen halbvollen Suppenbecher, was aber nicht wirklich eine Rolle spielt, voll sah die Speise genauso aus, sie hatte nur etwas gehacktes Grün mehr oben drauf, das ihr aber schon von den anderen Suppen kennt.

Leckere Fischwürfel mit passenden Gemüsen wie Fenchel, Möhren und Wirsing, Dill u.a. und der kleine Schuss Sahne machten alles zu einer angenehmen Mahlzeit.

Deja vü

Leber mit Stampfkartoffeln und Zwiebeln und Apfel hatte ich zwar diese Woche schon mal (oder letzte, wie man’s nimmt), auch wenn es diesmal völlig anders aussieht.

Da ich heute etwas später aß, ließ die Temperatur etwas zu wünschen übrig, es war aber am Anfang der Verspeisung noch angenehm. Die Leber lag dabei natürlich etwas zu lange warm, was einer Auf-den-Punkt-Garung systembedingt widersprach. Diese Rahmenbedingungen berücksichtigt, war sie eigentlich erstaunlich gut.
Erstaunlich gut ist auch die Beurteilung der Stampfkartoffeln, die im Unterschied zu anderen Lieferanten oder Kantinen aus richtigen Kartoffeln hergestellt war und nicht aus Flocken.
Im großen und ganzen widerspricht die Optik dem Genusserlebnis, letzteres war besser, als es nach dem Bild zu vermuten wäre.
Apropos Bild. Da es heute auch noch eine rohkostige Beilage gab, kann ich ein gestern erwähnte Eigenheit auch optisch nachreichen.

Möhrenrohkost mit Mandarine.

Wenn Kohl in den Kopf steigt


Nun spinnt er völlig. Suppe in der Pfanne.
Die Idee dahinter ist vermutlich noch verquerer: Kurz hatte ich darüber nachgedacht, aus der Suppe eine Frittata zu machen. Die zunehmende Erhitzung mit der einhergehenden Verflüssigung der Suppe ließ die Idee dann aber wieder in den Hintergrund treten.
Als ich die Suppe dem Kühlschrank entnahm und in ihrer Plasteummantelung betrachtete, war von der Flüssigkeit wenig zu sehen. Vermutlich lag eine gewisse Gelierung zugrunde, die offensichtlich der Qualität der Brühe zuzurechnen ist. Und das kam so:
Nachdem ich auf Wunsch eines einzelnen Herrn Schichtkohl zubereitet hatte, lag noch ein angefangener Kohlkopf in der Gegend rum, der auch irgendwie verarbeitet werden wollte. Kurz dachte ich auch hier schon an die Frittata-Idee, der aber die Kohlreste nicht komplett zum Opfer gefallen wären. Also musste noch eine zweite Idee her, die dann aber die erste wurde.
Suppe machen ist recht einfach, dauert nur immer ein wenig. Aber wenn man einen TV-Abend plant oder etwas ähnliches, wohnungsgebundenes vorhat, kann man nebenher die Suppe kochen. Und nach dem nachfolgenden Prinzip kann man viele Arten von Suppe kochen: Kohlsuppe, Wrukensuppe, Kartoffelsuppe, … Und das gute: Man kann sich bis ca. 45 Minuten vor dem geplanten Verzehr noch entscheiden, was es für eine Suppe werden soll. Entsprechende Lagerbestände vorausgesetzt.
Basis ist ein Stück Suppenfleisch (300-500g, Rind) und etwas (leicht) geräucherter und gepökelter Bauchspeck (100-200g, Schwein). Andere Einlagen kann man nach Belieben dazu tun: Schweinepfote oder -ohr, Schweineschwanz,  Kalbsfuß, Markknochen, Mettenden, … Das Suppenfleisch wird in mundgerechte Würfel geteilt, vor allem Sehnen u.a. sollten dabei zerschnitten, aber nicht unbedingt abgeschnitten werden. Ob man das Fleisch anbrät oder nicht, ist Geschmackssache und hängt vom Ziel der Suppe ab. Anbraten bringt die kräftigere, aber auch dunklere Brühe. Den Speck könnte man auch etwas anbraten, da gilt das gleiche.
Fleisch und Speck sind also im Topf, darüber kommen gewürfelt oder anderweitig klein(!) geschnitten die üblichen Verdächtigen: Zwiebel (bei dunkleren Suppen gern mit Schale), Möhre, Lauch, Sellerie. Darüber dann das kalte Wasser und ein erster Schub Gewürze: ein wenig Salz, Pfefferkörner, Piment, Lorbeerblatt. Das Wasser sollte den Topfinhalt großzügig bedecken (immerhin kommen noch die namensgebenden Zutaten hinzu). Dann gebe ich ordentlich Feuer drunter und lasse alles einmal aufkochen. Dann wird die Hitze reduziert. Meist wird von einem leichten Simmern gesprochen, wenn es um die richtige Einstellung der Temperatur geht. Ich habe es die letzten Male so gemacht, dass der Topfinhalt gerade so nicht mehr gesimmert hat. Ich vermute da eine Temperatur unter 100°C, eher so 80-90°C. Wer das einstellen kann, sollte es mal probieren. Die Bereitung der Grundbrühe – darum handelt es sich hierbei – dauert zwar dadurch noch länger, aber es wirkt sich positiv auf die Verzehrbarkeit des Fleisches aus.
Wenn man die Temperatur eingestellt hat, fängt der gemütliche Teil des TV-Abends an. Chips und geistiges Getränk sowie eine gute Programmauswahl machen daraus einen schönen Abend. Wer ganz sicher gehen will. sollte sich einen Film im Privatfernsehen anschauen und die Werbepausen zur Suppenkontrolle nutzen. Zwei oder drei Stunden kann das ganze jetzt gut dauern. Kriterium ist der Garzustand des Suppenfleischs. Sollte eine der anderen Einlagen gefahr laufen zu verfallen, kann man sie aus der Brühe fischen und später wieder mit dazu geben. Der Speck zerfällt aber planmäßig.
Sollte man die Brühe wirklich am Vorabend gemacht haben, wird die Hitzequelle unter dem Topf dann abgestellt und alles langsam abkühlen gelassen. Am nächsten Tag werden dann die Hauptzutaten vorbereitet. Für mich hieß das, den Kohl klein zu schneiden und ein paar Kartoffeln zu schälen und zu würfeln. Beides kommt in die Brühe, die dann wieder aufgekocht und dann leicht köcheln gelassen wird, bis die Kartoffeln gar sind. Wenn das passiert ist, steht einem Suppengenuss nichts mehr im Wege (abschmecken sollte man übrigens auch noch, so habe ich zusammen mit dem Kohl auch Kümmel mit an die Suppe getan, die übliche Verknüpfung).
Oben – in der Pfanne – befand sich übrigens der letzte Rest der Suppe, nachdem 4-5 Portionen bereits vertilgt worden sind. Tut man statt des Kohls gewürfelte Steckrübe und ggf. frische Möhrenwürfel und die Kartoffeln hinzu, gibt es einen schönen Wrukeneintopf. Man könnte auch nur Kartoffelwürfel nehmen (dann natürlich mehr). Bei festkochenden gibt es eine eher klare Kartoffelsuppe, bei mehlig kochenden (und etwas Rührenthusiasmus) kommt eine gebundene Tüftensuppe dabei heraus. Man kann sich aber auch einen Teil der Brühe abfüllen und einfrieren. Gute Brühe kann man immer gebrauchen.