Mehrere Witze, teils unlustig, und Änderungen

Fangen wir mal mit einem guten Witz an. Wer mir auf SoMe folgt, kennt den aber schon. Ein Blick aus einem dienstlichen Fenster.

„Für’s Mittag was beim Lieferdienst bestellt. War der Hunger wohl doch größer…“

Metro-Lieferwagen für Großverbraucher

Weniger witzig war eine Entdeckung, die ich neulich mal im Discounter des Tages machte – ich weiß schon gar nicht mehr, in welchem. Ihr kennt ja die quadratischen Tütchen mit den fernöstlichen Instand-Nudeln. Nudeln in eine große Tasse/Schale, Inhalt der beigelegten Tütchen dazu, kochendes Wasser drauf, ziehen lassen, fertig. Aus vielen Aspekten heraus nicht so der große Bringer. Aber ein vietnamesischer Hersteller in Zusammenarbeit mit einem polnischen Vertrieb dachte dann mal an die Europäer und ihre kulinarische Geschichte.

"Gulaschsuppe mit Nudeln"Diese „Instand-Nudeln mit pikanter Würzmischung mit Gulaschgeschmack“ ist an Plörrigkeit nicht zu übertreffen. Pikants ist vorhanden, aber: das soll eine Gulaschsuppe sein und kein Chili con carne oder eine Currywurstsuppe*. Ein wenig Gebundenheit hätte ich schon erwartet, wenn es schon keinen guten Gulaschgeschmack gibt. Aber: Nix. Kannste vergessen. Muss keiner haben. Zwei Sachen waren aber auf der Tüte noch lustig. Die Vertriebsfirma sitzt in einer Marco-Polo-Straße (gerade für den Vertrieb fernöstlicher Produkte witzig) und in der „Suppe“ befindet sich Kaffeeweißer. Das lass ich mal so stehen.

Sonntagmittag

„Fällt ihm denn gar nix anderes mehr ein“, könntet ihr jetzt fragen. Und ich antworte: „Doch!“ Aber das gibt’s vermutlich dann nächsten Sonntag. Die Zutaten sind bereits im Haus aber Bestandteile, also Teile des Bestandes riefen: „Wir müssen zuerst aufgebraucht werden!“ Und da sich dröger Reis und tiefgekühlter Fisch länger halten als „Frischware“, kommt eben der in Topf und Pfanne. Bei der Entnahme der zum Samstagsfrühstück geplanten Eier fand ich zwei angeschlagene, die das Kochen vermutlich nicht heiß überstanden hätten. Auch die Kartoffeln flüsterten „Verbrauch mich …“ und die Tk-Erbsen-Tüte war groß genug, noch einen Rest für nächsten Sonntag zu enthalten.

Spiegelei, Kartoffel-Möhren-Erbsen-GemengeDie Eier wurden sanft in der Pfanne gebraten, ich mag sie sowieso nicht knusprig, da gehe ich meist nicht mit allzugroßer Hitze ran. Diesmal habe ich es aber vielleicht etwas übertrieben mit der vorsichtigen Wärme. 😉 Übrigens: Keine Angst, dass die Eier ungewürzt sind, die Würze (Salz, Pfeffer) habe ich mal ins Bratfett gegeben … Oben drauf sieht es ja nicht so gut aus.

Spiegelei, Kartoffel-Möhren-Erbsen-GemengeUnter den Spiegeleiern ist ein Kartoffel-Möhren-Erbsen-Gemenge. Mehligkochende Kartoffeln wurden geschält und gewürfelt, eine Möhre auch und beides wurde in der Mikrowelle gegart. Kurz vor Ende kamen die Tk-Erbsen dazu. Nicht eine der besseren Ideen. Nach der Garung wurde gewürzt (Salz, Pfeffer, Muskat) und mit Sahne vermengt. Und dann wurde mit der Gabel gerührt und gerührt und gerührt und gerührt … bis die Sahne zusammen mit den sich leicht auflösenden Kartoffeln eine Bindung entstehen lässt. Ursprünglicher Plan war, Kartoffeln und Möhren zu einem Stampf zu verarbeiten – mit besagter Sahne – und dann die Erbsen dazu zu geben … Aber was sind schon Pläne?!

Spiegelei, Kartoffel-Möhren-Erbsen-GemengeBeim Essen habe ich die Eigelbe zerschnitten und alles mit dem darunter liegenden Gemenge vermischt. Grundsätzlich eine gute Idee, ein wenig mehr Hitze wäre trotzdem nicht schlecht gewesen. Nun erledigte das heiße Durcheinander noch ein wenig von der Aufgabe.

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*) Wobei ich mich auch immer schon frage, was diese Scoville-Challanges mit Currywurst zu tun haben? Bringt da jemand Curry und Chili durcheinander? 

Schnelles Mittag, auch mal am Sonntag

Das Kochblog-Universum hat schon einige, sehr vielfältige Bewohnende. Vergleiche mit einschlägigen SciFi-Serien und -Filmen oder deren Parodien vermeide ich mal, das führt nur zu Missverständnissen. 😉 Und die sind sowieso vielfältig, zumal Begrifflichkeiten nicht immer so eindeutig sind. Dabei meine ich diesmal nicht mein Lieblingsthema Gyros, der natürlich nur echt vom Drehspieß sein kann, wie der Name schon unterstellt. Alles andere ist Pfannengeschnetzeltes, nach Gyrosart gewürzt. Immer mehr amüsiere ich mich über offenbar A.I.-generierte Blogs oder Blogs, die mit extralangen Artikeln und offensichtlich A.I.-aufgehübschten bzw. generierten Bildern glänzen und versuchen, ein Zubrot zu erwirtschaften. Da sind mir die handgemachten und nicht ganz so perfekten schon sehr viel lieber. Aber auch hier ist man vor Faux pas nicht gefeit.

Ein breites Grinsen zaubern mir immer wieder Themen wie „Original Soljanka Rezept“ oder feinfühliger „Das Original-DDR-Rezept für Tomatensoße“ oder das ursprüngliche Rezept Bolognese oder Chili con carne auf’s Gesicht. Das Kommentieren zu den Beiträgen habe ich aufgegeben. Noch lustiger wird es, wenn oben drüber „Original“ steht, im Artikel dann aber nach Herzenslust variiert wird. Wie bei vielen gewachsenen Gerichten gibt es meist kein „Original“, und selbst durch Einheitsparteien gelenkte Staaten hatten eine erstaunliche Varianz in der Zubereitung von Gerichten. Da gab es nicht nur regionale, sondern auch zeitliche Unterschiede. Sicher, man kann ja manchmal eine Art Essenz aus allen verfügbaren Rezepten eines Gerichtes ziehen, aber das wird dann so abstrakt, dass es auch nicht stimmig wird. Meist sind die kleinsten gemeinsamen Nenner aller Varianten eines herzhaften Rezeptes Salz und Pfeffer, bei allen anderen Zutaten hat jeder was eigenes. Oder wo sind die echten Unterschiede zwischen Soljanka (in all ihren Varianten) und Minestrone. Immerhin kennen wir es bei gefüllten Nudeln ja auch, die regional variierend als Wan Tan, Ravioli, Maultaschen, Dim Sum oder letztendlich auch als Mac’n’Cheese daherkommen, zu Bällchen geformt, paniert und frittiert. Letztendlich könnte man den Gedanken zusammenfassen, dass Rezepte mit „Original“ im Titel nur dann wirklich seriös sind, wenn es etwas völlig frei selbst entwickeltes ist und es in der Floskel „Mein Original“ daherkommt.

Wie komme ich drauf? Dieser Tage las ich einen Artikel über cremige Pasta. Möchte man sowas essen? Wo doch immer alle dringend darauf hinweisen, dass Pasta unbedingt al dente zubereitet werden muss. Cremig wäre doch dann eigentlich viel zu lange gekocht. Oder meint Pasta vielleicht doch das ganze Gericht? In meinem Kopf haben sich die Begriffe „Pasta“ und „Nudeln“ synonym verknüpft, in einem Anflug von Präzisierung hängt die Unterscheidung eher an der Herkunft der Teigwaren. So wurden in dem Rezept auch nicht die Nudeln cremig sondern „nach Packungsanleitung“ gekocht; in dem Zustand kamen sie aber mit einer cremigen Soße in Verbindung. So erklärt sich die Verbindung von cremig mit Pasta und ich baue wohl mal meine Vorurteile ein wenig um, indem ich Pasta nicht nur als Nudeln sondern auch als Nudelgericht synonymisiere. Interessanterweise hat damit das italienische Wort „Pasta“ eine gewisse Parallele mit dem englischen „intelligence“, das ja auch im deutschen mehrere, teils weit auseinanderliegende Bedeutungen hat. Vielleicht sollte man es (ähnlich wie „pregnant“ nicht mit „prägnant“ übersetzt werden sollte) auch nicht mit „Intelligenz“, sondern mit „Nachrichtendienst“ übersetzen. Gerade auch in Verbindung mit A.I. fände ich die Übersetzung als K.N. viel treffender. Der ehemalige Sprachhüter Bastian Sick – ältere erinnern sich – nannte sowas mal „falsche Freunde“, wenn englische und deutsche Begriffe sehr ähnlich klingen, aber doch sehr verschiedene Bedeutungen haben.

Sonntagmittag

Nach der Geistesleistung 😉 braucht’s auch was „vernünftiges“ in den Magen. Immerhin verbraucht das Hirn gut ein Drittel der gesamten Energie, die der Mensch so aufnimmt. Wobei das vermutlich ungenau formuliert ist. Also vielleicht nochmal besser: Immerhin setzt das Hirn gut ein Drittel der gesamten Energie um, die der menschliche Organismus als ganzes umsetzt. Ob damit dann immer nur Geistesleistungen gemeint sind oder „nur“ der Kopf als großer Wärmeabstrahler, sei mal dahin gestellt. Und dann kommt u.U. immer noch die heiße Luft dazu, die in Worte codiert manchen Mündern entfleucht. Da ist es vermutlich gut, dass ich Übertragungen von Parteitagen nicht folge, die doch auch zu großen Heißlufterzeugern mutieren (bzw. es von vornherein sind). Über manchen müsste man waagerechte Windräder installieren, um der aufsteigenden Hitze gleich einer Weihnachtspyramide die Energie zu entziehen, um damit Wärmepumpen anzutreiben, die dann die heiße Luft absaugen und energetisch nutzbar machen. Wobei das keine neue Idee ist und schon so gemacht wird (bis auf das nutzbar machen). Meist finden solche Veranstaltungen in klimatisierten Räumen statt und es gibt gekühlte Getränke. Beide Geräte (Klimaanlage und Kühlschrank) sind physikalisch-technisch gesehen Wärmepumpen.

Sonntagmittag – der zweite Versuch

Jetzt aber zum Essen. Wobei: ein wenig hei´ße Luft ist auch dabei. Heiß und trocken. Die Kartoffeln und zum Ende hin auch die Wurst kamen in den Heißluftofen.

Ofenkartoffeln, Rahmkohlrabi, KäsebockwurstDabei waren die Kartoffeln nach dem Schälen in engem Kontakt mit etwas Öl, Salz und Rosmarin, die Wurst kam naturell (wenn man das bei Wurst so nennen kann) in den Ofen, nachdem von den 30 min. für die Kartoffeln 22 vorbei waren.

Ofenkartoffeln, Rahmkohlrabi, KäsebockwurstDer Kohlrabi war geschält und grob gewürfelt. In einer Pfanne wurde eine geschnittene Schalotten angeschwitzt, dann mit einem Becher Schlagsahne abgelöscht und die der Kohlrabi leicht köchelnd in der Sahne gegart, bis er den nötigen Gargrad erreicht und die Sahne schön eingedickt ist. Salz und Pfeffer, am Ende auch etwas Chili geben Geschmack und Pfiff. Achja, und etwas Petersilie – für’s Auge.

Ofenkartoffeln, Rahmkohlrabi, KäsebockwurstDie Kartoffeln waren wirklich so klein. Und nach dem Schälen erst recht. Natürlich hätte man auch durch Vierteln Kartoffelspalten draus machen können. Aber wer hat das noch nicht gemacht? 😉

Mittag á la Football u.a.

Wie sagt‘ schon einst der Dichterfürscht,
pass uff, daste recht zitieret wirscht.
De Nerd am Herd simuliert doch nur,
die Kenntnis literarischer Hochkultur.

Tätäää, badumm tsssss.

Es sind zwei Seelen – ach – in meiner Brust … Soweit das Dichterfürstzitat und der kleine Ausflug ins Närrische. Die beiden Seelen haben auch Namen: Gewissen und Ego. Bei „Gewissen“ bin ich noch nicht ganz sicher, ob es das richtige Wort ist. Aber von Anfang an, zumindest den Anfang meiner Wahrnehmung. Da gibts doch auch ein Zitat, sinngemäß: Hinter jedem erfolgreichen Beuteltier steht ein Mann. Oder so ähnlich. Und irgendwie war es zwischen den Jahren und recht viele C’s spielten auch eine Rolle. Und Wortspiele. Und D’s. Und fruchtbarer Boden, auf den alles fiel. Und eine Bewegung, die sich neudeutsch DI.DAY nennt und die auch – da es die Top-Level-Domain .day gibt – unter di.day in diesem Internet erreichbar ist. Richtigdeutsch, aber die Bezeichnung hat sich nicht so richtig durchgesetzt, heißt das Ding wohl DUT – Digitaler Unabhängigkeitstag. Infos darüber auf der verlinkten Seite.

Aber zurück zu den Seelen. Nachdem ich mich in der heimischen Büroecke bereits seit einigen Monaten im wesentlichen linuxifiziert habe, kommt jetzt das Online-Leben dran. Das will aber mit ein wenig gedanklichem und organisatorischem Vorlauf passieren. Nun bin ich ja auch auf den textorientierten Sozialen Medien unterwegs (nicht unbedingt mit Herdcontent), da kann man ja mal „ausmisten“. So schrieb ich schon mal in das eine Profil den Gedanken, dass ich bei einem der nächsten DI.DAYs dort verschwinde. Vage genug, um nicht hektisch zu werden; konkret genug, um den Zusammenhang zu erläutern. Am Samstag hatte ich dann eine schöne (aus meiner Sicht) Post-Idee, die ich dann auch auf Mastodon, Bluesky und Threads ventilierte. Nun sind normalerweile die Reaktionen auf meine Posts nur mit sehr empfindlichen Messmethoden überhaupt wahrzunehmen. Im konkreten Fall – eine Mischung aus Technik und temporärer Blödheit – überraschte mich die Zahl der Like-Herzchen und Antworten doch ein wenig. Wie sich Lesende dieser Zeilen vermutlich schon denken können: Ausgerechnet auf dem SoMe, wo steht, dass ich es demnächst zu verlassen gedenke, gab es am meisten Reaktionen. Sowas schmeichelt natürlich dem Ego, aber das Gewissen stemmt sich noch dagegen. Schauen wir mal, wer gewinnt. Bis zum nächsten DUT ist ja noch ein halber Monat, der übernächste ist in anderthalb Monaten … Immer am ersten Sonntag im Monat.

Sonntagmittag

Der Verpackung zufolge hätte ich zum Mittag Football gucken müssen, es war aber „Die schönsten Bahnstrecken der Welt“. Irgendwas mit Alaska. Wobei ich die Beilagenkombination aus Sydney geklaut habe, aber auch nicht so richtig. Irgendwo bin ich die letzten Tage auf eine alte Reise-Ess-Reportage von Anthony Bourdaine gestoßen, wo er sich in Australien bewegte und unter anderem einen Meat Pie mit einem Schlag Kartoffelbrei, Erbspüree und Bratensoße oben drauf genussvoll verzehrte. Das wäre mir jetzt doch ein wenig zu feist, außerdem kommt man ja nicht so schnell mal zwischendurch nach Sydney.

Kartoffelbrei mit Erbsen, Chickenteile, ZwiebelringeRund um den vererbsten Kartoffelbrei liegen Hühnchenteile und sogenannte Zwiebelringe, die ich unter dem Namen „Football-Box“ einer Tiefkühltruhe eines Lebensmittelhändlers entnahm. Die Zubereitung gelang mithilfe des Packungsaufdrucks recht gut, allein die Qualität … Naja.

Kartoffelbrei mit Erbsen, Chickenteile, ZwiebelringeBeim Kartoffelbrei nähere ich mich in gewissen Sinne immer mehr Paul Bocuse an. Natürlich hat er zur Garung der Erdäpfel keine Mikrowelle benutzt, aber ein wenig Muskat wird er auch benutzt haben. Und Butter. Der Anekdote nach soll es der große französische Koch mit einem Butter-Kartoffel-Verhältnis von 1:1 zubereitet haben. Soooo weit bin ich noch nicht. Aber andererseits ist hier zur Breizubereitung nur Butter und keine weitere Flüssigkeit drin. Die Erbsen wurden erwärmt und untergerührt, alles dann noch mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt und per Deko-Ring angerichtet.

Kartoffelbrei mit Erbsen, Chickenteile, ZwiebelringeDie teigfreien Hähnchenteile gingen, von irgendeiner Würze war wenig zu spüren. Die teigummantelten Flügelteile hatten dadurch wenigsten etwas Würze, wobei der Teil wesentliche Teile der Masse und des Volumens einnahm. Knuspriges Brot mit Huhn. Die Zwiebelringe waren natürlich Zwiebelmatschringe, also ein süßes Zwiebelmus im Teigring vorfrittiert. Alles drei Produkte, die da in einem Karton vereinigt wurden, die es vermutlich jeweils einzeln in besserer Qualität zu kaufen gibt (wobei mir die teigigen Hähnchenflügel noch nicht aufgefallen sind). In ohneteig habe ich da noch welche im Tiefkühler zu liegen, die ich auch mal fertig erwarb, die bedeutend besser sind. Leider weiß ich nicht mehr, wo die her sind. Vermutlich war es sowieso Aktionsware, die zu gut für’s Sortiment des Discounters sind.

Wurscht, Milchkaffee und Sonntagsessen – inkl. Montags-P.S.

Manchmal wundert es mich doch, wenn ich bei bestimmten Discountern (meist) Fleischprodukte in den normalen Warenregalen finde, die ich gefühlt eher im Kühlregal verorten würde. Brühwürste sind so ein Beispiel. Nun bin ich aber zur Zeit auf einem Trip, dass ich gar nicht mehr so viel Wurst esse. Ausnahmen bestätigen die Regel. Zwei grobe Gedankenstränge führen zu dieser Einstellung: Einmal der hohe Anteil versteckter Fette, zum anderen das Vermindern von Nitriten und deren Ablegern (vulgo u.a. Pökelsalz). Beides nicht so gut für den Körper. Eine der Ausnahmen, die ich gelegentlich mal mache, ist Schinkenkrakauer, je gröber, desto besser. Der Fettgehalt ist nicht sooo groß (13% gegenüber 30%+x bei zwei anderen gerade im Haus befindlichen), dafür ist aber gut Pökelsalz drin. Am besten kaufe man die Wurst im Stück, und da gibt es zwei „Unterarten“, die einer Unterscheidung bedürfen (s.o.). Natürlich gibt es eine Vielzahl von Herstellern (vermutlich sind das gar nicht so viele) und demzufolge auch Rezepten. Aber mir ist, als ich neulich mal auf ein ungewohntes Produkt ausgewichen bin, etwas aufgefallen.

Krakauer (genauer: Schinkenkrakauer, lecker)Die echte polnische Krakauer gibt es in kühlpflichtig und in nicht kühlpflichtig. Die Optik bei beiden ist recht ähnlich, aber nach dem Verkosten kann ich von der nichtkühlpflichtigen nur abraten. Natürlich kann man sich die Frage stellen, warum sie einmal gekühlt gelagert werden muss und einmal nicht, allein am Einschweißen in Plastik kann es nicht liegen – das sind beide. Zutatenvergleich habe ich unterlassen bzw. müsste mir erst die schlechtere von beiden neu kaufen, was ich nicht tue. Aber die Variante aus dem normalen Warenregal war bei weitem nicht so lecker wie die Kühlvariante. Sehr viel dröger im Biss und im Mundgefühl, man hatte das Gefühl, da noch ordentlich Majonäse raufschmieren zu müssen. Das ist mir bei der gekühlt verkauften Variante noch nie passiert. Also: In Zukunft immer nur die gekühlte Variante. *KnotenindenEinkaufszettelmachen*

Milchkaffee

Das Thema hatte ich schon öfter. Grundtenor: Die Hausmarken der Discounter und Supermärkte (zumindest bei mir in der Region) sind besser als die kalten Milchkaffees von bekannten Markenherstellern bzw. unter bekannten Labeln. Kürzere Zutatenliste, rainforestalliancezertifiziert usw. Kommen ja alle auch aus der selben Molkerei und haben bei gleichen Typen auch gleiche Zutatenlisten.

Nun ist mir beim Rumspielen mit der Bestell-App eines Supermarktes aufgefallen, dass sie neben Marken-Milchkaffees auch Becher (250 ml) in der Discountmarke des Supermarktes und Plastikflaschen (330 ml) in der Hausmarke haben. Beide kommen aus der selben Molkerei und haben die selbe Zutatenliste (bei gleichem Typnamen). Da die Behältnisse unterschiedlich groß sind, vergleichen wir die Literpreise, dankenswerterweise in der App ersichtlich. Der Milchkaffee im Becher kostet demnach 3,00 €/l, der im Fläschchen 3,91 €/l, also fast ⅓ mehr. Nur wegen der anderen Marke? Oder der anderen Konfektionsgröße? Wobei, bei der Nachrecherche beim Schreiben dieser Zeilen ist mir doch ein Unterschied zwischen beiden Rezepturen aufgefallen: Der Discountbecher enthält mehr Kaffee als die Hausmarkenflasche. Prozentual. Aber ist der Milchanteil wirklich so teuer, dass das den Preisunterschied erklärt? Immerhin sind bei der Hausmarke zwei Prozentpunkte mehr drin. Von der fettarmen. Und es ist ein Hauch weniger Zucker drin. Rundungsfehler? Sollte ich doch mal in den Supermarkt gehen, kann ich ja mal den Geschmacksvergleichstest machen.

Sonntagmittag

Achja, das leidige Thema: „Was esse ich am Sonntag?“ Gekocht hatte ich schon am Sonnabend etwas, das gabs aber erst (planmäßig) Montagmittag auf Arbeit. Der Sonntagvormittag fand mich für Kühl- und Vorratsschrank (stehen erfreulicherweise gleich nebeneinander) und mit der grooooßen Denkblase über’m Schädel: „Watt nu?“

Schlemmerfilet, SpitzkohlkartoffelnDa braucht man sich nicht zu wundern, wenn dann auf den ersten Blick eigentümliche und ein wenig übervegetabile Gerichte dabei herauskommen. Aber es war recht schmackhaft, also gehts. Links ist ein klassisches Schlemmerfilet eines groooßen Tiefkühlherstellers. Irgendwas mit Spinat und Tomate-Mozzarella. Der Belag ist mir ein wenig beim Anrichten verrutscht, also kam das Fischfilet zum Vorschein. Rechts eine Mischung aus Spitzkohl und Kartoffeln.

Schlemmerfilet, SpitzkohlkartoffelnDie verrutschte Auflage schuf die Chance, doch mal das pure Fischfilet zu probieren. Und ich muss sagen: Es ist Fischfilet. Nunja. So erwartbar. Die Auflage war dann sehr spinatig, ein wenig tomatig und mozzarellabewürfelt, letzteres hatte eher Auswirkungen auf Konsistenz und Mundgefühl. Es ist ein wenig Schade, dass das sachgerechte Erwärmen den Eindruck der industriellen Herstellung, der sich im tiefgekühlten Zustand doch bot, nicht wirklich verwischen konnte. Die Auflageplatte zerfloss nicht und lag genauso am Ende auf dem Fisch wie am Anfang. Nur loser.

Schlemmerfilet, SpitzkohlkartoffelnWährend der Fisch im Öfchen wärmte und buk, kam in eine Pfanne etwas Butter, Bauchspeck, Knoblauch und Schalotte und wurde angeschmurgelt. Die letzten drei Sachen waren gewürfelt, was bei der Butter auch wenig sinnvoll ist, da sie in der Pfanne sowieso schmolz. In Streifen geschnittener Spitzkohl ergänzte den Pfanneninhalt, dazu kamen Salz, Pfeffer, Kümmel und eine Spur Chili für den Pfiff. Als der Kohl zusammen gefallen war, kamen die gekochten Kartoffelstücke dazu und wurden beim Einrühren auch noch ein wenig zermanscht. Ein wenig Flüssigkeit war nämlich in der Pfanne entstanden bzw. zugegeben. Letzteres in Form eines Schusses Apfelsaft (mit Birne).

Fazit: Ausbaufähig, aber lecker. Und für „keine Idee beim Wochenendeinkauf“ doch recht gut.

P.S.: Montagmittag

Noch vom vorhergehenden Wochenende war noch was über geblieben, genauer: gar nicht erst verarbeitet. Also kam das jetzt ran und wurde zu einem Mittag auf/für Arbeit. Irgendwas mit Gurke, Kartoffel, Tomatenmark, Knoblauch und Schalotte. Ein wenig Butter war auch hier dabei. Das gibts aber erst am morgigen Dienstagmittag.

Heute gab’s doch noch die Spitzkohlreste. Rezeptlich in der Idee von „Krautfleckerl“, nur ohne Fleckerl, andere, verfügbare Pasta tat es auch.

Pasta, Spitzkohl u.a.Die Nudeln wurden normal gekocht und dann in einer Pfanne mit dem Krautrest von Sonntag vermengt und schön angebraten. Dass da noch ein paar Stückchen Kartoffeln (rechts, fast oben) dabei waren, störte nicht. Die rötlichen Spirelle waren übrigens Linsennudeln. Hatte ich so noch nicht, waren aber gar nicht mal so schlecht. 100% rote Linse, die anderen Nudeln waren irgendwas mit Dinkel.

Pasta, Spitzkohl u.a.Ein gewisser Flüssiganteil wäre noch eine Idee gewesen, aber das Nudelwasser war schon im Ausguss und anderes stand in unserer Tee-Küche auf Arbeit leider nicht zur Verfügung. 😉

Kohlente

Vielleicht zum Eingang einen kleinen Schwank aus meinem Leben der letzten Woche, der nix mit Essen und Trinken zu tun hat. Dazu aber die Frage: Sagt Euch der 14.10.2025 noch was? Auch einer der sogenannten „versteckten“ „Feiertage“. 😉 Nein, nicht wirklich. Das war der Tag, als Microslop (so heißt das wohl jetzt, wenn man IN sein will, wobei ich ja noch das i durch ein a ersetzt hätte) seinen Support für Windows 10 einstellte resp. einstellen wollte. Windows 11 als Nachfolger stand ja bereit … Allerdings war ich schon soooo lange mit Win10 verbunden, dass meine Hardware (PC) sich weigerte, für Win11 bereit zu sein. Stellte sich die Frage nach einem neuen Rechner. Der alte war aber auch noch super funktional, so dass ich den Wechsel nicht wirklich einsah. Die angebotene einjährige Lizenzverlängerung wäre ja auch nur ein Aufschub des Problems gewesen. Also Plan C, genauer Plan L(inux). Und nun arbeite ich seit Mitte Oktober letzten Jahres im wesentlichen* auf Linux. Und es funktioniert super.

Nur in der letzten Woche habe ich mal einen Fehler gemacht. Wenn man sich nicht so richtig damit auskennt, sollte man „systemnah“ nicht rumpfuschen. Mein Linux ging offline. Nicht 100%-ig, aber doch funktional für Browser, Updates u.a. In mir stieg Panik auf. Müsste ich jetzt nur noch mit dem (nicht so ganz geliebten) Laptop arbeiten. Oder remote via Linux auf dem Laptop (das ging noch). Ein kundiger Mensch half in einer kleinen Nachtsitzung (danke nochmal dafür) und ich war wieder online. Da war nicht nur ein Stein, der mir vom Herzen fiel. Menschen mit ihrem gesamten Leben (Kommunikation, Banking, Shopping, …) auf dem Smartphone werden das nachvollziehen können, vor allem, wenn sie schon mal erlebt haben, dass das Ding nicht geht bzw. – schlimmer – weg ist. Aber ich bin glücklich und weiß, wovon ich die Finger zu lassen habe.

Kulinarisch war wenig los. Auf Arbeit gab es zweimal Fish’n’Chips … in Form von Pellkartoffeln mit Sahnehering und Stampfkartoffeln mit Brathering. Fish’n’Chips als Synonym für Kartoffeln und Fisch. 😉 Und am Sonntag gabs auch Stampfkartoffeln, allerdings war da dann ein Vogel vorbeistolziert …

Sonntagmittag

Die obigen Zeilen schrieb ich, als das Mittag in der Mache war. Bei „Schmorgerichten“ hat man ja die Zeit. Wobei es kein richtiges Schmorgericht war, aber auf der Packung fand ich eine Zubereitungsidee, der Rest ist auf Basis der Vorräte frei improvisiert.

Entenkeule, Stampfkartoffeln, KohlgemüseAuf der Packung der Keule (Barbarie-Ente) stand was von Anbraten, Angießen und dann Schmoren. So in der Art ist dann auch das Essen entstanden. Natrülich stand vorher das Auftauen an, an dass ich diesmal sogar rechtzeitig dachte und schon Samstagabend die Keule vom Tiefkühler in den Kühlschrank verfrachtete. Der später Sonntagvormittag sah mich dann, wie ich das Stück auspackte, ein wenig einritzte, salzte und dann in die gut gewärmte und leicht gebutterte Pfanne legte. Hautseite natürlich zuerst. Nebenbei schnibbelte ich ein paar Schalotten und ein paar Zehen Knoblauch klein, die ich dann mit anschmorte. Irgendwo im Vorratsschrank fand ich noch ein Glas Gemüsebrühe, von dem ich dann einen kleinen Teil mit angoss und danach die Pfanne zum einen bedeckelte, zum anderen die Hitze reduzierte. Glasdeckel sei dank konnte ich ohne dessen Lüften schauen konnte, dass die Flüssigkeit in der Pfanne gerade so köchelte. Nach etwa 20 Minuten (ca. 50 Minuten Schmorzeit war laut Packung vorgesehen) schnitt ich etwas Spitzkohl und ein paar Möhrenscheiben dazu und ergänzte alles mit Salz, Pfeffer und Kümmel. Etwas Wasser kam auch noch dabei. Der Pfanneninhalt wurde wieder zum Köcheln gebracht und dann auf minderer Hitze weiter gezogen. Als der Kurzzeitwecker klingelte, konnte auch schon angerichtet werden.

Entenkeule, Stampfkartoffeln, KohlgemüseNebenbei habe ich natürlich noch die Stampfkartoffeln zubereitet. „Grünzeug“ ist diesmal Schnittlauch (Tk). Ich bin mir ehrlicherweise nicht ganz sicher, ob ich mir nochmal Entenkeulen kaufen werde (wobei: eine hab ich noch im Tiefkühler). Zumindest so geschmort war sie nicht so mein Ding. Vielleicht war ich auch einfach nur zu zaghaft in der Würzung. Oder hätte sie länger bei kleinerer Hitze garen müssen. Wobei sie – technisch gesehen – vermutlich gar nicht mal so schlecht war. Noch saftig, aber durch, gut im Biss, aber ein wenig Kauen musste man schon. Mit der anderen Keule werde ich anders verfahren, mal sehen, was da passiert.

Entenkeule, Stampfkartoffeln, KohlgemüseLänger garen wäre in diesem Fall nicht so einfach gegangen. Der Kohl war weich, die Möhre al dente. Das wäre matschig geworden, bei weiterer Garung. Alles in allem nörgel‘ ich aber gerade auf hohem Niveau. Es war alles schon lecker, schlechter gegessen hatte ich auch schon. Also: Was will ich eigentlich mehr?

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*) im wesentlichen: Ich habe noch einen Laptop mit Win11, der ist aber meist eher Second Screen, und mein Win10 hat die Lizenzverlängerung bekommen. Und eine Leerräumung. Er läuft jetzt noch besser als vorher. Linux habe ich auf einem kleinen Behelfsrechner – Notlösungen halten am längsten. Es gibt noch eine – gelegentlich genutzte – Aufgabe, die ich noch nicht auf Linux habe, ansonsten alles.

Schmalz, Surf ’n‘ Turf und gefüllte Stampfkartoffeln

Manchmal ist man doch nicht vor Überraschungen gefeit. Aber Vorsicht! Jetzt wird’s schmalzig. Und das, wie es sich bei einem Foodblog gehört, ist durchaus wörtlich zu nehmen. Wobei eins gesagt werden muss: Bisher war Schmalz nicht einer der Brotaufstriche, die ich bevorzuge. Eher im Gegenteil: Ich habe ihn freundlich ignoriert. Aber irgendwie, vielleicht hat es mit dem zunehmenden Alter zu tun, rückte mir das Schmalz etwas ins Blickfeld. Aber nicht einfach Schmalz. Griebenschmalz muss es schon sein. Mit Apfel und Zwiebel am besten. Da drunter dann ein gutes Brot und etwas Salz obendrauf. Kann auch mal ganz lecker sein.

Im Supermarkt, in den ich regelmäßig einkehre, fiel mir ein kleiner Becher entsprechendes Produkt ins Auge. Nunja, es es von einer Großfleischerei, da darf man skeptisch sein. Die Grieben waren dafür auch ein wenig fein, eher so als braune Schwebstoffe im Aufstrich, Apfel und Zwiebel kamen aber gut raus. Man kann es also durchaus essen. Unlängst sah ich dann noch eine Variante. Nicht vom großen Hersteller und „Omas Apfel-Griebenschmalz“ stand drauf. Nun habe ich meine Omas nicht wirklich kochend erlebt, die Familienessen, an die ich mich erinnere, hat meistens meine Mutter ausgerichtet und die Omas kamen zu Besuch. Insofern würde es für mich eher „Mamas Apfel-Griebenschmalz“ heißen müssen. Und Muttern hat das ab und zu mal gemacht. Als gerade Heranwachsender war das aber nix für mich. Typisches Erwachsenenessen. Allerdings scheint „Omas Apfel-Griebenschmalz“ eher ein Produkt der Werbeabteilung gewesen zu sein. Also der Name. Frei nach dem Motto: Je schlechter das Produkt, desto mehr Werbeaufwand in die Verpackung. Erinnert ein wenig an bestimmte Brotsorten, die sich gern als Vollkorn generieren, aber nur eine Körnermischung außen drauf haben und innen etwas Malz für die dunkle Färbung. Brötchen sind an der Stelle ausdrücklich mitgemeint.

War es die fehlende Zwiebel, war es die andere Herstellung? Man weiß es nicht. Das Produkt hatte vom Mundgefühl her eher etwas talgiges, das geschmackliche schloss sich diesem Eindruck an. Oma hätte das sicher so nicht ins Schmalztöpfen gegeben. Von den sehr feinen Grieben ganz zu schweigen. Ein wenig Knusper muss schon sein, sonst macht das alles doch keinen Spaß.

Sonntagmittag

Was macht man, wenn einem nix einfällt, aber doch einiges noch im Kühlschrank ruht? Genau: Man versucht etwas aus vorhandenem zu machen, auch wenn man es nicht selbst erstellt hat. Zumindest zum Teil. Dem selbsterstellten Anteil kann man dann etwas mehr Aufmerksamkeit widmen. Und Aufwand. Deshalb diesmal der Kartoffelstampf ohne Mikrowelle. Aber mit Einlagen. So wurde dann alles zu einer „Surf ’n‘ Turf“-Variante, auch wenn es sehr viel anders aussieht als belegte Vorbilder.

Stampf aus Kartoffeln und Möhren mit Speck und Schalotten an DillsahneheringGewürfelte Kartoffel und gescheibte Möhre im Verhältnis von ca. 2:1 wurden im Dampf über ein wenig gesalztem und gerosmarintem Wasser gegart. Nebenher garten ein paar grob geschnittene Schalotten, etwas Knoblauch und ein paar Kleinquader Südtiroler Specks in einer Pfanne. Als die Möhren-Kartoffel-Mischung weich war, wurde sie in Anwesenheit von etwas Milch und Butter gestampft, mit dem Pfanneninhalt verrührt und mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abgeschmeckt. Zum Abschluss kam noch etwas Möhrengrün – grob gezupft – mit hinein. Dann konnte angerichtet werden.

Stampf aus Kartoffeln und Möhren mit Speck und Schalotten an DillsahneheringIn mir keimte irgendwann die Überlegung, ob ich nicht ggf. besser die Möhren und die Kartoffeln getrennt gegart und gestampft hätte. Ein wenig der Brauntönung kam sicher auch aus der Speck-Zwiebel-Pfanne … Naja, die Farbe war jedenfalls orange-beige … Man könnte fast von Seniorenessen reden, wenn nicht die Speckquader doch einen gewissen knusprigen Biss behielten.

Stampf aus Kartoffeln und Möhren mit Speck und Schalotten an DillsahneheringDer Sahnehering war auch nicht schlecht. Schöne Dillnote und der Hering war dann doch wie jeder andere aus einer dieser Packungen. Wobei ich neulich auch mal eine Honig-Senf-Mischung als Soße hatte. Die war auch nicht schlecht und machte schön die Nase frei. Ich habe schon Senf gegessen, der weniger drauf hatte als diese Senf-Honig-Soße.

 

Ignorante Simulanten und noch eine Suppe mit viel Impro

Ja, ich habe auch schon einiges nachgebaut, mit mehr oder weniger Erfolg, aber dass mit Kochen, Braten oder Backen ursprünglich Gegrilltes nachgebaut werden soll, geht dann doch ein wenig zu weit. Schon länger bekannt ist „Schweinegeschnetzeltes, nach Gyrosart gewürzt“, das meist mit dem fälschlichen Namen „Pfannengyros“ bezeichnet wird. „Gyros“ kommt eigentlich vom griechischen Wort für „Drehen“, aber das einzige, das sich bei einem Gyrosfan bei diesem Gericht dreht, ist der Magen, und zwar um. Gerade die Struktur/Konsistenz, die bei der Zubereitung am gut gehandhabten Drehgrill entsteht, geht eben nicht aus Topf oder Pfanne.

Eine neue Mode aus den Sozialen Medien scheint jetzt Backdöner zu sein. Hackfleisch wird gewürzt, dünn auf Backpapier gestrichen, zusammengerollt und dann gebacken. Wo da ein vernünftiges Grillergebnis herkommen soll, bleibt das Geheimnis der Fans. Vielleicht sollte man das Backpapier (sowieso eine Ökosünde, auch das braune) durch hinreichend große und leicht blanchierte Kohlblätter ersetzen, dann kommt vermutlich eine interessante Art von Kohlroulade dabei heraus, die Backpapierroulade liefert doch ein Ergebnis, das mit dem Vorbild wenig gemein hat. Letztendlich ist es das gleiche Problem wie beim Gyros, das Grillen am Drehspieß ergibt, wenn man es richtig macht, eine ganz besondere Garart, die ein Ofen mangels entsprechender Temperatur und gleichmäßiger Hitzeverteilung (zumindest gleichmäßiger als beim Drehspieß) nicht hinbekommt. Es ist eben nicht nur die eingearbeitete Aromatik, die einen Döner zum Döner macht (oder ein Gyros zum Gyros), sondern auch die Zubereitung. Meine Vermutung ist dabei nur, dass die entsprechenden Fans noch kein richtig zubereitetes Kebab bzw. Gyros gegessen haben.

Die Krönung im Zusammenhang mit dem Backdöner war die Bemerkung in einem Kochblog, dass man das Rindhackfleisch, das bei den meisten Rezepten die Grundlage bildet, gern auch mit Schweinehack ergänzen kann. Wer sich ein bisschen mit der Herkunft der Gerichte auskennt und etwas über die entsprechenden Kulturen gehört hat, weiß: Wenn eine Fleischart NICHT in einen Döner gehört, dann ist es Schweinefleisch. Lamm, Ziege, Kalb gern. Aber kein Schwein! Wenn ihr unbedingt Schweinefleisch verarbeiten wollt, macht Gyros.

Sonntagmittag

So ein bisschen unter Simulation läuft auch das Mittag am Sonntag. Oder Notrettung. Oder „ich fang mal an, mal sehen, was draus wird“. Wobei, letzteres eigentlich nicht, da ich mit einer Idee in den Wochenendeinkauf am Freitag gegangen bin. Wohl wissend, dass ich noch einiges an Kartoffeln zu Hause hatte, sollte es Kartoffelsuppe geben. Da fing es aber auch schon bei den Grundlagen an: Das Suppengrün sah beim Einkaufen auch ein wenig räudig aus, aber erfreulicherweise hatte der Laden halbe und viertel Sellerieknollen in der Auslage. Dazu zwei Möhren und eine Stange Lauch, was man sich aussuchen konnte, und fertig ist die Gemüseeinlagen. Nun noch etwas Suppenfleisch … Naja, gabs auch nicht. Also auch hier improvisieren: Markknochen fand ich. Und Rinderhackfleisch auch. Na, dann das.

Kartoffelsuppe

Die Optik ist doch recht vielversprechend. Und der Geschmack war auch gut. Nur eben die Herstellung. Noch mehr Improvisation. Ich setzte die Markknochen mit etwas Wasser an, ließ das einmal auf- und dann eine gaaanze Weile vor sich hin kochen. Salz, Pfeffer, Lorbeer, Piment, Zwiebel und Knoblauch waren auch schon mit dabei. Irgendwann fing ich dann an, das Gemüse zu putzen und zu zerkleinern. Das gleiche passierte mit den Kartoffeln. Nach der Zugabe des Hackfleischs und des Suppengrüns sowie etwas getrockneten Majorans passten aber die Kartoffeln nur noch in geringer Zahl – für eine Kartoffelsuppe absolut unwürdig – in den Topf. Nun gut. Da galt es also zu improvisieren. Zog sich ja schon als roter Faden durchs ganze Gericht. Erstmal ließ ich den Topfinhalt einmal schön aufkochen und dann leise simmern, bis Kartoffeln und Gemüse gar waren.

KartoffelsuppeNun, zumindest für den Teller (und den Genuss) musste der Kartoffelgehalt erhöht werden. Ich nahm Kartoffelwürfel von zwei rohen Kartoffeln und garte sie relativ trocken in der Mikrowelle (bei meinen Stampfkartoffeln ein bewährtes Verfahren). Im Mikrowellenbehältnis wurden die weichen Kartoffeln dann mit etwas Brühe aufgegossen und so lange gerührt, bis eine dickliche, wenngleich auch stückige Masse entstand und die Kartoffeln teilweise aufgelöst waren. Dann kam noch eine ordentliche Kelle Suppe dazu mit allem, was in ihr so rumschwamm. Fertig war die Karoffelsuppe, die den Namen auch verdiente.

KartoffelsuppeSchön kartoffelig, leicht scharf (irgendwann hatte ich auch noch ein paar Flocken Chili mit in den Topf gegeben) und aromatisch. Die Zugabe der noch im Kühlschrank aufgefundenen Knacker war an sich eine gute, im konkreten aber eine schlechte Idee. Das Produkt war – ich hatte es schon mal früher erwähnt – ein Fehlgriff, aber nun ist sie verarbeitet. Eigentlich wollte ich den einen geräucherten Speck nehmen, aber der ist noch so schön originalverpackt und mit fernem MHD, dass ich doch die Wurst nahm.

Die Suppenfleischsimulation durch Markknochen und Rinderhack (vor allem durch letzteres) habe ich mir bei einer anderen Suppe in einem anderen Kochblog abgeguckt (okay, selbst habe ich das auch schon mal gemacht). Dort war die Idee, Kohlrouladen ohne Krautwickeln zu machen. Letztendlich ein Kohleintopf mit Hackfleischeinlage. Finde ich von der Idee her auch sehr lecker.

Ja, ist denn heut‘ schon Weihnachten…

Das ganze natürlich im Dialekt eines Kaisers Franz (Beckenbauer), in einer Werbung, deren beworbene Marke es – aktiv – schon eine ganze Weile nicht mehr gibt. Eine Firma mit dem Namen existiert aber heute noch und man kann Produkte von ihr kaufen, bei Aldi unter dem Namen Aldi-Talk. Soweit das nerdige für heute. Wobei ich auch St. Martin als Thema heranziehen hätte können, unter der Maßgabe, dass Vogel irgendwie gleich Vogel ist. Oder bei einer gewissen Toleranz, dem Vogel gegenüber, unter der falschen Prämisse, eine Ente ist auch nur eine kleine Gans. 😉 

Der Einzelhandel an sich verführt manchmal auch zur Bewegung. Bei meinen Einkäufen beobachte ich häufig Menschen, die scheinbar ziellos durch die Gänge gehen, vermutlich einen Einkaufszettel abarbeitend, auch wenn es nur die Gewissheit ist, dass sie noch das und das und das brauchen … Interessanter wird es dann nur noch, wenn Pärchen zusammen einkaufen, was den Weg im Laden meist noch chaotischer macht, da der Wagenführende öfter auch mal auf der Suche nach dem jeweiligen Partner ist und umgekehrt. Wenn ihr aber jemanden seht, der recht stringent die Gänge rauf und runter geht und dabei die Regale mit den Augen „scannt“, dann könnte ich das sein. Wobei ich zwei verschiedene Versionen habe: die lauffaule, wo ich die Regale auf beiden Seiten des jeweiligen Ganges gleichzeitig scanne und die etwas bewegungsfreudigere, wo ich jeden Gang zweimal gehe und dann nur die Regale einer Seite nach Sachen, die ich möchte, absuche. 

Beim letzten Wochenendeinkauf musste ich aber mein Prinzip verlassen, da ich noch keine Idee hatte, was ich eigentlich am Sonntag essen wollte. So fing der Einkauf eigentlich doch recht zielgerichtet an, aber am Kühlregal mit den tierischen Proteinen wurde erst die Richtung für die Gemüse gelegt, die der Beilage dienen sollten. Das hieß aber, nach der Auswahl des Fleischstücks musste ich zum Ausgangspunkt des Einkaufes zurück, da sich dort die Obst- und Gemüseabteilung befand. Der Zeitpunkt des Einkaufs machte diese Priorisierung notwendig, da die Auswahl an Proteinträgern nicht so groß war wie die Auswahl an Gemüsen.  Trotzdem wurde keine „klassische“ Kombination daraus, da auch das Grünzeug schon etwas ausgesucht war. 

Sonntagmittag

Wer etwas tiefer hier im Blog gräbt oder genauso tief im Nachbarblog rundumgenuss.de schaut, wird irgendwo ein Video zum Braten von zwei Entenbrüsten finden. Macht bloß nicht das mit der Soße nach, aber die Entenbrüste, die bei dem Dreh gebraten wurden, eigentlich fast in eigenem Fett konfiert, waren vom Gargrad her absolut genial. Das lag aber eher an den Bedingungen der Dreharbeiten, die den Kochvorgang verzögerten, was ich durch eine geschickte Auswahl der zugeführten Hitze auszugleichen versuchte. Die beiden Brüste waren anschließend sowas von auf den Punkt, wie ich es vorher und hinterher nie wieder hinbekommen habe. Aktuell also mal wieder ein Versuch, das nachzuahmen, was allerdings allein schon an der Brust selber scheitert, ist sie doch sichtbar kleiner als die Vorlagen. Das sollte aber nicht weiter stören. Zusammen mit einem Kohlrabi, zwei Kartoffeln und ein paar Gewürzen wurde es doch ein leckeres Essen. 

Entenbrust an Sahne-Kohlrabi und Kartoffel-GratinNunja, ein Ei, ein Becher Sahne, Tk-Petersilie, Parmesan u.a. waren auch noch mit dabei. Die Entenbrust heißt übrigens Jacques. Also nicht wirklich. Ob es einen (Marken-)Namen auf der Packung gab, habe ich nicht überprüft. Aber sie kam aus Frankreich und war männlich. Aber genug der Klischees. Da Kohlrabi doch ein wenig braucht, um zu garen und so ein Gratin ebenfalls nicht sofort bräunt und stockt, konnte ich bei der Entenbrustgarung das Niedrigtemperaturbraten, das im erwähnten Video schon so gut geklappt hatte, versuchen nachzuempfinden. Das klappte auch ganz gut. 

Entenbrust an Sahne-Kohlrabi und Kartoffel-GratinZart rosa und saftig, dabei eine „rösche Kruste“, also die Haut war schön knusprig. Was will man mehr!? Den Kohlrabi habe ich geschält und gewürfelt. Dann kam alles in Anwesenheit von etwas Butter in einen Topf und wurde mit Salz und Pfeffer ein wenig angeschmort und dann bedeckelt unter gelegentlichem Rühren weitergegart. Später kam ein halber Becher Sahne dazu, die dann nach und nach und ohne Deckel reduzierte, bis das Produkt wie auf dem Teller im Topf war. Vom tiefgekühlten Petersilieblock raspelte ich noch etwas ins Gemüse und schmeckte auch nochmal mit den Grundgewürzen ab. 

Entenbrust an Sahne-Kohlrabi und Kartoffel-GratinDie rohen Kartoffeln waren auch geschält und in Scheiben geschnitten. Dann wurden sie in der Mikrowelle 85% gegart. In eine gebutterte Auflaufform kamen dann die Scheiben und wurden mit einer Mischung aus Ei, dem anderen halben Becher Sahne, geriebenem Parmesan und Gewürzen übergossen. Oben drüber kam noch weiterer Parmesan und nach 15 Minuten bei 180°C in der Heißluft sah es dann so aus wie auf dem Tellern. 

Entenbrust an Sahne-Kohlrabi und Kartoffel-GratinAlso, dafür, dass mir eigentlich nix eingefallen war und der Fleischkühlschrank im Supermarkt die Planung erst in Gang setzte, war das doch gar nicht so schlecht. 

Planwirtschaft vs. Wirklichkeit in lecker

Da macht man für das lange Wochenende einen Essensplan und der wird dann nicht eingehalten. Ob man dabei jetzt dem Wetter oder Bertolt Brecht die Schuld gibt, oder beiden, bleibt dahingestellt. Der Dichter sei zitiert:

Mache einen Plan,
sei ein großes Licht.
Mache noch ’nen Plan,
geh’n tun sie beide nicht.

Immerhin hat mein Essensplan einiges mit anderen großen Plänen gemein: Er zog sich immer mehr nach hinten. Der Unterschied: Es wurde dadurch nicht teurer, vermutlich eher billiger. Wobei, das schlechte Wetter am Sonnabend hat mich vor der Erhöhung der Kosten bewahrt, die Option „Grünmarkt“ plus Lieblingsfleischer plus Standardsamstagsfrühstück habe ich nicht gezogen, und beschränkte mich damit auf meine Donnerstagseinkäufe. Freitag war ja Feiertag.

Am Feiertag/Freitag war ich tagsüber unterwegs. Das Wetter war danach und ich wollte ein Objekt ein Stück außerhalb aus Gründen ablichten. Wieder zu Hause angekommen gab’s dann ein Instantsüppchen zum Aufwärmen und ein schönes Leberwurstbrot. Ich hatte bei der richtig groben zugegriffen, leider Industrieware, aber anderswo kriegste sowas ja auch nicht. Mit den feinen Leberwürsten kannste mich ja jagen …

Nachdem ich am Samstag eine Weile ins graue Wetter guckte, nahm ich den großen Topf, das gekaufte Suppengrün, ein paar Kartoffeln und die Wruke zur Hand und schnibbelte nach dem Putzen und Schälen alles klein. Kleiner als sonst, es sollte ein relativ schneller Eintopf werden, hatte ich doch Suppenfleisch oder Beinscheibe nicht bekommen. So war ich auf Markknochen und Rinderhack ausgewichen.

Wrukeneintopf auf Hackfleisch/Markknochen-BasisDie Gemüse kamen in den Topf, wurden gerade so mit Wasser bedeckt und durch die Knochen, das Hackfleisch, Salz, Pfeffer, Lorbeer, Piment ergänzt. Einmal aufkochen und dann so lange dezent sieden lassen, bis das Gemüse gar ist und die Markknochen sich leeren lassen. Alles wird nochmal durchgerührt und abgeschmeckt. Das Rühren kann durchaus etwas kräftiger erfolgen, das gibt dem Eintopf ein wenig Bindung. Dass ich mehlig kochende Kartoffeln verwendete, hatte ich wohl noch nicht erwähnt.

Wrukeneintopf auf Hackfleisch/Markknochen-BasisDer ganze Kochvorgang dauerte dann doch etwas länger als ich dachte, zusammen mit dem Schnibbeln sowieso, aber das ziehen der Brühe war entfallen, was sicher auch ein bis zwei Stunden einsparte.

Sonntagmittag

Während es den Wrukeneintopf am Samstagabend stilvoll aus der Suppentasse gab, kam dann am Sonntag das große Geschütz auf den Tisch: der Suppenteller. Geht auch und man muss wegen Nachschlag nicht so oft laufen.

Wrukeneintopf auf Hackfleisch/Markknochen-BasisEin wenig bedauerte ich, dass ich keine Fleischbrocken in der Suppe hatte. Sowas schönes ausgelöste von der Beinscheibe oder das magere vom Suppenfleisch ist doch recht lecker. Außerdem, wenn die Suppe dann über Nacht kühl steht, geliert sie auch schön, was ein schönes Zeichen für „gehaltvoll“ ist. Ein wenig fest war sie, als sie zum Aufwärmen aus dem Kühlschrank kam. Die Markknochen taten ihre Aufgabe. Es fehlte aber die Gelatine aus den Sehnen u.ä. der Beinscheibe … Aber dafür gings schneller. 

Wrukeneintopf auf Hackfleisch/Markknochen-BasisSollte ich nochmal auf die Idee kommen, es so zu machen, versuche ich mal, das Hackfleisch vor der Verwendung an wenig anzubraten. Zumindest zum Teil. Und ein wenig geräucherter Speck hätte der Suppe vielleicht auch gut getan. Hinterher ist mal immer schlauer. 

Montagmittag

Das sollte es eigentlich Sonntag geben. Ich hatte noch eine Tüte getrocknete Steinpilze, eine Dose Champignons, etwas Creme fraiche, etwas Tiroler Schinkenspeck und einen Wrukenrest rumschwirren. Kartoffeln und etwas Knoblauch waren auch noch da, Salz/Pfeffer sowieso. Und diesmal habe ich die Kartoffeln sogar klassisch gekocht. Naja, fast. 

Pilz-Bratwurst-Pfanne an Kartoffel-Wruken-StampfKartoffeln und Wrukenstück wurden klein gewürfelt und dann im Topf unter Anwesenheit von Salz, Pfeffer, Muskat und Kümmel in Milch gegart. Garade so viel, dass die Stückchen knapp bedeckt sind. Beim vorsichtigen Garen wurde immer wieder gerührt, damit nix anbrennt, aber die Milch auch nicht überkocht. Zum Schluss gings nochmal mit dem Stampfer durch den Topf und alles wurde mit etwas Butter verfeinert. 

Pilz-Bratwurst-Pfanne an Kartoffel-Wruken-StampfWenn man die Wruke auch ganz weich haben möchte, sollte sie mit etwas Vorlauf gegart werden. Oder die Kartoffeln gröber geschnitten als das Wurzelgemüse. 

Pilz-Bratwurst-Pfanne an Kartoffel-Wruken-StampfDie getrockneten Steinpilze habe ich etwas eingeweicht und vorher ordentlich abgespült. Stand so auf der Tüte. Das dauerte etwas. Das Einweichwasser habe ich später abgegossen, gefiltert und beiseite gestellt. In einer Pfanne habe ich ein paar Schinkenspeck- und Schalottenwürfel angeschwitzt, noch etwas Knoblauch dazu gegeben und dann die Steinpilz-Fragmente sowie die abgetropften Dosen-Champis dazu gegeben. Alles wurde gebraten, gesalzen und gepfeffert. Nach ein paar Minuten kam dann das Steinpilz-Einweichwasser vorsichtig dazu. Der sandige Bodensatz blieb natürlich im Aufbewahrungsgefäß. Das ließ ich noch ein wenig einkochen, bevor ich einen Becher Cremé fraiche unterrührte und auch das leicht einköcheln ließ.

In einer zweiten Pfanne briet ich in Scheiben geschnittene Bratwürste (ohne Darm) so richtig kräftig an, dass sie sich aufs positivste verfärbten. Dann vereinigte ich beide Pfanneninhalte und ließ es noch ein wenig ziehen. Dann war es Zeit zum Anrichten. 

Dosenchampignons (auch wenn 1. Wahl drauf steht) und getrocknete Steinpilze, bei denen es gut tut, dass es drauf steht, weil erkennbar ist es nicht, sind nicht so meine Ware, aber intensiv weiterverarbeitet oder als Einlage in einem Schmorgericht kann man das man benutzen. Achja, und Bratwurst wird wohl auch nie so richtig meins sein, aber gut angebraten, dass wirklich nix weißes mehr zu sehen ist, geht’s. Alles zusammen war durchaus schmackhaft und einmal muss ich es auch noch essen. Die Hälfte der Soße ist schon im Kühlschrank. Die gibt’s morgen zusammen mit Reis. 

Dicker Hals, Herz und andere Anatomie

In Anlehnung an einen Post meinerseits aus den SoMe dieser Woche möchte ich anfangen mit „Man liest ja nicht ungestraft Kochblogs …“ Es ist aber auch nix neues, was mich diesbezüglich umtreibt. Es ist ein wenig Schade, dass das Genre Kochblog ein wenig eine Abwärtstendenz beinhaltet. Damit meine ich nicht nur das, dass das Blogwesen allgemein rückläufig ist. Es sind eher die Begleiterscheinungen des langsamen Sterbens wie krankhafte Wucherungen, Krebsgeschwüre und andere Eigenheiten. Bei Kochblogs sind das dann erkannbar künstlichen bzw. künstlich aufgehübschten Bilder und die künstlich auf Länge geschriebenen Beiträge. Das hat wohl irgendeine VG-Wort-Relevanz oder Suchmaschinenrelevanz. Und dann taucht auch immer mal wieder ein Thema auf, das mit den Blutdruck hochtreibt: Gyros. Was ich in dem Zusammenhang denke, ist nicht niederschreibfähig, weil es durch manche Lesenden als beleidigend verstanden werden könnte. Auf den (halbwegs) sachlichen Gehalt zurückgebrochen würde ich sagen: Zutaten werden nicht zum Gyros durch die Würzung, sondern einzig und allein durch die Zubereitung. Und die erfolgt am Drehspieß. Der Namen „Gyros“ kommt genau daher. Die Würzung ist regional typisch und spielt für die Namesgebung eigentlich keine Rolle. Alles, was nicht vom Drehspieß kommt, ist Geschnetzeltes, auf griechische Art gewürzt. Punkt.

So, jetzt gehts besser. Vielleicht ist das eben auch ein wenig übertrieben rüber gekommen, aber beim Schreiben mit leerem Magen passiert das schon mal. Das ist ähnlich wie beim Einkaufen mit leerem Magen, da vergreift man sich auch schon mal. 😉

Sonntagmittag

Ist ausgefallen. Lange schlafen, spannendes Snooker Finale (English Open), andere Sachen auf dem ToDo-Zettel, …

Montagmittag

Es gab etwas aus den Zutaten, die eigentlich für Sonntag geplant waren. Könnte also sein, dass es eigentlich das Sonntagsgericht ist. Deswegen habe ich es hier doch eingebaut. Es ist ein Einpfanngericht. Und am Timing muss ich noch etwas arbeiten, wobei die fleischliche Komponente zeitlich völlig unkritisch* ist. Auch sowas gibt’s.

Kohlrabi-Kartoffel-Herz-PfanneIn einer Pfanne mit etwas Öl habe ich eine große Handvoll Hühnerherzen – halbiert – angebraten. Dazu kam etwas geräuchterter und klein geschnittener durchwwachsener Speck, so ein wenig für den guten Geschmack. Für eine cremige Soße habe ich alles ein wenig mit Mehl bestäubt. Das wird in Summe ein Esslöffel voll gewesen sein. Natürlich das gute Biodinkelvollkornmehl. Man gönnt sich ja sonst nix. 😉

Kohlrabi-Kartoffel-Herz-PfanneAls das ein wenig mit angeröstet war, kam Milch dazu. Irgendwie habe ich es gerade mit „In-Milch-Kochen„. Einen großen, aber trotzdem nicht holzigen Kohlrabi habe ich grob gewürfelt und zwei kleine Kartoffeln (mehr hatte ich nicht im Haus) geschält und relativ klein geschnitten.

Jetzt, aus der Erinnerung heraus, fällt mir ein, dass ich erst Kohlrabi und Kartoffeln mit in die Pfanne gegeben habe und dann erst – nachdem sie ein paar kleine Bratspuren hatten – die Milch darüber goss (ca. 1/3 l). Für den Geschmack kamen auch noch Salz, Pfeffer, Kümmel und ein paar Flocken geräucherten Chilis mit in die Pfanne. Alles gut durchrühren und ca. 1/2 h leise vor sich hinköcheln lassen, nachdem es mindestens einmal ordentlich durchgekocht ist.

Kohlrabi-Kartoffel-Herz-PfanneDer Kohlrabi war hinterher noch etwas bissfest (also das nächste Mal doch kleiner schneiden oder mit etwas Abstand vor den Kartoffeln in die Pfanne geben), die Kartoffeln begannen sich sanft aufzulösen. Zwischendurch immer mal wieder umrühren, sonst könnte alles am Topfboden ansetzen. Die Konsistenz lässt sich durch weitere MIlchzugabe gut steuern. Wer Brühe hat, kann das auch probieren.

Zum Schluss wird nochmal ordentlich durchgerührt und angerichtet. Nicht nur für’s Auge kommt noch etwas Petersilie drauf.

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*) Hähnchenherzen sind als Fleisch wirklich sehr dankbar. Man kann sie relativ kurz in der Pfanne braten und dann snacken. Es geht aber auch ein stundenlanges Schmoren, ohne, dass sie wesentlich an Konsistenz verlieren. So jedenfalls meine Erfahrung.